Sprache - Literatur und Geschichte

Studien zur Linguistik / Germanistik

Band 38:
Elspaß, Stephan / Negele, Michaela (Hrsg.): Sprachvariation und Sprachwandel in der Stadt der frühen Neuzeit. 251 S. - Heidelberg: Winter, 2011.
ISBN: 978-3-8253-5790-0

Der Band versammelt Beiträge, die sich der Untersuchung sprachlicher Variation und sprachlichen Wandels in der Stadt der Frühen Neuzeit widmen. Der Mikrokosmos ,Stadt‘ erweist sich gerade in seinen sprachhistorischen Verhältnissen als Schnittpunkt verschiedenster kultureller Entwicklungswege. Ein Anliegen des vorliegenden Bandes ist es, die Vielfalt der Sprachen, Varietäten, Register und Stile in deutschen und anderen europäischen Städten darzustellen, die deren innere und äußere Mehrsprachigkeit konstituierte und Ausgangspunkt täglichen Sprachkontakts und längerfristigen Sprachwandels in der Stadt war.

Im Sinne der neueren soziopragmatisch orientierten Sprachgeschichtsforschung dokumentieren die Beiträge die große Bandbreite städtischer Schriftlichkeit in der Frühen Neuzeit. So werden neben Drucken auch handgeschriebene Quellen analysiert – von Geschäftsbriefen über Rechnungsbücher, Protokolle bis hin zu alltagssprachlichen Texten, vom unteren Rand der Schriftlichkeit‘.

Inhaltsverzeichnis

Elspaß, Stephan / Negele, Michaela:
  Einleitung S. 7
I. Sprachliche Variation in Texten
Graser, Helmut:
  Quellen vom unteren Rand der Schriftlichkeit – die Stimme der einfachen Leute in der Stadt der Frühen Neuzeit? S. 15
Behr, Martin:
  einfachen Leute in der Stadt der Frühen Neuzeit? Ausgleichsvorgänge in den Druckersprachen Augsburgs und Straßburgs anhand der Inkunabelüberlieferung der Melusine S. 49
Filatkina, Natalia:
  Variation im Bereich der formelhaften Wendungen am Beispiel der Luxemburger Rechnungsbücher (1388-1500) S. 79
Tophinke, Doris / Wallmeier, Nadine:
  Textverdichtungsprozesse im Spätmittelalter: Syntaktischer Wandel in mittelniederdeutschen Rechtstexten des 13. bis 16. Jahrhunderts S. 97
II. Mehrsprachigkeit, Sprachkontakt, Sprachwechsel
Schröder, Konrad / Walter, Judith:
  Die Stadt als Ort europäischer Mehrsprachigkeit: Erwerb und Vermittlung moderner Fremdsprachen in Augsburg im Zeitalter der Frühen Neuzeit S. 117
Böhm, Manuela:
  Sprachwechsel in der Stadt und auf dem Land – Struktur und Dynamik des Sprachkontakts bei Brandenburger Hugenotten vom 17. bis 19. Jahrhundert S. 163
Lazar, Marija:
  Über deutschen Einfluss und Eigendynamik in russischen Geschäftsbriefen der Petrinischen Epoche S. 189
Squires, Catherine:
  Hoch- und Niederdeutsch im mittelalterlichen Halberstadt
Probleme einer Erforschung der Sprachverhältnisse in der historischen Stadt
S. 201
III. Sprache und Konfessionalisierung
Horstkamp, Sarah:
  ‘von der Päbstischen Finsternüß zum hellscheinenden Evangelischen Liechte’ – Konfessionalisierung der Sprache in Konversionsschriften des konfessionellen Zeitalters? S. 221
Baibach, Anna:
  “Hier ruhen wir in dieser Grufft, biß Unser Herr uns zu sich rufft.” -
Grabinschriften der Frühen Neuzeit als Spiegel sprachlicher Konfessionalisierung. Das Beispiel der Stadt Augsburg
S. 239

Rezensionen

  • Wich-Reif, Claudia (2013): Rezension von: Stephan Elspaß / Michaela Negele (Hgg.): Sprachvariation und Sprachwandel in der Stadt der Frühen Neuzeit. In: Beiträge zur Namenforschung 48.1. Heidelberg: Winter. S. 126-128.
  • Schröder, Ingrid (2012): Rezension von: Stephan Elspaß / Michaela Negele (Hg.): Sprachvariation und Sprachwandel in der Stadt der Frühen Neuzeit (Sprache – Literatur und Geschichte. Studien zur Linguistik/Germanistik. 38). In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 79.2. Stuttgart: Steiner. S. 203-205. Text