Stauffenburg Linguistik

Band 52:
Vogt, Rüdiger (Hrsg.): Erklären. Gesprächsanalytische und fachdidaktische Perspektiven. 218 S. - Tübingen: Stauffenburg, 2016, 2. Auflage.
ISBN: 978-3-86057-190-3

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[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. MA 2400

"Erklären" ist eine der zentralen Kompetenzen von Lehrpersonen, denn es geht im Unterricht im Wesentlichen darum, die fachlichen Wissensbestände von Schülerinnen und Schülern zu erweitern bzw. zu differenzieren. Die zuständige Lehrperson als Agent der Institution Schule verfügt nicht nur über ein entsprechendes Fachwissen, sondern auch über methodische Konzepte, wie sie diese Vermittlungsprozesse in der Unterrichtsinteraktion organisiert. Im Vollzug des Unterrichts lässt sich beobachten, wie die Beteiligten die fachlichen Inhalte in der Konstellation Wissender – Nicht-Wissende interaktiv entwickeln, und zwar im Rahmen der Möglichkeiten und Grenzen unterrichtlicher Kommunikation. Dies ist eine Schnittstelle zwischen Fachdidaktik und empirischer Gesprächsforschung: Während die Fachdidaktik konzeptionell für die Auswahl sowohl der relevanten Wissensbestände als auch der (fach-)spezifi­schen Methoden zuständig ist, kann die Gesprächsforschung mit der Fokussierung des konkreten sprachlichen Handelns der Beteiligten im Unterricht in einer unabhängigen Perspektive einen Beitrag zu einer differenzierten Wahrnehmung des Unterrichtsprozesses leisten.

Zunächst werden in sprachwissenschaftlich fundierte Beiträgen Konzepte von "Erklären" entwickelt, die die zentralen Funktionen und charakteristischen Typen herausarbeiten. Im zweiten Teil folgen dann Beiträge, die in gesprächsanalytischer Perspektive anhand von Transkriptionen die Unterrichtsrealität empirisch rekonstruiert. Daneben stehen Beiträge, die aus fachdidaktischer Perspektive die Realisierung von Erklärprozessen thematisieren. Dabei wird deutlich, dass die spezifischen Anforderungen in den einzelnen Fächern differenzierte Vermittlungsstrategien erfordern. Insgesamt zeigen die Beiträge, welche Probleme und Potentiale sich bei der unterrichtlichen Realisierung von Erklärprozessen ergeben und welche Entwicklungsmöglichkeiten es bei der Verbesserung von Unterricht geben kann.

"Explain" is one of the central competence of teaching staffs, because it is a matter in the lessons in the essentials of extending the technical knowledge supplies of pupils or of differentiating. The responsible teaching person as an agent of the institution School orders not only of a suitable specialist knowledge, but also of methodical concepts how she organises these mediation processes in the teaching interaction. In the implemantation of the lessons can be observed, like the partners the technical contents in the constellation of knowing – non-knowing interactively develop, namely within the scope of the possibilities and borders of communication in a lesson. This is an interface between professional didactics and empiric conversation research: While the professional didactics is responsible conceptual for the choice the relevant knowledge supplies as well as the (field) specified methods, the conversation research with the focusing of the concrete linguistic action of the partners in the lessons in an independent perspective can make a contribution to a differentiated perception of the teaching process.

First there are developed in linguistic perspective contributions by "explaining" which work out the central functions and typical types. Then in the second part follow the contributions which in conversation-analytic perspective on the basis of transcriptions the teaching reality reconstructs empirically. Besides there stand the contributions which pick out as a central theme the realisation of processes of explanation from specialised didactic perspective. Besides, it becomes clear that the specific demands require differentiated mediation strategies in the special fields. All together point the contributions which problems and potentials arise by the realisation of processes of explanation and which developing possibilities there can be with the improvement of lessons.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort S. 7
 
Ehlich, Konrad:
  Erklären verstehen – Erklären und Verstehen S. 11
Klein, Josef:
  ERKLÄREN-WAS, ERKLÄREN-WIE, ERKLÄREN-WARUM
Typologie und Komplexität zentraler Akte der Welterschließung
S. 25
Hohenstein, Claudia:
  Interkulturelle Aspekte des Erklärens S. 37
Berkemeier, Anne:
  “Wissen macht Ah!”
SchülerInnen erklären SchülerInnen Orthographieregeln medial
S. 57
Lorenzen, Jule-Marie:
  Powerpoint-Präsentationen in der Schule aus soziologischer Perspektive S. 67
Josefy, Almuth:
  Erklärprozesse im Fach Englisch
Zur Vermittlung grammatischer Inhalte in der Sekundarstufe
S. 79
Kessler, Jörg-U.:
  Englischdidaktik in “Erklärungsnot”
Implizites und explizites Wissen und die Rolle der Bewusstmachung im schulischen Englischerwerb
S. 93
Koole, Tom:
  Erklären in der Mathematikklasse
Eine angewandte Konversationsanalyse
S. 109
Schmidt-Thieme, Barbara:
  “Definition, Satz, Beweis”
Erklärgewohnheiten im Fach Mathematik
S. 123
Spreckels, Janet / Trojahn, Tanja:
  “n objekt is also des is SCHWER zu erklären”
Eine empirische Untersuchung von Erklärungen im Grammatikunterricht
S. 133
Harren, Inga:
  Formen von Begriffsarbeit – wie im Unterrichtsgespräch Inhalte und Fachtermini verknüpft werden S. 151
Wenzel, Birgit:
  Geschichte erklären S. 169
Friedrich, Georg:
  Erklären von sportmotorischen Bewegungen als Gegenstand systematischer Unterrichtsanalyse und Indikator unterrichtlicher Kompetenzentwicklung S. 189
Vogt, Rüdiger:
  Die Organisation von Erklärprozessen im Unterricht S. 203
 
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren S. 227