OPAL

Online publizierte Arbeiten zur Linguistik

Nummer 1/2018:
Schmitt, Reinhold: Augenblicks-Kommunikation: Mikrostruktur und soziale Implikativität einer kommunikativen Minimalform. 138 S. - Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2018.
ISSN: 1860-9422, doi:10.14618/opal_01-2018

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Die hier vorgelegte Studie ist das empirisch-konstitutionsanalytische Ergebnis einer multimodal-interaktionsanalytischen Beschäftigung mit einem bestimmten Typ kommunikativer Minimalform. Es handelt sich um den nur wenige Sekunden dauernden und oftmals nur blicklich-mimisch-körperlich konstituierten sozialen Austausch von Passanten, die an einem Fenster vorbeigehen und dabei in das Zimmer blicken, an dem eine Person an einem Tisch sitzt, die seinerseits die Hereinblickenden anschaut und somit eine Situation der Wahrnehmungswahrnehmung etabliert.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die detaillierte Analyse motiviert ausgewählter Fälle aus einem umfangreichen Korpus. Die Fallanalysen dienen dem Nachweis der konstitutiven Bausteine der kommunikativen Minimalform und der Systematik des Beteiligtenverhaltens über eine Vielzahl unterschiedlicher Konstellationen hinweg. Basierend auf der fallanalytisch produzierten empirischen Evidenz und Rekurrenz interaktionsstruktureller und sozial-implikativer Konstituenten des dokumentierten Interaktionsereignisses wird es möglich, die Relevanz der interaktionsanalytischen Beschäftigung mit kommunikativen Minimalformen als relevante Untersuchungsgegenstände deutlich zu machen.

Inhaltsverzeichnis

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0.   Eine Vorbemerkung S. 3
1.   Kommunikative Minimalformen: Ein Desiderat der Interaktionsforschung S. 4
2.   Augenblicks-Kommunikation: Ein Beispiel S. 9
3.   Ein methodologischer Exkurs: Der Inklusionsframe S. 14
4.   Die Gitterstäbe des Fensters S. 19
5.   Konzeptrelevante Implikationen der Begriffsbildung S. 21
6.   Augenblicks-Kommunikation und Sequenzkonstitution S. 22
7.   Das Fenster aus interaktionsarchitektonischer Sicht S. 26
8.   Das “fallspezifische” Fenster S. 28
9.   Sozialtopografische Implikationen des Fensters S. 32
10.   Der “kommentierte Gang”: Rekonstruktion wahrnehmungsrelevanter Vorgängigkeit S. 34
11.   Das Fenster-Korpus S. 38
12.   Das fallanalytische Erkenntnisinteresse S. 43
13.   Einzelpersonen S. 45
14.   Paare S. 55
15.   Kinder S. 108
16.   Resümee S. 123
17.   Ausblick S. 132
 
Literatur S. 134