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Reihe Germanistische Linguistik

Band 214:
Ortner, Hanspeter: Schreiben und Denken. VII/636 S. - Tübingen: Niemeyer, 2000.
ISBN: 3-484-31214-9
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QF 945
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / New York: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-094331-3

Schwierige Aufgaben und lange Texte zwingen Schreibende zu strategischem Verhalten. In dieser Arbeit geht es um die Strategien erwachsener Schreiber, wenn sie Langtexte verfassen; wenn sie denkend schreiben, wenn sie – schreibend – Wissen be-, ver- und erarbeiten, also nicht nur Wissen reproduzieren. Was in knochendürrenWorten auch heißt: wenn sie epistemisch-heuristisch tätig sind. Allen Schreibern stehen dafür dieselben Möglichkeiten zu Gebote. Doch sie nutzen sie nicht alle gleich. Den Schreiber oder die Schreiberin gibt es nicht! Je umfangreicher die Texte sind und je schwieriger die Aufgabe ist, um so mehr differiert die Art, wie jemand schreibend denkt; um so stärker wird die Handlungsform "Schreiben" individuell gestaltet und um so intensiver und differenzierter werden die Sprache als Medium des Denkens und das Schreiben als Möglichkeit für ein vielfach zerlegendes Handeln genutzt. Trotz aller Individualität bei der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Schreiben lassen sich aber Gemeinsamkeiten des Vorgehens erkennen und als Schreibstrategien von Schreibertypen darstellen.

Zehn Schreibertypen sind es, die in diesem Buch präsentiert werden. Für die Typologie wurden ca. 6000 Aussagen von Schreibenden, professionellen wie studentischen, ausgewertet. Und es wurde ein Beschreibungsansatz entwickelt, der vor allem auf gestaltpsychologische Überlegungen zurückgreift und sich vom klassischen Schreibmodell deutlich unterscheidet.

Inhaltsverzeichnis

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Vorwort und Danksagung S. VII
I. Der Gegenstand der Abhandlung: das wissenschaffende Schreiben
1.   Merkmale des Wissen schaffenden Schreibens (= des Denkens mit den Schreibwerkzeugen) S. 4
II. Kritisches, Methodisches und Vorbereitendes
1.   Defizite: die verschlafene Revolution, der Schreiber in der Geiselhaft der Theoretiker S. 94
2.   Folgen des Defizits: Karikaturen statt Personen; das Strichmännchen/-fräulein in der Schreibtheorie S. 97
3.   Ursachen für das Defizit: Unzulässige Verallgemeinerungen S. 108
4.   Verhaltensbeschreibungen – die Basis für die Beseitigung des Defizits S. 110
5.   Die Bearbeitung der Materialbasis: Behandlungsplan S. 120
III. Grundbegriffe für die Analyse von Schreibstrategien. Oder: Wie man Textproduktion auch beschreiben kann. Eine Andeutung
1.   Objektivierung S. 128
2.   Punkte und Linien. Die entfaltete sprachliche Diskursivität S. 132
3.   Texte als Sinn- und Wahrnehmungsgestalten S. 143
4.   Aktivposten bei der Gestaltbildung und in der Parallelaktion S. 224
5.   Prozeßzerlegendes Schreiben. Schritte und Schrittfolgen statt Ganzhandlungen S. 283
IV. Schreibstrategien
1.   Schreibertypen oder Schreibstrategien? S. 346
2.   Schreibstrategie 1: (Scheinbar) nicht-zerlegendes Schreiben. Schreiben in einem Zug, Schreiben im Stil der pensée parlée, écriture automatique. Typ des Aus-dem-Bauch-heraus-(=Flow-)Schreibers S. 356
3.   Aktivitätszerlegendes Schreiben. Schreiben als organisierte, gezielt bewirtschaftete Parallelaktion, schrittweise vorgehend. Schreiben auch als Zusammenorganisation von mehreren Objektivationen S. 379
V. Ausleitung
S. 565
 
Literaturverzeichnis S. 571
Sachregister S. 615
Personenregister S. 625

Rezensionen

  • Portmann-Tselikas, Paul R. (2002): Rezension von: Hanspeter Ortner: Schreiben und Denken. In: Deutsch als Fremdsprache 39.2. Zeitschrift zur Theorie und Praxis des Deutschunterrichts für Ausländer. München/Berlin: Langenscheidt. S. 123-125.