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An einigen Stellen wurde schon auf den mehrperspektivischen Ansatz, der der GDS und damit auch GRAMMIS zugrundeliegt, hingewiesen (vgl. dazu ausführlicher Hoffmann 1998, Strecker 1995, Strecker 2001 und Zifonun (Hrsg.) 1986) und. Die Integration von funktionaler und hierarchisch-kompositionaler Beschreibung ist ein Grundprinzip der GDS.
a) In der funktionsdominierten Perspektive wird ausgegangen von elementaren Funktionen und gefragt, welche sprachlichen Mittel dafür ausgebildet sind; dazu gibt es in der GDS ein eigenes Kapitel. Da Funktionen nichts naturgegebenes sind, beschränkt sich die GDS auf solche, für die auch spezifische Formen entwickelt sind, wie etwa Sachverhalte entwerfen, Gegenstände charakterisieren, Sachverhalte thematisch fortführen, Kontexspezifizierungen räumlicher, zeitlicher, kausaler etc. Art liefern. Für diese Funktionen sind auch terminologische Festlegungen getroffen worden.
b) Unter der formdominierten Perspektive wird von Sprachmitteln und Konstruktionstypen ausgegangen und nach dem funktionalen Erklärungszusammenhang gefragt, in den diese einzuordnen sind. D.h. das Ensemble sprachlicher Formen wird erklärt durch die kommunikativen Aufgaben im Handlungszusammenhang.
Die Perspektiven sind komplementär und untereinander vermittelt; die Maxime war: keine isolierte Formbetrachtung, keine unvermittelten Funktionsprinzipien. Die funktionalen Kategorien werden in Bezug gestellt zu formalen Kategorisierungen, ohne dass dabei eine 1:1-Relation insinuiert werden soll. Als Beispiel sei hier die kontrastive Beschreibung von Präteritum und Perfekt (hier genannt Präsensperfekt) angeführt. Deren unterschiedliche Funktionen werden zunächst unter Berücksichtigung des Kontexts beschrieben. Eine nach formalen wie kontextuellen Faktoren differenzierte detaillierte Analyse (Aktionsart, Register, phonetische Kriterien, regionale Varietät, Textsortentypik) kann dann den Kontextbereich, in dem Präteritum und Perfekt synonym verwendet werden, von dem Bereich differenzieren, in dem die unterschiedlichen Funktionen zum Tragen kommen.
Der mehrfache Angang der GDS hat zur Folge, dass ein Phänomen an mehreren Stellen behandelt wird. Was in der GDS mit einer gewissen Nutzerunfreundlichkeit erkauft wird, kann dann in GRAMMIS mit den Mitteln des Hypertexts einfach vernetzt werden.
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Auch das Handbuch der Konnektoren (HDK) ist dem Prinzip der Form-Funktionsvermittlung verpflichtet. Die Gegenstandskonstitution weicht von der traditionellen Wortarteinteilung ab und baut auf eine quer dazu liegende, funktionale Klassenbildung. Als "satzverknüpfende Einheiten" fassen wir die traditionellen neben- und unterordnenden Konjunktionen mit den semantisch zweistelligen Adverbien und Partikeln zusammen. Diese werden dann wiederum nach den formalen Kriterien Stellung, Konnektreihenfolge und Konnektformat in syntaktische Subklassen (die teilweise erheblich von der Tradition abweichen), und kreuzklassifikatorisch in semantische Subklassen oder -felder gegliedert. In der Beschreibung der Konnektorensemantik, der nun seit kurzem der zweite Projektabschnitt gewidmet ist, gehen wir nach Möglichkeit den bedeutungsminimalistischen Weg, wie er für während erläutert wurde. Auch die spezifische textuelle Dimension der Kohärenzbildung soll berücksichtigt und in GRAMMIS auch anhand von "konnexionsfreudigen" Texten illustriert werden.
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Es sollte deutlich geworden sein, dass die grammatiktheoretischen und methodischen Neuorientierungen des DaF-Unterrichts im Zusammenhang mit Erkenntnissen aus der Spracherwerbsforschung vom Lehrer keineswegs geringere, sondern ganz im Gegenteil systematischere und auch andere als die traditionell schulgrammatischen Kenntnisse fordern. Natürlich muss jeder Lehrer für sich selbst entscheiden, ob er Nachholbedarf, Wissenslücken oder einfach Interesse an neuen Zusammenhängen hat. Über die individuelle Erkenntnis hinaus sollte ein solcher "Mehrbedarf an Grammatik für Lehrer" sich aber auch im insitutionellen Rahmen der DaF-Lehrer-Ausbildung und -Fortbildung sehr viel stärker niederschlagen als dies derzeit der Fall ist. Und vielleicht könnte GRAMMIS ja dazu einen Beitrag leisten.
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