Netiquette für die schule.*-Newsgruppen


Newsheader

From: arno@yaps.rhein.de (Arno Eigenwillig)
Newsgroups: schule.org
Subject: <1996-05-19> Die Netiquette fuer schule.*
Date: 19 May 1996 22:00:00 +0200
Organization: Yet Another Private Site in Meckenheim, Germany
Message-ID: 

Last-modified: 19 May 1996
Posting-Frequency: monthly
Archive-Name: schule/netiquette

Netiquette für die schule.*-Newsgroups

INHALT

  1. EINLEITUNG
    1. Vorwort
    2. Verfügbarkeit
    3. Änderungen
  2. GRUNDLAGEN
    1. Technische Grundlagen
    2. Soziale Grundlagen
    3. Terminologie
  3. INHALTLICHE GESTALTUNG VON ARTIKELN
    1. Da ist ein Mensch auf der anderen Seite!
    2. Das Netz als Wissensressource
    3. Deine Artikel sprechen für Dich
    4. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus
    5. Die besonderen Umstände von schule.*
    6. Wenn es zu spät ist...
    7. Artikellänge
    8. Du oder Sie?
  4. AUSWAHL DER RICHTIGEN NEWSGROUP
    1. Auswahlkriterien
    2. Die Newsgroups von schule.*
    3. Crosspostings, Followup-To:
    4. Testnewsgroups
  5. FORMALE GESTALTUNG VON ARTIKELN
    1. Ortho- und Typographie
    2. Zeilenlänge
    3. Umlaute und andere Non-ASCII-Zeichen
    4. rot13 und die control-L-Konvention
    5. Die Auswahl eines Betreffs
    6. Echte Namen, bitte
  6. BESONDERHEITEN BEI FOLLOWUPS
    1. Die Anpassung des Subjects
    2. Zitieren, aber richtig
    3. Antworten per Mail
    4. Die Methode der Zusammenfassung
    5. Keep cool
  7. UNERWÜNSCHTES
    1. Kommerzielles
    2. Große Artikel in Diskussionsgroups
    3. Packen und uuencoden von Texten
    4. Überlange Signatures
    5. Zitate aus E-Mail
  8. ANHANG
    1. Weitere Informationsquellen
    2. Glossar
    3. Danksagungen

1. EINLEITUNG

1.1 VORWORT
Willkommen in den schule.*-Newsgroups!

Dieser Text soll eine Einführung und Netiquette für die Benutzerinnen und Benutzer der schule.*-Newsgroups sein. Aber was ist das, eine Netiquette?

Das Wort ist aus Netz und Etiquette zusammengesetzt, und genau wie die (ungeschriebenen) Regeln der Etiquette des normalen menschlichen Zusammenlebens beschreibt eine Netiquette keine einklagbaren und strafbewehrten Gesetze, sondern nur Regeln der Höflichkeit und des guten Geschmacks.

Entsprechend verhält es sich mit dem Anspruch dieses Textes: Er erzwingt und befiehlt nichts, sondern legt nur nahe (mal mehr und mal weniger nachdrücklich). Es obliegt der Vernunft jedes Einzelnen, daraus Maßstäbe für das eigene Verhalten zu machen.

Ganz unverbindlich ist eine Netiquette aber auch wieder nicht: Manche Teile beschreiben schlicht die Realität, andere Teile entspringen objektiven Notwendigkeiten. Insbesondere aber ist sie ein Leitfaden, wie man möglichst harmonisch mit dem Rest des Netzes zurecht kommt. Hier schließt sich wieder der Kreis zur Etiquette des Alltags: Wer sie vollkommen mißachtet, wird vom Zusammenleben mit seiner Umwelt nicht viel haben.

1.2 VERFÜGBARKEIT
Dieser Text wird am 20. jedes Monats in schule.org gepostet; in schule.allgemein und schule.schueler.forum erscheint ein Hinweisartikel. An Verfügbarkeit per FTP (ASCII), FTP (HTML) und WWW ist gedacht.

Wer neu im Netz ist, kann natürlich nicht wissen, daß es einen Text wie diesen überhaupt gibt. Deshalb werden Systemadministratoren, die neuen Nutzern Zugang geben oder neue Systeme anschließen, gebeten, diesen Text (und vergleichbare Texte für andere Newsgroup-Hierarchien) gleich automatisch mitzuliefern und den neu Angeschlossenen zum Durchlesen anzuhalten.

1.3 ÄNDERUNGEN
Zeilen, die seit dem letzten regulären Posten der Netiquette inhaltlich geändert wurden, sind mit einem Doppelkreuz (#, ASCII Nr. 35) gekennzeichnet. So kann man mit der SUCHEN-Funktion seines Newsreaders oder Textanzeigers schnell herausfinden, was es Neues gibt. Gleichermaßen werden die geänderten Abschnitte im Inhaltsverzeichnis markiert.

2. GRUNDLAGEN

2.1 TECHNISCHE GRUNDLAGEN
Das ODS mit seinen schule.*-Diskussionsforen und alle ähnlichen Netze für öffentliche Nachrichten (Usenet, Z-Netz, FIDO, die anderen Schulnetze) funktionieren im Prinzip gleich.

Gegeben sei eine Menge vereinzelter Computer an Schulen, bei Privatleuten, in Firmen, Forschungseinrichtungen und wo auch immer. Jeder dieser Rechner ist mit der Möglichkeit ausgestattet, mit anderen Rechnern in Verbindung zu treten. Möchte nun ein Benutzer eines dieser Computer den Benutzern aller anderen auf elektronischem Wege etwas mitteilen, müßte - so möchte man meinen - sein Rechner mit jedem anderen Computer einzeln Kontakt aufnehmen und die fragliche Nachricht übermitteln. Das ist offensichtlich nicht sehr effizient, wenn man Tausende oder Hunderttausende von Teilnehmern und ein Vielfaches an Nachrichten hat.

Die bessere Alternative ist es, zwischen den Rechnern ein Netz von Verbindungen zu schaffen. Das heißt, jeder einzelne Computer (Knoten im Netz) hat nur noch zu wenigen Nachbarknoten eine Verbindung (einen Faden, um im Bild des Netzes zu bleiben). Da aber jeder Nachbarrechner wiederum neue Nachbarn hat, an die er hereinkommende Nachrichten weiterverteilt, kann die Nachricht indirekt ans Ziel gelangen, so ähnlich wie sich Klatsch und Tratsch von einem zum nächsten herumsprechen (nur etwas organisierter).

Auf diese Weise kann nun jeder Benutzer an einem Rechner im Netz Nachrichten schreiben, die über kurz oder lang auf jedem anderen Rechner im Netz auftauchen. Im Gegenzug kann er alle Nachrichten lesen, die irgend jemand anders in dieses Netz eingespeist hat und die deswegen früher oder später auf seinem Computer eingetroffen sind.

Nun geben wir diesem Netz noch etwas Struktur: Erstmal verpassen wir jedem Rechner einen eindeutigen Namen. Dann vergeben wir für die Benutzer auf jedem Rechner eindeutige Namen. Jeder Mensch im Netz hat also einen Netznamen (Adresse), bestehend aus Benutzername plus Rechnername. Dadurch wird es möglich, nicht nur allgemeine Nachrichten, sondern auch Nachrichten an einen Einzelnen zu schreiben.

Dann bringen wir etwas Ordnung in den Wust der Nachrichten: Wir teilen das Netz in thematisch unterschiedliche Diskussionsforen ein, und jeder Nachricht wird vom Autor einem bestimmten Forum zugeordnet, sodaß ein Rechner eintreffende Nachrichten in die Foren einsortieren kann, um sie seinem Benutzer übersichtlich, nach Themen geordnet zu präsentieren. Weiterhin versehen wir jede Nachricht mit einem Betreff, dem Absendedatum und der Absenderangabe. All diese Informationen (Absender, Datum, Betreff, Forum u.v.a.m.) bilden den Kopf (Header) der Nachricht, der eigentliche Text bildet ihren Körper (Body).

Das ist - pauschalisiert betrachtet - alles, was die Technik dem Mensch im Netz zur Verfügung stellt. Alles andere ist nur eine Frage der Nutzung dieser Möglichkeiten, und darum geht es auch im Rest dieses Textes.

2.2 SOZIALE GRUNDLAGEN
Aus der in Abschnitt 2.1 beschriebenen Technik ergeben sich gewisse Rahmenbedingungen für das Zusammenleben im Netz:
2.3 TERMINOLOGIE
Wie jeder Bereich menschlichen Schaffens hat auch das Netz seine eigene Fachsprache. Umfangreichere Informationen dazu finden sich in den Abschnitten 8.1 und 8.2. Ein paar Grundbegriffe, die im weiteren Text gebraucht werden, sollen hier schon geklärt werden:

Für die in Abschnitt 2.1 in allgemeinverständlichen Worten umschriebenen Handlungen, Dinge und Abstrakta gibt es exakte Fachbegriffe -- leider aber unterschiedliche und widersprüchliche, je nach dem aus welcher Netzkultur man schöpft:

Begriff  /  Netz  | Usenet     | Z-Netz       | FIDO
------------------+------------+--------------+----------
Nachricht an ei-  | E-Mail,    | PM,          | NM,
nen Benutzer      | Mail       | private Mail | NetMail
------------------+------------+--------------+----------
Forum f. oeffent- | Newsgroup, | Brett        | Echo
liche Nachrichten | Gruppe     |              |
------------------+------------+--------------+----------
Eine Nachricht    | Artikel,   | AM,          | EchoMail
darin             | Posting    | Brettmail    |
------------------+------------+--------------+----------
Eine oeffentliche | Followup   | Reply        | Reply
Antwort darauf    |            |              |
------------------+------------+--------------+----------
Eine private Ant- | Reply      | Reply        | Reply
wort an den Autor |            |              |
------------------+------------+--------------+----------
Gesamtheit der    | News       | -/-          | -/-
oeff. Nachrichten |            |              |
------------------+------------+--------------+----------
Rechner im Netz   | Site, Host | Site, Box    | Node
Keine dieser Terminologien ist richtiger oder falscher als die andere, zu jedem netzkulturellen Kontext gehört eben eine. Allerdings sind viele alteingesessene Netzler ziemlich empfindlich, wenn man Begriffe aus dem falschen Kontext benutzt. Da schule.* als Usenet-Newsgroup-Hierarchie gegründet wurde, werden im Folgenden die Begriffe aus der ersten Spalte verwendet.

Eine Newsgroup-Hierarchie ist übrigens eine Menge von Newsgroups, deren Namen vor dem ersten Punkt alle den gleichen Namensbestandteil haben. Z.B. eben schule.*, wobei der Stern dafür steht: "Setze irgendetwas ein" (Joker).

Je nach dem, mit welcher Netztechnologie Du an schule.* teilnimmst, können die Newsgroupnamen auf Deinem Computer auch anders aussehen, z.B. so: /SCHULE/ALLGEMEIN statt schule.allgemein. Dieser Text folgt der Schreibweise des Usenets.

3. INHALTLICHE GESTALTUNG VON ARTIKELN

3.1 DA IST EIN MENSCH AUF DER ANDEREN SEITE!
Es ist eigentlich offensichtlich, aber man vergißt es leider zu leicht: Auch bei Kommunikation über elektronische Medien hat man es mit einem Menschen aus Fleisch und Blut und mit eigener Persönlichkeit zu tun. Wenn man alleine vor seinem Computer sitzt, ist man leider manchmal enthemmt genug, Dinge zu schreiben, die den Kommunikationspartner verletzen oder beleidigen.

Eine gute Daumenregel ist: Schreibe nichts im Netz, was Du dem anderen nicht auch guten Gewissens ins Gesicht sagen könntest, bzw. was Du nicht guten Gewissens in seiner Gegenwart in der Öffentlichkeit sagen würdest.

Wenn Du über eine Unverschämtheit im Netz sehr verärgert bist, reagiere nicht sofort mit einer noch größeren Unverschämtheit, sondern hol tief Luft, trink eine Tasse Tee, überlege, ob nicht vielleicht ein Mißverständnis vorliegt, dann reagiere gelassen und selbstbewußt.

3.2 DAS NETZ ALS WISSENSRESSOURCE
Das Netz ist in gewisser Weise eine Informationsquelle, aber eine ganz besondere: Es basiert auf der unvergoltenen Hilfsbereitschaft anderer, nämlich derjenigen, die antworten. Wenn man sich dies klar macht, folgt automatisch:

Frage nichts im Netz, was Du genau so gut mit ein bißchen Anstrengung selbst herausfinden könntest.

Wenn Du eine Frage stellst, sei präzise, um Verwirrung beim Leser, Rückfragen und Mißverständnisse zu vermeiden. Denke daran, daß der Leser nicht wissen kann, welchen Computer Du benutzt, wie Du am Netz hängst, wo Du wohnst oder was auch immer für die Antwort wichtig sein könnte.

Je komplexer eine Frage ist, um so geringer ist die Chance, daß sich jemand die Mühe macht, eine ausführliche Antwort zu schreiben. Da liefert ein Besuch der Schulbibliothek oder einer Bücherei in der Regel die besseren Ergebnisse.

Übrigens: Nützlichkeit lebt vom Mitmachen! Das Netz funktioniert als Wissensbasis um so besser, je mehr Leute ihr Wissen beisteuern. Also frag und lies nicht nur, sondern beantworte auch selbst die Fragen anderer.

3.3 DEINE ARTIKEL SPRECHEN FÜR DICH
Die allermeisten Leute im Netz kennen Dich nicht aus der Realität, sondern nur aus Deinen Artikeln. Sie sind der einzige Anhaltspunkt, mit dem man sich eine Meinung über Dich bildet. Ein Artikel, der für persönliche Bekannte nach einem netten Scherz aussieht, stempelt Dich bei Leuten, die Dich nicht kennen, womöglich zum Idioten. Deshalb: Investiere Sorgfalt in Deine Artikel. Das betrifft gerade auch die formale Gestaltung (Abschnitt 5).

Es mag auf den ersten Blick albern und wenig selbstbewußt erscheinen, aber es ist nicht falsch, sich seine Artikel vor dem endgültigen Losschicken noch einmal durchzulesen und ggf. zu korrigieren. Denn der Eindruck, viel unausgegorenes Zeug von sich zu geben, ist noch viel peinlicher.

3.4 VORSICHT MIT HUMOR UND SARKASMUS
Beim normalen Gespräch vermitteln Stimmlage und Mimik viele Informationen, die beim reinen Lesen eines Textes verloren gehen. Deswegen könnte im Netz eine ironische oder sarkastische Bemerkung als absolut ernst mißverstanden werden. Stelle sicher, daß dies nicht passieren kann.

Als Hinweis an den Leser kann man sogenannte Emoticons oder Smileys verwenden. Der Bekannteste ist dieser hier:

 :-)
Er zeigt ein lächelndes Gesicht. Neige Deinen Kopf 90 Grad nach links, falls Du das nicht auf Anhieb erkennst.

Es gibt viele Variationen dieser Smileys, eine einheitliche Interpretation ihrer Bedeutungen aber nicht. Auf jeden Fall deutet ein Smiley etwas in der Art von "Dies war witzig gemeint", "Bitte nicht zu ernst nehmen" oder "Diese Kritik ist ernst, aber nicht böse gemeint" an.

3.5 DIE BESONDEREN UMSTÄNDE VON schule.*
schule.*-Newsgroups sollen einen Inhalt haben, der sie für das Anbieten und den Einsatz an Schulen geeignet macht. Dies verpflichtet alle Teilnehmer an schule.* zumindest moralisch, keine Artikel abzulassen, die dies gefährden.

Bitte halte Dich daran. Sieh davon ab, in schule.* Themen anzureißen, die sich weit außerhalb des allgemeinen gesellschaftlichen Konsenses befinden (sei es im Bezug auf Drogen, Sex, Politik etc.). Irgendwo könnte ein Lehrer, der seiner Schule dieses Medium (was Dir als Teilnehmer ja hoffentlich am Herzen liegt) nähergebracht hat, mit Deinem Artikel als Vorwand von einem Kollegen, Vorgesetzten oder aufgebrachten Eltern damit in die Pfanne gehauen werden. Oder ein jüngerer Schüler könnte auf dumme Ideen gebracht werden. Für brisante Themen gibt es in anderen Newsgroup-Hierarchien (de.*, z-netz.*, das internationale Usenet) genug Foren.

Artikel, die Gesetzesverstöße darstellen, verbieten sich erst recht. Das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Du bist juristisch und in jeder anderen Hinsicht voll verantwortlich für den Inhalt Deiner Artikel!

3.6 WENN ES ZU SPÄT IST...
Falls Dir erst nach dem Posten eines Artikels einfällt, daß Du ihn besser doch nicht geschrieben hättest, muß es noch nicht zu spät sein. Manche Netztechnologien erlauben das nachträgliche Löschen (Canceln) Deiner eigenen Artikel, wenn man schnell genug seine Meinung ändert. Befrage Deinen Systemverwalter zu den Einzelheiten auf Eurem System.

Alternativ kannst Du einem Artikel eine Entschuldigung hinterherschicken (sicherheitshalber vielleicht als Ergänzung zu einem Cancel). Das ist zwar nicht optimal, aber besser als nichts.

3.7 ARTIKELLÄNGE
Die Zeit der meisten Newsleser ist knapp. Deshalb überlegen sie sich in der Regel dreimal, ob sie einen wirklich langen Artikel überhaupt oder zumindest zu Ende lesen. Versuche daher, Dich kurz zu fassen und dennoch präzise zu bleiben. Schließlich ist es in Deinem Sinne, möglichst viele Leser zu erreichen. Vermeide insbesondere, beim Beantworten anderer Nachrichten zu viel von ihnen zu zitieren, vgl. Abschnitt 6.2 für Details.

Hinzu kommt, daß lange Artikel in der Übertragung natürlich teurer sind als kurze. Hier greift die in Abschnitt 2 beschriebene Rücksicht auf das Netz als Ganzes.

3.8 DU ODER SIE?
Traditionell wird im Netz geduzt. Zur Eingewöhnung habe ich mir diese Freiheit für diesen Text schon herausgenommen. ;-) Im schulischen Kontext ist das etwas heikel, weil beispielsweise Lehrer von Schülern stets ein "Sie" erwarten und sich auch Lehrer untereinander nicht zwangsläufig duzen.

Es sollte sich niemand von einem "Du" angegriffen fühlen. Es ist einfach üblich, kein Zeichen von Respektlosigkeit. Die meisten Menschen in den News wären über ein "Sie" sogar ziemlich erstaunt, manchmal sogar verunsichert (weil es ungewohnte Distanz signalisiert).

Wenn Du jemanden aus dem wirklichen Leben kennst und siezt (z. B. Deinen Lehrer oder Vorgesetzten), ist es wohl besser, dies bis auf weiteres auch im Netz beizubehalten. Wenn Du jemanden im Netz kennenlernst, habe ruhig den Mut zum "Du". Nur wenn er Dich weiterhin siezt, solltest Du Dich anpassen, um nicht unhöflich zu wirken.

Hier sind alle Teilnehmer gefragt, das Medium NetNews in ihr soziales Umfeld zu integrieren und dabei mit Feingefühl und Toleranz zu Werke zu gehen.

4. AUSWAHL DER RICHTIGEN NEWSGROUP

4.1 AUSWAHLKRITERIEN
Das Netz ist in verschiedene Themenbereiche, Newsgroups eben, gegliedert. Die Wahl der richtigen Newsgroup fürs Posten eines Artikels ist keine Formsache, sondern ein entscheidender Akt der Höflichkeit gegenüber dem Leser und zur Lesbarhaltung der News. Schließlich hat niemand Zeit, alle Newsgroups zu lesen, sondern die Unterteilung in Newsgroups ist ein wichtiges und nötiges Instrument, genau die Artikel zu finden, die interessieren.

Verschiedene Auswahlkriterien sind:

Man soll eine Newsgroup einige Zeit lang "anlesen", bevor man in sie postet, um sich mit den in ihr herrschenden Gebräuchen bekannt zu machen und nicht Fragen aufzuwerfen, die gerade kurze Zeit vorher beantwortet worden sind.
4.2 DIE NEWSGROUPS VON schule.*
Derzeit gibt es noch keine separat veröffentlichte Liste mit ausführlichen Beschreibungen der schule.*-Newsgroups, jedoch wird die untenstehende Liste einmal im Monat als checkgroups versandt, d. h. in einer Form, die es RFC-Systemen erlaubt, automatisch den Bestand an Gruppen abzugleichen. Sie mag Benutzern und Systemadministratoren als Leitfaden dienen: Es ist sinnvoll, auf einem öffentlichen oder halböffentlichen System schule.* (wie andere Newsgroup-Hierarchien auch) vollständig zu führen, aber keine unexistenten Phantomgruppen, in denen der Transport von Artikeln schon nach einigen Sites versandet, zu haben. Systemadministratoren werden daher gebeten, sich an obiger Liste zu orientieren.
4.3 CROSSPOSTINGS, FOLLOWUP-TO:
Man kann einen Artikel in mehr als eine Gruppe posten, und zwar auf zwei verschiedene Weisen: Multiposting ist eine ausgesprochen schlechte Methode. Da jede Kopie des Artikels technisch einen selbständigen Artikel darstellt, wird der Artikel mehrfach übertragen und auf jedem System mehrfach gespeichert. Außerdem taucht er beim Benutzer mehrmals im Newsreader auf, weil der Newsreader keine Chance hat, einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Exemplaren des Artikels herzustellen. Multipostings verschwenden also Zeit und Geld der anderen Netzteilnehmer. Daher sind sie zu vermeiden.

Crosspostings sind besser; sie haben alle oben dargestellten Nachteile nicht (zwangsläufig). Aber auch sie sind nicht unkritisch: Crosspostings sind selten wirklich notwendig, denn die meisten Fragen treffen nur das Thema einer Newsgroup genau. Wer beispielsweise eine Frage zu einer physikalischen Berechnung hat, postet an schule.natwis. Gleichzeitig noch nach schule.mathe ("Hat doch was mit Rechnen zu tun") und schule.jufo ("Das lesen doch naturwissenschaftlich interessierte Leute") crosszuposten, verkennt die eigentlichen Themen dieser Newsgroups.

Crosspostings über die Grenzen einer Newsgroup-Hierarchie hinweg können zu Irritationen führen, weil in verschiedenen Newsgroup-Hierarchien verschiedene Gepflogenheiten gelten. Dies gilt für schule.* wegen der in Abschnitt 3.5 dargestellten Umstände ganz besonders.

Auf die meisten Artikel gibt es Followups. Damit bei Crosspostings nicht auch noch die nachfolgende Diskussion mehrere Gruppen füllt, sollen Crossposter die Diskussion ueber ihre Artikel in eine einzelne Newsgroup umleiten. Hierzu dient im Usenet der Header Followup-To:, von mancher Software auch Diskussion in oder ähnlich genannt.

Um auch wirklich eine zusammenhängende und nicht über verschiedene Gruppen aufgefaserte Diskussion zu erreichen, sollten Antwortende sich an diese Umleitung halten.

4.4 TEST-NEWSGROUPS
Wenn Du testen möchtest, ob Deine Artikel korrekt in die Welt hinaus gehen, belästige keine normale Newsgroup, sondern nutze eine *.test-Newsgroup. In schule.* ist das schule.test .

Wenn deine Mailadresse korrekt in Deinen Newsartikeln steht, Deine Mailanbindung funktioniert und Dein Artikel korrekt ins Netz gelangt ist, wirst Du dann von verschiedenen Reflektoren im Netz eine Empfangsbestätigung für Deinen Artikel erhalten. Poste keine normalen Artikel in Testgroups, eben wegen dieser im Normalfall nervenden Antworten. Möchtest Du keine Antworten, schreibe "no reply" und "please ignore" in Deinen Testartikel. Es besteht wegen der automatischen Reflektoren normalerweise kein Grund, Artikel in schule.test manuell zu beantworten.

Es gibt bereits viele, gut funktionierende Reflektoren. Nur erfahrene Newsadmins sollten Reflektoren betreiben, da ein verrückt spielender Reflektor große Probleme bereiten kann.

5. FORMALE GESTALTUNG VON ARTIKELN

5.1 ORTHO- UND TYPOGRAPHIE
Es mag besonders für Schüler unglaublich spießig und provokant klingen, aber:

Achte auf ein Mindestmaß an Korrektheit in Rechtschreibung und Zeichensetzung in Deinen Artikeln, und achte auf eine übersichtliche äußere Form. Deinen Artikel lesen vielleicht Tausende von Leuten. Sie alle stolpern über wirre Sätze oder mißlungene Rechtschreibung. Es ist eine Frage der Fairness, Deinen Lesern das Lesen zu erleichtern. Außerdem würde es die Lust der Lesenden erheblich senken, auf Deine Fragen oder Hinweise einzugehen, wenn sie sich erst mühevoll erarbeiten müssen, was Du überhaupt gemeint haben könntest.

Denke bei aus Textzeichen zusammengesetzten Grafiken ("ASCII art") daran, daß Du die Software der anderen nicht kennst. Linien, Tabulatoren und andere Sonderzeichen können bei ihnen ganz anders als auf Deinem Bildschirm aussehen. Insbesondere solltest Du keinesfalls die nicht auf jedem Rechner bekannten BIOS-Blockgrafikzeichen verwenden (siehe Abschnitt 5.3).

5.2 ZEILENLÄNGE
Es ist Konvention, die Textzeilen eines Newsartikels auf etwa 70 Zeichen Länge zu beschränken. Dies dient dazu sicherzustellen, daß eine Textzeile auch mit Zitierzeichen (vgl. Abschnitt 6.2) und neben Elementen der Benutzeroberfläche noch auf den Bildschirm paßt.

Es gibt zwar Newsreader, die automatisch einen schönen Zeilenumbruch erzeugen, wenn man in einem Absatz überhaupt keine Zeilenenden einfügt, aber die meisten Newsreader werden dadurch heillos verwirrt. Daher wird gebeten, von solchen Methoden Abstand zu nehmen. Selbsttätig umbrechende Newsreader können auch ihrem eigenen Benutzer Probleme bereiten, nämlich wenn sie Tabellen oder ähnliches in einem Artikel wie Fließtext umzubrechen versuchen.

5.3 UMLAUTE UND ANDERE NON-ASCII-ZEICHEN
Traditionell wird im Netz und von den meisten Computern der sogenannte ASCII-Zeichensatz verwendet. ASCII steht für American Standard Code for Information Interchange und ist ein 7 Bit breiter Zeichensatz. Er stellt Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, das Leerzeichen, Steuerzeichen, das Doppelkreuz und folgende Sonderzeichen zur Verfügung:
! " $ % & ' ( ) * + , - . / : ;  < = > ? @ [ \ ] ^ _ ` { | } ~
Wenn Du auf Deinem Rechner weitere Zeichen (insbesondere Umlaute, das sz, Buchstaben mit Akzent und Blockgrafikzeichen) erzeugen kannst, so liegt dies daran, daß eigentlich alle Hersteller von Computern den ASCII-Zeichensatz um zumindest einige solcher Zeichen erweitert haben. Aber leider nicht einheitlich! Deine Zeichen sehen auf einem anderen Rechner wahrscheinlich ganz anders aus.

Es gibt in anderen Newsgroup-Hierarchien Methoden, dieses Problem zu umgehen (die wohl bedeutenste ist MIME text/plain ISO-8859-n). In schule.* wird jedoch vorerst gebeten, ganz auf diese Nicht-ASCII-Zeichen zu verzichten. Das ist das Einfachste und Sicherste.

Als Umschrift gibt es einmal die übliche (ae, oe, ue, ss (oder in besonderen Fällen sz)), wie sie im Duden beschrieben ist, und solche, die Umschriften in anderen Computeranwendungen (TeX, LaTeX, HTML) nachempfunden sind. Such Dir Deine Lieblingsmethode, aber denke im Sinne der Abschnitte 3.3 und 5.1 daran, daß die Duden-Methode auch von nicht technisch interessierten Lesern gut verstanden wird.

Vergleichbare Rücksicht ist bezüglich der Steuerzeichen zu nehmen. Außer bei TAB (9), FF (12) (vgl. Abschnitt 5.4) und Zeilenende ist ihre Wirkung nicht einheitlich und selten die gewünschte. Aber selbst TAB und FF werden auf einigen Systemen mißverstanden. Also: Keine anderen Steuerzeichen verwenden.

Im Header einer Nachricht sind Nicht-ASCII-Zeichen und Steuerzeichen ganz besonders problematisch. Vermeide sie hier auf jeden Fall! (In anderen Newsgroup-Hierarchien gibt es eine Art "MIME für Header", um um diese Beschränkung herumzuarbeiten.)

5.4 rot13 UND DIE control-L-KONVENTION
Manchmal will man verhindern, daß ein Leser eines Artikels an einer bestimmten Stelle einfach so weiterliest, z. B. wenn die Antwort auf eine Scherzfrage folgt. Dazu gibt es zwei Methoden:

rot13: Der Name steht für "rotiere um 13 Stellen". Das ist eine ganz primitive Verschlüsselungsmethode, bei der jeder Buchstabe im Alphabet 13 Stellen weitergerückt wird, wobei man gedanklich nach Z wieder A folgen l&axiuml;eßt. Die anderen Zeichen bleiben unverändert. Aus

F: Wieviel Beine hat ein Tisch?
A: Zwoelf. Zwei vorne, zwei hinten, zwei links, zwei rechts,
   eins an jeder Ecke.
wird also
F: Wieviel Beine hat ein Tisch?
A: Mjbrys. Mjrv ibear, mjrv uvagra, mjrv yvaxf, mjrv erpugf,
   rvaf na wrqre Rpxr.
Viele Newsreader haben eine eingebaute Entschlüsselungsfunktion für rot13. Das Praktische an rot13 ist, daß es seine eigene Umkehrung ist (weil 13 + 13 = 26 Stellen Verschiebung bei einem 26 Buchstaben langen Alphabet nichts ändern).

Die control-L-Konvention: control-L steht für das ASCII-Steuerzeichen Form Feed (FF, Nr. 12), was sich auf den meisten Systemen als Ctrl-L (bzw. Strg-L) eingeben läßt. Dies fordert den Newsreader auf, schon an dieser Stelle auf einen Tastendruck des Benutzers zum Weiterscrollen wie sonst am Seitenende zu warten. Man muß jedoch damit rechnen, daß nicht jeder Newsreader rot13 und control-L unterstützt.

5.5 DIE AUSWAHL EINES BETREFFS
Ein Artikel soll ein aussagekräftiges Subject (Betreff) tragen, das dem Benutzer schon in der Artikelübersicht des Newsreaders erlaubt abzuschätzen, ob ihn der Artikel interessieren wird. Außerdem sollte das Subject nicht zu lang sein, sonst ist es in der Artikelübersicht nicht mehr komplett lesbar.

Beispiel: Wer Informationen über ein Referat zu Thomas Mann sucht, sollte als Subject "Suche Daten zu Th. Mann" oder etwas Vergleichbares verwenden, nicht jedoch "HIIILFE! Muss Referat schreiben...".

5.6 ECHTE NAMEN, BITTE
Dadurch, daß ein Newsartikel erstmal nur von einer E-Mail-Adresse kommt, hat er eine gewisse Anonymität. Leider verleitet das manche Leute dazu, unflätig oder aggressiv zu werden. Deswegen soll in schule.* wie in de.* jeder Artikel den echten, bürgerlichen Namen des Absenders tragen; optimalerweise im From:-Header, ersatzweise in der Signature (siehe Abschnitte 7.4 oder 8.2).

Wenn die Adresse schon den vollen Namen enthält (z. B. johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de), ist es trotzdem gut, den Realnamen noch gesondert einzutragen, damit er gut erkennbar in der Artikelübersicht im Newsreader der Leser erscheint. Die Adressangabe sieht dann so aus:

        johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de (Johann Doe)
oder:   Johann Doe <johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de>
Wer Schrott verbreiten will, ohne dafür mit seinem Namen einzustehen, sollte das Netz und insbesondere schule.* ganz schnell wieder vergessen. Im übrigen ist es auch ohne Namensangabe sehr oft möglich, den Weg eines Artikels zurückzuverfolgen.

6. BESONDERHEITEN BEI FOLLOWUPS

6.1 DIE ANPASSUNG DES SUBJECTS
Es kommt häufig vor, daß im Verlauf eines Threads (d. i. die Gesamtheit eines Artikels und aller zugehörigen Kommentare und Kommentare auf Kommentare) das Thema vom ursprünglichen Thema wegwandert. Es ist dann angebracht, das Subject anzupassen. Angenommen, jemand postet unter dem Subject Hoelzchen. Die Followups haben dann nach RFC-1036 (vgl. Abschnitt 8.1) das Subject Re: Hoelzchen. (Das "re" ist aus dem Stil amerikanischer Geschäftsbriefe übernommen und steht für "regarding", etwa: "bezüglich".)

Kommt nun jemand im Laufe der Diskussion (sprichwörtlich :-) vom Hölzchen aufs Stöckchen, so sollte sein Artikel das Subject Stoeckchen (was: Hoelzchen) tragen. Man beachte: Das Re: vor dem alten Subject (falls überhaupt vorhanden) wird entfernt, der Rest mit " (was: " und ")" umgeben und hinter das neue Subject gesetzt. Bei Antworten auf Stoeckchen (was: Hoelzchen) entfällt dann der Hinweis auf den Originalbetreff und es entsteht Re: Stoeckchen.

Da angestrebt wird, dieses Konstrukt automatisch von Newsreadern auswerten zu lassen, sollte man es genau wie beschrieben anwenden (also insbesondere englisch "was" statt deutsch "war" schreiben).

6.2 ZITIEREN, ABER RICHTIG
Es ist üblich, den Artikel, auf den man in einem Followup oder Reply inhaltlich Bezug nimmt, zu zitieren. Dabei gibt es zwei Dinge zu beachten: Das Zitat (Fachbegriff: Quotation, Verb: quoten) versieht der Newsreader normalerweise automatisch mit einer Zitatkennzeichnung (üblicherweise "> " am Beginn jeder Zeile) und einer Einleitung (Am x.y. schreibt John Doe:). Achte darauf, daß Deine Einleitung nicht unnötig lang ist. Auch ein lustiger Spruch in der Einleitung ist nicht so gut, denn früher oder später kennen ihn alle anderen, und dann ist er nur noch langweilig.

Vorsicht Falle! Beim folgendem Zitat:

Jim Knopf schrieb:

> > Lukas ist doof!
Frechheit!
sieht es so aus, als stamme die zitierte Beleidigung von Jim. Jedoch stehen zwei Zitatmarken davor, folglich hat auch Jim dies wahrscheinlich nur zitiert. Man vermeide solche Mißverständnisse, sowohl durch vorsichtiges Lesen als auch durch bedachtes Zitieren.
6.3 ANTWORTEN PER MAIL
Auch für Antworten auf Newsartikel gilt die Frage: Gehört das in die News? Viele Rückfragen oder Hinweise betreffen nur den Autor und sollten zur Entlastung des Netzes als Reply, nicht als Followup (vgl. Abschnitt 2.3) versandt werden. Dies gilt insbesondere, wenn der Autor um private Antworten bittet, um die in Abschnitt 6.4 beschriebene Methode anzuwenden.

Versende jedoch keine Antwort sowohl per Mail als auch in den News. Die meisten Leute lesen die Newsgruppen, in denen sie posten, ohnehin. Also würden die Übertragungskosten für Deine Antwort bei ihnen zweimal anfallen. Außerdem ist Mail oft schneller, und dann fallen sie aus allen Wolken, wenn sie eine schon erledigt geglaubte Sache in den News nochmal finden. Es soll allerdings auch schon vorgekommen sein, daß die News schneller waren.

Falls es ausnahmsweise besonders wichtig sein sollte, daß ein Followup ankommt, versende eine Mail mit einem Hinweis auf Deinen Artikel, oder setze vor den gemailten Artikel eine Warnung "Gepostet und gemailt".

6.4 DIE METHODE DER ZUSAMMENFASSUNG
Alternativ zur Beantwortung einer Frage in den News kann ein Fragender um Antworten per Mail bitten, kombiniert mit dem Versprechen, eine Zusammenfassung zu posten. Nur Antworten per Mail zu verlangen, ohne der Allgemeinheit im Gegenzug eine Zusammenfassung anzubieten, ist unverschämt.

Achte beim Zusammenfassen darauf, daß Du wirklich zusammenfaßt! Einfach nur alle Antworten zitieren ist unübersichtlich und verschwendet Netzkapazität.

6.5 KEEP COOL
Schreibe kein Followup auf einen absichtlich provokanten Artikel, nur um Deinem Ärger über ihn Ausdruck zu verleihen. Auf diese Weise können endlose Streitereien entstehen, die nur noch mehr sinnlose Artikel hervorbringen. Vermutlich war das sogar die Absicht des Provokateurs. Ignoriere den Artikel lieber; über unflätigem Verbalgerülpse stehst Du weit genug drüber, um es unkommentiert zu lassen.

Wenn Du den Absender trotzdem unbedingt beschimpfen willst, tue es per Mail. Willst Du dich über ihn beschweren, wende Dich an seinen Sysop oder Postmaster (vgl. Abschnitt 8.1). (Aber Vorsicht: Die sind natürlich nicht zu beschimpfen!)

In gleicher Weise gehört eine Diskussion, die in persönliches Beleidigen ausgeartet ist, nicht in die News.

7. UNERWÜNSCHTES

7.1 KOMMERZIELLES
Wie in Abschnitt 2 beschrieben, fallen die allermeisten Kosten für die Übertragung eines Artikels nicht bei Dir, sondern netzverteilt an. Daher ist es nicht akzeptabel, wenn einzelne zum Zwecke persönlichen Profits dieses Medium für Werbung und Angebote nutzen. Ebenso ist unverlangte Werbung per E-Mail nicht hinnehmbar, weil hier auch dem Empfänger Kosten anfallen, die er gar nicht will.

Was allenfalls akzeptiert werden kann, sind private Kleinanzeigen, aber nur in den dafür vorgesehenen Newsgroups. Da es davon in schule.* aber derzeit keine gibt... -- no chance.

Bleiben die thematisch passenden, nichtkommerziellen Angebote in Diskussionsgruppen. Wenn eine Schule umständehalber ein altes Laborgerät zum Restwert abzugeben hat oder eine Schülerorganisation ein Buch für Schülerzeitungsredakteure zum Selbstkostenpreis vertreibt, so wird dies in schule.natwis bzw. schule.zeitung wohl niemand stören.

7.2 GROSSE ARTIKEL IN DISKUSSIONSGROUPS
Diskussionsnewsgroup sind, wie der Name sagt, zum Diskutieren da, nicht zum Verbreiten von Daten. Wer also interessantes, aber voluminöses Material zu einer Diskussion anzubieten hat, soll es nicht posten, sondern nur einen Artikel mit einem Hinweis darauf, wie man an es herankommt (Mailserver, FTP, WWW, ...). Dies gilt insbesondere für Dokumente, die nicht reiner ASCII-Text sind. Grafikdateien und Texte in einem speziellen Format kann ohnehin nur gebrauchen, wer die entsprechende Software hat; in gleicher Weise sind Programme nur mit dem passenden Prozessor und Betriebssystem nutzbar.

Es gibt in schule.* jedoch speziell für kleinere Mengen an Daten gedachte Newsgroups, z.B. schule.umwelt.aquadata. Man sollte aber gerade bei modernen Newsreadern, die Dateiversand durch einfaches Anklicken der Datei erlauben, aufpassen, daß man nicht aus Versehen Unmengen an Daten ins Netz pustet. Wie gesagt, das Problem sind nicht die eigenen Telefonkosten, sondern die tausend- oder hunderttausendfach anfallenden Kosten anderer.

7.3 PACKEN UND UUENCODEN VON TEXTEN
Wenn ein Text nach Beachtung von Abschnitt 7.2 dennoch gepostet werden kann und soll, so sollte man ihn vorher nicht packen (mit einem Datenkompressionsprogramm behandeln, was zwangsläufig uuencoding nach sich zieht). Vor der Übertragung über Wählverbindungen werden in der Regel ohnehin alle Newsartikel automatisch gepackt, und ein vorheriges Packen ist da bestenfalls zwecklos. Wahrscheinlich führt es sogar dazu, daß die Datenmenge größer wird. Das liegt an den Eigenheiten von Kompressionsalgorithmen.

Des weiteren verursacht solches Packen einige Nachteile:

Also: Kein Nutzen, nur Probleme.
7.4 ÜBERLANGE SIGNATURES
Eine Signature, also ein kurzer Abspann am Ende einer Nachricht mit Name, Telefonnummer etc., soll maximal vier Zeilen lang sein. Dies ist ein allgemein in den Netzen, die Signatures überhaupt erlauben, akzeptiertes Limit.

Das, womit man Signaturen weiter aufblähen kann (ASCII-Grafiken, Sprüche, soundsoviel E-Mail-Adressen), interessiert nach dem zweiten oder dritten Artikel eh' niemanden mehr und verschwendet nur Netzkapazit&aumlt und anderer Leute Geld.

Bevor Du Deine Postadresse oder Telefon-/Faxnummer in Deine Signature schreibst, wäge ab, inwieweit jemand damit Mißbrauch betreiben könnte, und ob überhaupt jemand, der Dir auch eine E-Mail schreiben kann, Dir einen Brief per Post oder Fax schicken will.

7.5 ZITATE AUS E-MAIL
Mail soll ohne Erlaubnis des Autors nicht in den News zitiert werden. Der Autor hätte die enthaltenen Informationen schon selbst gepostet, wenn er wollte, hat aber vielleicht gute Gründe, warum er sie nur Dir persönlich zugänglich machen will. Außerdem kann man bei Mail kaum feststellen, ob sinnverfälschend zitiert wurde.

8. ANHANG

8.1 WEITERE INFORMATIONSQUELLEN
Für de.* gibt es gleich einen ganzen Satz von Einführungstexten wie diesen hier. Sie werden unter den genannten Betreffs regelmäßig alle drei Monate in der Newsgroup de.newusers gepostet. de.newusers sollte auf jeder mittleren bis großen Usenet-Site verfügbar sein, und die Artikel darin sollten lange genug aufbewahrt werden. Frage Deinen Systemadministrator danach. Falls Du Systemadministrator bist, frage den Sysadmin deines Feeds.

Alternativ können diese Artikel per FTP von

ftp.uni-paderborn.de:/pub/doc/FAQ/de.newusers/... oder
ftp.rus.uni-stuttgart.de:/pub/doc/faq/de.newusers/...

geholt werden. Hinweis: Bei FTP-Quellenangaben bedeutet foo.qux:/bar/baz, daß die Datei auf dem Rechner foo.qux unter dem Namen /bar/baz liegt. Als URL (siehe Abschnitt 8.2) schreibt sich das dann ftp://foo.qux/bar/baz.

Diese Texte sind auch für Leute interessant, die nur schule.* lesen, weil sie technische und netzkulturelle Hintergründe vermitteln, die auch in schule.* relevant sind:

Für die internationale Newsgroup news.announce.newusers gilt Entsprechendes wie für de.newusers. Auf eine genaue Inhaltsangabe wird hier aus Platzgründen verzichtet. Weiterhin interessant ist: Die grundlegenden technischen Standards für den Transport von News und Mail sind in den folgenden RFCs (vgl. Abschnitt 8.2) nachzulesen: RFCs gibt es von jedem gut sortierten FTP-Server, z.B.

ftp.uni-paderborn.de:/pub/doc/rfc/... oder
ftp.cs-tu-berlin.de:/pub/doc/rfc/...

Viel über Usenet-Kultur und -Slang lernt man vom Jargon File, zu beziehen in der jeweils aktuellen Version x.y.z per FTP von

prep.ai.mit.edu:/pub/gnu/jargxyz.txt.gz oder
ftp.uu.net:/archive/systems/gnu/jargxyz.txt.gz

Es gibt auch eine WWW-Version unter

http://www.ccil.org/jargon/jargon.html

Die Version 3.0.0 des Jargon Files ist auch als Buch (Paperback) für ca. 40 DM zu haben:

        Eric Raymond (ed.):
        "The New Hacker's Dictionary", 2nd Edition
        MIT Press, Cambridge/Mass.; ISBN 0-262-68079-3
8.2 GLOSSAR
Eine allgemeine Einführung in den Slang des Netzes würde an dieser Stelle zu weit führen. Es werden nur solche Begriffe erläutert, die im Rest des Textes auftauchen. Siehe auch FYI 18 und Astel .
Area
siehe 2.3
Artikel
siehe 2.3
Body
Ausschließlich für den Benutzer bestimmter Teil einer Nachricht. Siehe auch 2.1, vorletzter Absatz.
Brett
siehe 2.3
Crossposting
siehe 4.3
E-Mail
siehe 2.3
Echo
siehe 2.3
FAQ
Frequently Asked Questions: Eine Liste von Fragen und Standard-Antworten auf sie, die in einer Newsgroup so häufig gestellt werden, daß man sie in Form eines regelmäßig geposteten Artikels im Vorhinein beantwortet, damit sie nicht zum soundsovielten Mal gestellt werden.
Feed
Rechner im Netz, der einen anderen, weniger zentral gelegenen Rechner mit News und ggf. auch Mail versorgt.
Followup
siehe 2.3
FTP
File Transfer Protocol: Eine Methode, eine Datei von einem Computer im Internet, der Dateien allgemein anbietet (sog. FTP-Server), auf den eigenen Computer zu übermitteln.
FIDO
1984 von Tom Jennings gegründetes Mailboxnetz, benannt nach seinem Hund. Auch informelle Bezeichnung für FTS, den Fidonet Transport Standard, das Nachrichtenformat des FIDO.
Gruppe
siehe 2.3
Header
Zur Auswertung durch den Computer bestimmter Teil einer Nachricht bzw. eine einzelne Zeile im Header. Siehe auch 2.1, vorletzter Absatz.
Internet
Weltweites paketvermitteltes Datennetz auf Basis von IP, dem Internet Protocol. Das Internet ist eines von vielen Transportmedien für Usenet: Nicht jeder Rechner im Usenet ist im Internet, und nicht jeder Rechner im Internet ist im Usenet.
Mail
siehe 2.3
Multiposting
siehe 4.3
News
siehe 2.3
Newsgroup
siehe 2.3
Newsgroup-Hierarchie
siehe 2.3
Newsreader
Ein Stück Software: Das Programm, mit dem man News liest.
ODS
Offenes Deutsches Schul-Netz: Ein von der GUUG (German Unix User Group) initiiertes Vernetzungsprojekt für Schulen in ganz Deutschland auf der Basis von UUCP und TCP/IP; Betreiber von *.schule.de und Initiator von schule.*.
PM
siehe 2.3
Posting
siehe 2.3
Postmaster
In der Use-/Internet-Welt Verwalter des Mailsystems eines Rechners. Der Postmaster des Rechners foo.bar.schule.de ist erreichbar als postmaster@foo.bar.schule.de.
Reply
siehe 2.3
RFC
Request For Comments: Technische Standards, Hinweise und Informationstexte zum Internet und seinen Diensten. RFCs werden einfach in der Reihenfolge ihrer Verabschiedung durchnumeriert, neue Versionen früherer RFCs erhalten auch eine neue Nummer. Einige RFCs sind zugleich FYIs (For Your Information).
Signature
siehe 7.4
Smiley
siehe 3.4
Spam
Exzessives mißbräuchliches Cross- und Multiposting.
Subject
Betreff einer Mail oder eines Postings
SYSOP
SYStem OPerator, Verwalter einer Mailbox, Mailboxszenenäquivalent zum Postmaster. Der SYSOP von QUUX.sub.org ist erreichbar als SYSOP@QUUX.sub.org. Vorsicht: In Use-/Internetkreisen gilt "SYSOP" wegen der angeblich grundsätzlich inkompetenten Mailboxbetreiber als Beleidigung. Man verwende "Postmaster" oder allgemein "Admin" (für Administrator).
URL
Uniform Resource Locator, Einheitliche Schreibweise für per Netz verfügbare Dokumente, die vor allem im WWW (World Wide Web, W3) verwendet wird. Ein URL hat die allgemeine Form
        protokoll://server.do.main/do/ku/ment
        ^^^^^^^^^   ^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^
        |           |              -- genauer Fundort auf dem Server
        |           -- Name des Rechners, der den Dienst anbietet
        +- Verwendetes Protokoll, beispielsweise HTTP, FTP, telnet...
Usenet
Im engeren Sinne die Gesamtheit aller Computer, die die News-Hierarchien comp.*, humanities.*, misc.*, news.*, rec.*, sci.*, soc.* und rec.* ganz oder teilweise im RFC-1036-Format transportieren. Im weiteren Sinne die Gesamtheit aller Computer, die News transportieren.
uudecode, uuencode
Programme, um Binärdateien in Textdateien zu wandeln und wieder zurückzuwandeln. Das uuencoden von Binärdateien ist vor dem Transport per News oder Mail nötig, weil News- und Mail-Nachrichten nur druckbare Zeichen und begrenzt lange Zeilen enthalten dürfen.
WWW
World Wide Web: Multimediales, netzverteiltes Hypertextsystem, das auch andere Internet-Dienste integriert, oft als "Internet zum Anklicken" gelobt oder geschmäht.
8.3 DANKSAGUNGEN
Ich möchte mich bei und allen anderen, die auf verschiedenste Weisen maßgeblich an diesem Text mitgewirkt haben, bedanken.

Arno Eigenwillig 


http://www.ciw.uni-karlsruhe.de/kopien/schule-netiquette.html
http://www2.ciw.uni-karlsruhe.de/kopien/schule-netiquette.html
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/schule/schule-netiquette
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/schule/schule-netiquette.html