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Duisburger Arbeiten zur Sprach- und Kulturwissenschaft

Band 41:
Haarmann, Harald: Die Kleinsprachen der Welt – Existenzbedrohung und Überlebenschancen. Eine umfassende Dokumentation. 249 S. - Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Bruxelles / New York / Oxford / Wien: Lang, 2001.
ISBN: 3-631-37173-X
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. M 2155

Die Gefährdung von Kleinsprachen ist eine Thematik, die über den engeren fachlichen Rahmen der soziolinguistischen Forschung hinaus immer größere Aufmerksamkeit auch in der Diskussion über Menschenrechte, insbesondere über die kulturellen wie politischen Rechte von Kleinvölkern findet. Angesichts der Aktualität der Existenzbedrohung vieler ethnischer Gruppen und ihrer Sprachen ist es verwunderlich, dass bisher eine Gesamtdokumentation über diese Ethnosprachen, die es in allen Regionen der Welt gibt, ein Desiderat geblieben ist.
Dies ist die erste umfassende Dokumentation ihrer Art, in der die ökologischen Existenzbedingungen kleiner Sprachen auf der Basis umfangreichen Datenmaterials untersucht werden. Die Zahl der Kleinsprachen der Welt, die nurmehr von jeweils 1.000 oder weniger Sprechern gesprochen werden, beläuft sich auf fast 2.000. Viele dieser Sprachen sind gefährdet und vom Aussterben bedroht. Andere wiederum sind trotz ihrer geringen Sprecherzahl relativ resistent gegen Assimilationsprozesse. Die Bedingungen der Existenzbedrohung und mögliche Überlebenschancen auszuloten, ist Aufgabe dieser Studie.

Inhaltsverzeichnis

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Einleitung S. 13
A. Kleinsprachen, ihre Verbreitung in den Großregionen der Welt und ihre ökologischen Existenzbedingungen
Kleinsprachen in ihrer Umwelt S. 22
Typ 1: Existenzbedingungen, die die Vitalität von Kleinsprachen fördern S. 24
Typ 2: Ökologische Bedingungen, die das Aussterben von Kleinsprachen bedingen S. 29
Typ 3: Region mit unterschiedlichen lokalen Kontaktbedingungen für Kleinsprachen S. 36
Typ 4: Kleinsprachen als Objekte sprachplanerischen Dirigismus S. 39
Typ 5: Staatswesen, in denen Kleinsprachen kulturelle und politische Autonomierechte besitzen S. 49
B. Kleinsprachen im Spannungsfeld von Spracherhaltung, Sprachwechsel und Sprachentod
1.   Eine Typologie des Sprachentodes S. 53
2.   Chaos und die Rolle des Zufalls im Prozeß des Sprachentodes S. 59
Exkurs: Zur Desintegration des Ischorischen, einer Kleinsprache unter dem Druck des Russischen S. 62
C. Kleinsprachen und Kulturmilieu in der Periode globalen ökologischen Umbruchs
1.   Globalisierung und Wissensgesellschaft S. 65
2.   Projekte zur Förderung von Kleinsprachen: Realistische Planungsperspektiven oder Sisyphos-Arbeit? S. 70
3.   Literalität, Schrifttum und Schulausbildung S. 82
4.   Abhängigkeiten von Regionalwirtschaft und Lokalkultur S. 85
 
Die Kleinsprachen der Welt S. 90
Dokumentation S. 90
Länderindex S. 175
Index der Sprachfamilien S. 189
Bibliographie S. 203
Karten, Tabellen, Übersichten S. 211