Studien zur deutschen Grammatik

Band 63:
Wöllstein-Leisten, Angelika: Die Syntax der dritten Konstruktion. Eine repräsentationelle Analyse zur Monosententialität von 'zu'-Infinitiven im Deutschen. 300 S. - Tübingen: Stauffenburg, 2001.
ISBN: 3-86057-453-1

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[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QA 3823

Die dritte Konstruktion weist sowohl Eigenschaften auf, die sie als inkohärent ausweist, als auch Eigenschaften, die als syntaktische Reflexe von Kohärenzbildung bezeichnet werden können. Hier wird gezeigt, daß eine Analyse, die nicht von Bewegung der Komplemente aus dem Nachfeld ausgeht, sondern von Monosententialität ohne Nachfeldbesetzung, die empirisch adäquatere ist. Es wird primär ein empirisches Interesse an der Aufklärung der syntaktischen Struktur der dritten Konstruktion verfolgt. Das theoretische Interesse konzentriert sich auf die für diese Aufgabe relevanten Aspekte.

Das begriffliche Werkzeug, das Gunnar Bech in seinem Werk zum Verbum Infinitum im Deutschen entwickelt hat, bildet den terminologischen Beschreibungshintergrund dieser Arbeit. ein wesentliches Ergebnis sit, daß die dritte Konstruktion, trotz ihrer topologischen Abweichung von der intraponierten kohärenten Konstruktion ebenfalls durch Kohärenz verbundene Verbalfelder aufweist.

Hier wird der theoretische Rahmen einer projektiven Grammatik Hubert Haiders zugundegelegt. Die dritte Konstruktion wird nun als alternative kohärenzbildende Komplementationsstruktur, ausgehend von der intraponierten monosententialen zu-Infinitvkonstruktion, in dieser repräsentationellen Syntaxtheorie einheitlich erfaßt, wobei eine Reihe von neuen deskriptiven Eigenschaften der dritten Konstruktion vorgestellt werden. Die syntaktischen Varianten entstehen durch die Positionierbarkeit des Matrixverbs innerhalb der VP.

Lizensiert wird die Positionierbarkeit durch syntaktische Eigenschaften des Komplementverbs sowie durch die Schaffung von V-Kopfpositionen der durch Scrambling entstandenen V-Schalen. Somit stellt die dritte Konstruktion eine monsententiale Struktur ohne Nachfeldbesetzung dar. Verbalkomplexbildung ist somit eine nicht-notwendige Voraussetzung zur Kohärenzbildung sowie der Unifikation von Argumentstrukturen, was zu neuen Aspekten der VP-Syntax führt.

Inhaltsverzeichnis

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Dank S. 1
Vorwort S. 3
 
1.   Einleitung S. 7
2.   Grundlagen S. 27
3.   Datenabgrenzung S. 53
4.   Phänomenologie S. 82
5.   Stand der Forschung S. 134
6.   Die projektive Grammatik S. 178
7.   Analyse S. 208
8.   Ergebnis und Schlusswort S. 264
9.   Ausblick S. 265
 
Literaturverzeichnis S. 265
Anhang S. 278

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