Sprache - Literatur und Geschichte

Studien zur Linguistik / Germanistik

Band 42:
Hünecke, Rainer / Jakob, Karlheinz (Hrsg.): Die obersächsische Sprachlandschaft in Geschichte und Gegenwart. 361 S. - Heidelberg: Winter, 2012.
ISBN: 978-3-8253-5973-7

Dieser Band ist im IDS verfügbar:

[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QE 1054

Die sprachliche Variation im obersächsischen Sprachraum wurde von der modernen dialektologischen Forschung bisher nur wenig thematisiert. Empirische Untersuchungen dieses Varietätenraumes sind ein Forschungsdesiderat. Mit dem hier vorliegenden Sammelband liegen nun neue Forschungsansätze vor. Die maßgeblichen Vertreter der modernen Dialektologie konnten für diese Aufgabe gewonnen werden. Entstanden ist ein Kompendium moderner Forschungsperspektiven, die für weitere Forschungen zum Obersächsischen, aber auch zu anderen Sprachlandschaften des deutschen Sprachraumes eine theoretische Basis bilden. Die Studien reflektieren die thematische und methodische Breite moderner sprachhistorischer und dialektologischer Forschung. Mit der Fokussierung auf die obersächsische Sprachlandschaft wurde auf das Forschungsdesiderat zum Obersächsischen reagiert.

Mit der Publikation wird eine wichtige identitätsstiftende Problematik thematisiert, die Relevanz auch für die sächsische Kultur- und Bildungspolitik hat. Mit der vorliegenden Publikation werden weitere Forschungen zum obersächsischen Sprachraum vorbereitet.

Inhaltsverzeichnis

Schmid, Hans Ulrich:
  Wie entstand der ostmitteldeutsche Sprachraum?
Ein Über­blick über die Entstehungsgeschichte im 13. – 15. Jahr­hundert und die Bedeutung für das Neuhochdeutsche
S. 9
Hünecke, Rainer:
  Wie sprachen und schrieben die einfachen Leute im 19. Jahrhundert?
Die sächsische Alltagssprache in Bitt- und Beschwerdebriefen
S. 27
Schmidt, Jürgen Erich:
  Warum ist das Obersächsische ein ostmitteldeutscher Dialekt?
Die deutschen Sprachlandschaften in den Dokumentationswerken der Dialektgeographie des 19. bis 21. Jahrhunderts
S. 57
Lameli, Alfred:
  Wo vermutet der Westdeutsche eigentlich die sächsische Sprachlandschaft?
Zur Verortung von Regionalsprache durch linguistische Laien
S. 95
Hünecke, Rainer / Koch, Evelyn / Koch, Xaver:
  Wie hört sich das gegenwärtige Sächsische im Fernsehen an?
Zur aktuellen Sprachsituation im obersächsischen Raum. Ein audiovisuelles Korpus und seine Potenzen
S. 143
Hundt, Markus:
  Warum gibt es eigentlich “beliebte” und “unbeliebte” Dialekte?
Theorien und Methoden der Einstellungsforschung im Bereich der Wahrnehmungsdialektologie
S. 175
Kehrein, Roland:
  Wen man nicht alles für einen Sachsen hält!?
Oder: Zur Aktivierung von Sprachraumkonzepten durch Vorleseaussprache
S. 223
Siebenhaar, Beat:
  Warum glauben wir, dass Dialektsprecher “singen”?
Zur Erforschung der Sprechmelodien in den Dialekten
S. 265
Anders, Christina Ada:
  Wie nehmen die Sachsen ihre Dialekte wahr?
Ein Forschungs­bericht zu den repräsentierten Merkmalen des Sächsischen vom Vogtland bis zur Oberlausitz
S. 289
Spiekermann, Helmut:
  Welche Farbe hat das Sächsische?
Ein Versuch zur Visualisierung von Sprachbewertungen und Dialekt­einschätzungen
S. 315
Porsch, Peter:
  Warum die sächsische Sprache laut einem Gerichtsurteil kein Kündigungsgrund sein darf?
Zu den politischen Dimensionen eines bundesrepublikanischen Sprachkonfliktes
S. 341

Rezensionen

  • Erben, Johannes (2012): Rezension von: Rainer Hünecke / Karlheinz Jakob: Die obersächsische Sprachlandschaft in Geschichte und Gegenwart (Sprache – Literatur und Geschichte. 42). In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 79.2. Stuttgart: Steiner. S. 210-213. Text