Studien zur deutschen Grammatik

Band 51:
Bittner, Andreas: Starke ‘schwache’ Verben – schwache ‘starke’ Verben. Deutsche Verbflexion und Natürlichkeit. XIV/226 S. - Tübingen: Stauffenburg, 1996.
ISBN: 3-86057-441-8

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[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QA 2289

Die Verbflexion fungiert in den meisten Standardwerken zur deutschen Grammatik als oft und gern zelebriertes Paradebeispiel, mit dem die vermeintliche Zufälligkeit des Aufbaus einzelsprachlicher morphologischer Systeme demonstriert werden soll. Im Gegensatz dazu wird hier der Versuch unternommen, zu zeigen, daß die Struktur von Flexionsparadigmen, somit die Zugehörigkeit von Wörtern zu deren -klassen, durch universelle Natürlichkeitsprinzipien geregelt, also weitgehend motiviert und nicht arbiträr ist.
Die bekannten Fakten der deutschen Verbflexion wurden mit Hilfe des Instrumentariums der natürlichen Morphologie neu analysiert, um die bisher vernachlässigten wesentlichen strukturellen Zusammenhänge zwischen ihnen deutlich zu machen, ein der Faktenlage gerecht werdendes Klassifikationsmodell darzustellen und Veränderungsprozesse erklären, einordnen bzw. prognostizieren zu können.
Die nahezu ausschließlich morphologiezentrierte Analyse der diachronen Entwicklung vom Germ. bis zum Nhd. bestätigt ein funktionales Konzept der Flexionsklasse, das ihre Rolle als Organisationsinstrument von Flexionssystemen fusionierend – reflektierender Sprachen herausarbeitet. Dem liegen spezifische implikative Paradigmenstrukturbestimmungen zugrunde, die sich als zentrales Prinzip paradigmatischer Strukturbildung und Organisation und damit als Hauptpunkt der gesamten Untersuchung erweisen. Das skizzierte Konzept ist eingebettet in ein Modell der Interaktion morphologischer Natürlichkeitsprinzipien, in dem bspw. auch Suppletion innerhalb eines spezifischen Bereichs als Form von Natürlichkeit dargestellt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

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0.   Einleitung S. 1
1.   Theoretische Grundlagen S. 4
2.   Das neuhochdeutsche Verbsystem S. 54
3.   Diachrone Entwicklung des deutschen Verbsystems S. 113
4.   Paradigmenstrukturbedingungen und Markiertheit S. 175
5.   Fazit S. 195
 
Literatur S. 211

Rezensionen

  • Sommerfeldt, Karl-Ernst (1999): Rezension von: Andreas Bittner: Starke »schwache« Verben und schwache »starke« Verben. In: Muttersprache 2/109. Wiesbaden: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). S. 184-185.
  • Riecke, Jörg (1997): Rezension von: Andreas Bittner: Starke ›schwache‹ Verben – ›schwache‹ starke Verben. Deutsche Verbflexion und Natürlichkeit. (Studien zur deutschen Grammatik 51). In: Info DaF 24.2/3. München: iudicium. S. 205-208. Text