Lexicographica: Series Maior

Supplementbände zum Internationalen Jahrbuch für Lexikographie

Band 10:
Wegner, Immo: Frame-Theorie in der Lexikographie. Untersuchungen zur theoretischen Fundierung und computergestützten Anwendung kontextueller Rahmenstrukturen für die lexikographische Repäsentation von Substantiven. VIII/241 S. - Tübingen: Niemeyer, 1985.
ISBN: 3-484-30910-5

Dieser Band ist im IDS verfügbar:

[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QB 1007
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / New York: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-168357-7

Bei der lexikographischen Bedeutungsrepräsentation sind folgende Probleme zu lösen: das Formatproblem, das Materialproblem und das Heuristikproblem. Welche Einheiten in welcher Kombination sind also zur Repräsentation eines Lexems zu verwenden? Welche Bedeutungsrepräsentationen sind aufgrund der formalen und materialen Aussagen semantischer Theorien zu konstruieren? Der modelltheoretische Bedeutungsbegriff erweist sich als material unterbestimmt, während Putnams Stereotypen formal nicht hinreichend geklärt sind. Die lexikographisch angewandten semantischen Theorien und Verfahren, die Wortfeldtheorie (und Varianten von dieser) und die Definitionslehre, legen keine Steuerung der Heuristik nahe, sind nur ex-post anwendbar und beruhen auf psycholinguistisch bzw. progammatisch problematischen Grundannahmen.
Daher ist für die semantische Repräsentation in der Lexikographie eine neue theoretische Grundlage weiter zu entwickeln, die aus der Artificial Intelligence stammt. Nach der Frame-theorie nämlich ist das semantische Wissen in modularen Einheiten, in Frames, organisiert, die die zu Lexemen gehörenden konzeptuellen Strukturen, durch inhaltliche Dimensionenen gegliedert, repräsentieren. Neben einer Untersuchung der Empirizität von Frames ist die Konstruktion einer einheitlichen Menge von Frametypen aus den heterogenen, bislang vorgeschlagenen Frames und deren Varianten erforderlich. Für den Einsatz der Frames wird ein System von Computerprogrammen geschrieben, wodurch das Mengenproblem und das Heuristikproblem gelöst werden.
Eine Diskussion der Resulate anhand einer quantitativen Auswertung und anhand von Beispielframes zeigt die Leistungsfähigkeit der Frame-Theorie in der Lexikographie. Auf der Grundlage dieser Pilotstudie, die eine neue theoretische Basis, die Frame-Theorie, mit dem Computereinsatz für nicht-elementare lexikographische Tätigkeiten verbindet, wird ein neuer Wörterbuchtyp zukünftig realisierbar.

Inhaltsverzeichnis

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0.   Vorwort S. VII
1.   Inhaltsübersicht und Zusammenfassung S. 1
2.   Bedeutungsexplikationen S. 4
3.   Konzepte und Verfahren zur lexikographischen Bedeutungsrepräsentation S. 10
4.   Bedeutungsrepräsentation durch Frames S. 25
5.   Der empirische Gehalt von "Frame" S. 42
6.   Frame-Theorie und lexikalische Semantik S. 46
7.   Ein System von Computerprogrammen zur Frame-Extraktion S. 73
8.   Resultate der Frame-Extraktion S. 128
9.   Abschliessende Bemerkungen S. 143
 
Anhang A: Fortsetzung der Diskussion von Beipielframes S. 145
Anhang B: Lexemliste S. 173
Anmerkungen S. 217
Literatur S. 233