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Studien zur Deutschen Sprache

Forschungen des Instituts für Deutsche Sprache

Band 51:
Cindark, Ibrahim: Migration, Sprache und Rassismus. Der kommunikative Sozialstil der Mannheimer "Unmündigen" als Fallstudie für die "emanzipatorischen Migranten". 283 S. - Tübingen: Narr, 2010.
ISBN: 978-3-8233-6518-1, Preis: 72,00 €
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. MG 5205

→ Ibrahim Cindark:
Veröffentlichungen | Profil

In der vorliegenden Arbeit wird mit ethnografischen, gesprächsanalytischen und gesprächsrhetorischen Methoden der kommunikative Sozialstil der "emanzipatorischen Migranten" untersucht. Ein wesentliches Kennzeichen dieses Milieus von Migranten der zweiten Generation ist, dass seine Akteure offensiv und provokativ mit Rassismen umgehen und sich nicht ethnisch (als "Türken", "Italiener", "Griechen" etc.) definieren. Des Weiteren betrachten sie – neben der dominanten Verwendung des Deutschen als gruppeninterner Kommunikationssprache – (deutschtürkisches) Code-switching und Code-mixing als wichtigen Ausdruck ihrer migrantischen Identität. Da Potenziale und Konturen von Stilen erst im Kontrast eindeutig hervortreten, werden diese Befunde mit der kommunikativen Praxis einer anderen Sozialwelt von Migranten der zweiten Generation verglichen, derjenigen der "akademischen Europatürken". Hierbei zeigt sich, dass dieses sich ethnisch und als "Elite" der türkischen Migranten definierende Milieu moderat auf Diskriminierungen reagiert und deutsch-türkische Sprachvariation als Ausdruck von "Halbsprachigkeit" ablehnt.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Kapitel 1

Inhaltsverzeichnis

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Vorwort S. 9
 
1.   Einleitung S. 11
2.   Das Forschungsprogramm: Die kommunikative Sozialstilistik S. 15
3.   Deutschland als Einwanderungsland und Sozialwelten von Migranten aus der Türkei S. 51
4.   Die Ethnografie der “Unmündigen” S. 101
5.   Zugang bzw. Aufenthalt im Feld und die Datengrundlage S. 125
6.   Der emanzipatorische Stil S. 127
7.   Sprachwahl und -variation als sozialstilistische Ausdrucksebene S. 193
8.   Schluss S. 239
9.   Literatur S. 243
10.   Transkriptionskonventionen S. 269
11.   Anhang S. 271