Reihe Germanistische Linguistik

Band 323:
Braun, Christian (Hrsg.): Sprache des Sterbens – Sprache des Todes. Linguistische und interdisziplinäre Perspektivierungen eines zentralen Aspekts menschlichen Daseins. IX/449 S. - Berlin / Boston: de Gruyter, 2021.
ISBN: 978-3-11-069471-0
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / Boston: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-069473-4

Obwohl Sterben und Tod eine zentrale Rolle im Leben eines jeden Menschen spielen, erfolgt eine linguistische Auseinandersetzung mit dem Themenfeld bisher nur in sehr geringem Maße.
Die Beschäftigung mit der bewusst wahrgenommenen Endlichkeit des (eigenen) Lebens findet sich bereits in den frühesten Schriftzeugnissen der Menschheit. Die Gewissheit über die Unausweichlichkeit des Todes, des Sterben-Müssens einerseits, und andererseits die Ungewissheit im Hinblick auf ein jenseitiges Überdauern sind Merkmale unserer Existenz, die seit jeher eine Fülle kultureller Reaktionen nach sich ziehen. In vielfältiger Weise und in mannigfaltigen Facetten begegnet uns der Tod als Thema. Der vorliegende Band setzt sich zum Ziel, die sprachliche Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Tod und Sterben aus linguistischer Perspektive einer genaueren Analyse zu unterziehen. Um die Komplexität des Phänomens zumindest im Ansatz zu erfassen, kommen ganz bewusst die Instrumentarien der auf unterschiedliche Erkenntnismöglichkeiten gerichteten sprachwissenschaftlichen Teildisziplinen zum Einsatz und auch verwandte Stimmen finden Gehör.

Inhaltsverzeichnis

Braun, Christian:
  Sprache des Sterbens, Sprache des Todes S. 1
Teil 1: Gegenwartssprachliche Zugänge
Bachmann-Stein, Andrea:
  Die Textsorte Konventionelles Kondolenzschreiben S. 15
Stein, Stephan:
  Elektronische Kondolenzbücher S. 41
Tuchen, Astrid:
  PolitikerInnen kondolieren auf Twitter – Kondolenztweets als formelhafte Texte S. 71
Walther, Diana:
  Notizen zum Tod einer Person in Kalenderbüchern älterer Schreiber/-innen S. 91
Greule, Albrecht:
  Vom Requiem zum Sterbebildchen S. 109
Markewitz, Friedrich:
  “Aber das Getto ist grausam, es hält seine Opfer fest in seinen faulenden Zähnen” – Zum sprachlichen Umgang mit der drohenden Vernichtung im Diskursraum des Gettos Litzmannstadt S. 121
Marx, Konstanze & Tienken, Susanne:
  Trost und Trösten S. 141
Meier-Vieracker, Simon:
  “Ach, heute wurde mir zum ersten Mal ein Sitzplatz angeboten im Tram” – Musterhaftigkeiten in digitalen Sterbenarrationen S. 165
Schuster, Britt-Marie / Wilk, Nicole M.:
  Bedeutungsvarianz und sozialer Stil S. 185
Szczepaniak, Jacek:
  Diskursive Bilder des Todes in deutschsprachigen Raptexten S. 209
Schütte, Christian:
  Perspektiven der Thanatolinguistik S. 229
Teil 2: Sprachgeschichtliche Zugänge
Janus, Dominika:
  Sprache des Sterbens – Sprache des Todes in Danziger Leichenpredigten (1586-1746) S. 251
Meier, Jörg:
  Zur Geschichte, Form, Funktion und Sprache von Totenzetteln S. 265
Moshövel, Andrea:
  Der Mensch, der Tod und die Grenzen der Macht S. 281
Resch, Claudia:
  “… sagt der Todt …” – Methoden zur Analyse von Sprache(n) des personifizierten Todes im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit S. 297
Schneider-Mizony, Odile:
  Sprachliche Entpersonalisierungsstrategien in barockem Funeraldiskurs S. 317
Teil 3: Interdisziplinäre Zugänge
Corbett, Tim:
  “… zu deinem Volk versammelt” – Tod und Erinnerung in der Wiener jüdischen Sepulkralepigraphik vom Mittelalter bis zur Gegenwart S. 337
Lühr, Rosemarie:
  Sprache des Sterbens in altindogermanischen Sprachen S. 357
Marko, Georg:
  The risk of death and the fear of dying S. 377
Painter, Karen:
  Grieving on the Home Front S. 397
Rabelhofer, Bettina:
  Das Wort und der Tod S. 415
Rothe, Matthias:
  Das Werk, das Kollektiv und der Tod – Das Brechtsche Lehrstück als Sterbehilfe S. 427
 
Index S. 441