Germanistische Linguistik - Monographien

Band 32:
Christiansen, Mads: Von der Phonologie in die Morphologie. Diachrone Studien zur Präposition-Artikel-Enklise im Deutschen. IX/176 S. - Hildesheim / Zürich / New York: Olms, 2016.
ISBN: 978-3-487-15400-8

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[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QE 1138

Diese Arbeit behandelt aus einer diachronen Perspektive die Präposition-Artikel-Enklise im Deutschen ('am', 'ins', 'unterm' usw.). Dies geschieht auf der Grundlage eines aus mittelhochdeutschen und frühneuhochdeutschen Prosaquellen bestehenden Korpus. Zu den zentralen Ergebnissen der Studie gehört die Feststellung, dass sich die Steuerungsmechanismen des Phänomens im Laufe der Zeit grundlegend gewandelt haben. In der Frühphase der Klitisierung beschränkt sich das Verschmelzungsinventar noch vorwiegend auf die Präposition 'ze', die ohne morphologisch-kategoriale Restriktionen mit allen dativischen Artikelformen – hierunter dem Pluralartikel – fusioniert. Der Beginn des Frühneuhochdeutschen stellt eine Zäsur in der Geschichte der Verschmelzungen dar, weil es zu einer markanten tokenfrequenziellen Zunahme der mittelalterlichen Entsprechungen der im modernen Deutsch am stärksten grammatikalisierten Formtypen ('am', 'beim','im', 'vom', 'zum', 'zur') kommt. Während die Frühphase vorwiegend einer phonologischen Steuerung unterliegt, zeichnet sich die neue Verschmelzungsschicht durch einen hohen Grad an morphologisch-kategorialer Festlegung aus. Sie beschränkt sich beinahe gänzlich auf die (reduzierte) Artikelform 'dëm(e)' (Dat.Sg.M./N.). Bei diesem Prozess handelt es sich um eine wesentliche Umstrukturierung des Systems der Verschmelzungsformen.

Inhaltsverzeichnis

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1.   Einleitung S. 1
2.   Theoretische Grundlage: Prinzipien der Grammatikalisierung S. 7
3.   Zum Stand der Forschung S. 23
4.   Die Grammatikalisierungsquellen S. 53
5.   Methodische und empirische Grundlage S. 65
6.   Diachrone Untersuchung S. 77
7.   Zusammenfassung S. 127
8.   Bibliografie S. 135
9.   Anhang S. 169
10.   English summary S. 175

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