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Germanistische Linguistik - Monographien

Band 16:
Schemann, Hans: Bild – Sprachbild – Weltbild – Phantasiebild… Zur Natur des Bildes und seiner Beziehung zu Wort, Idee und Begriff. 284 S. - Hildesheim / Zürich / New York: Olms, 2005.
ISBN: 3-487-12726-1
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. MA 2270

Die Untersuchungen zum "Bild" reichen inzwischen ins Uferlose: das "Bild" in der Kunst, das "Bild" anthropologisch, das "Bild" als Klischee? … die Bezüge nehmen kein Ende.

Die Auseinandersetzung mit dem "Sprach-Bild" in der vorliegenden Studie geschieht vor allem aus folgenden Überlegungen:

  1. "Bild", "Idee", "Begriff" und "Wort" werden sowohl in der Forschung als auch in vorwissenschaftlichen Betrachtungen nur unzureichend gegeneinander abgegrenzt, verlangen aber nach einer Klärung, will man sich über die Natur der Sprache ernsthaft Rechenschaft geben.
  2. Durch die zunehmend schärfere Trennung von philosophischen und sprachwissenschaftlichen Fragestellungen wird nicht selten gerade das ausgeklammert, worum es heute geht.
  3. Die sich momentan einer großen Beliebtheit erfreuende Kognitionslinguistik unter-sucht zwar weitgehend gleiche oder ähnliche Problematiken, doch durchweg von psychologischen oder physiologischen Ansätzen aus, die zu kurz greifen.

Die Arbeit beabsichtigt also das auszufüllen, was man "eine als schmerzlich empfundene Lücke" nennt.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort S. 1
Α. Analytischer Teil
1.   Der Widerspruch von Einheit und Vielheit im Wort und die Bewegung zum sprachlichen “Ausdruck” im Wort (hin) S. 9
2.   Die Gegenüberstellung von “Begriff” und “Idee” bei Schopenhauer und ihre Relevanz für das Verständnis vom Wort S. 26
3.   Grundlegende Deutungen von “Bild”, “Metapher”, “Wort” durch deutsche und französische Dichter S. 40
4.   Systematisierender Aufriß “des” “Bildes” S. 50
5.   Einige Folgerungen zu “Bild” – “sprechen” – “Sprache” – “Linguistik” S. 65
B. Synthetisch-interpretativer Teil: Darstellung und Analyse exemplarischer Texte zum Bild
1.   Fichte: konkreter Wortschatz – Bild – abstrakter Wortschatz: das Bild und die organologische Sprachauffassung S. 85
2.   Portmann: Ein umfassender, zugleich biologisch-organischer wie auf die Schöpfungen der Phantasie und des Geistes bezogener (dynamischer) Bildbegriff: “Bild” als Apriori zum Verständnis aller wesentlichen Erscheinungen und damit auch als wissenschaftliches Modell;
seine Genese und seine Herrschaft über den Menschen und seine Sprache (Worte)
S. 91
3.   Guardini: Das “Bild vom Bild” – als “Menschenbild”, “Geschichtsbild”, “Kulturbild” und “(christliches) Weltbild” S. 110
4.   Horkheimer/Adorno: Die kapitalistisch-zivilisatorische, auf Disziplinierung ausgerichtete und auf die Verfolgung eigener Zwecke verengte “ratio” und das “Bild” einer krankhaften Phantasie: das Projektionsbild des (egozentrischen) Ichs als (egotistische) Reduktion des Weltbilds S. 120
5.   Goldschmidt: Das psychoanalytische Sprachbild Freuds: die sexuell vermittelte “Grundsprache” in den Einzelsprachen – sexuelle Bilder als Filter der “Grundsprache” S. 128
6.   6. Armstrong/Stokoe/Wilcox: “Gesture and the Motor of Language”: Anschaulich vermittelte Strukturen und Funktionen als Modelle der kognitiven Linguistik S. 136
7.   Allison: Die “Differance” der Übersetzung: Die Entideologisierung des Bildverweises oder der “Entwurf des Daseins” als “Auslegung der Welt” (im Anschluß an Heidegger und Derrida) S. 139
C. Auswertend-konstruktiver Teil
1.   Die Schwerpunkte der dargestellten Bild-Konzeptionen im Vergleich S. 147
2.   “Bild” = “Seh-Ding” – “Gemälde” – “Vorstellung”? (Überlegungen im Anschluß an R. Brandt, “Die Wirklichkeit des Bildes. Sehen und Erkennen – Vom Spiel zum Kunstbild”) S. 151
3.   Zur Metaphysik des Bildes und der Idee S. 164
 
Anhang: Text-Auswahl zu Teil Β S. 199
Bibliographie S. 271

Rezensionen

  • Kiefer, Karl-Hubert (2007): Rezension von: Hans Schemann: Bild – Sprachbild – Weltbild – Phantasiebild. Zur Natur des Bildes und seiner Beziehung zu Wort, Idee und Begriff. (Germanistische Linguistik Monographien 16). In: Info DaF 34.2/3. München: iudicium. S. 300-302. Text