From: arno@yaps.rhein.de (Arno Eigenwillig) Newsgroups: schule.org Subject: <1996-05-19> Die Netiquette fuer schule.* Date: 19 May 1996 22:00:00 +0200 Organization: Yet Another Private Site in Meckenheim, Germany Message-ID:Last-modified: 19 May 1996 Posting-Frequency: monthly Archive-Name: schule/netiquette
Dieser Text soll eine Einführung und Netiquette für die Benutzerinnen und Benutzer der schule.*-Newsgroups sein. Aber was ist das, eine Netiquette?
Das Wort ist aus Netz und Etiquette zusammengesetzt, und genau wie die (ungeschriebenen) Regeln der Etiquette des normalen menschlichen Zusammenlebens beschreibt eine Netiquette keine einklagbaren und strafbewehrten Gesetze, sondern nur Regeln der Höflichkeit und des guten Geschmacks.
Entsprechend verhält es sich mit dem Anspruch dieses Textes: Er erzwingt und befiehlt nichts, sondern legt nur nahe (mal mehr und mal weniger nachdrücklich). Es obliegt der Vernunft jedes Einzelnen, daraus Maßstäbe für das eigene Verhalten zu machen.
Ganz unverbindlich ist eine Netiquette aber auch wieder nicht: Manche Teile beschreiben schlicht die Realität, andere Teile entspringen objektiven Notwendigkeiten. Insbesondere aber ist sie ein Leitfaden, wie man möglichst harmonisch mit dem Rest des Netzes zurecht kommt. Hier schließt sich wieder der Kreis zur Etiquette des Alltags: Wer sie vollkommen mißachtet, wird vom Zusammenleben mit seiner Umwelt nicht viel haben.
Wer neu im Netz ist, kann natürlich nicht wissen, daß es einen Text wie diesen überhaupt gibt. Deshalb werden Systemadministratoren, die neuen Nutzern Zugang geben oder neue Systeme anschließen, gebeten, diesen Text (und vergleichbare Texte für andere Newsgroup-Hierarchien) gleich automatisch mitzuliefern und den neu Angeschlossenen zum Durchlesen anzuhalten.
Gegeben sei eine Menge vereinzelter Computer an Schulen, bei Privatleuten, in Firmen, Forschungseinrichtungen und wo auch immer. Jeder dieser Rechner ist mit der Möglichkeit ausgestattet, mit anderen Rechnern in Verbindung zu treten. Möchte nun ein Benutzer eines dieser Computer den Benutzern aller anderen auf elektronischem Wege etwas mitteilen, müßte - so möchte man meinen - sein Rechner mit jedem anderen Computer einzeln Kontakt aufnehmen und die fragliche Nachricht übermitteln. Das ist offensichtlich nicht sehr effizient, wenn man Tausende oder Hunderttausende von Teilnehmern und ein Vielfaches an Nachrichten hat.
Die bessere Alternative ist es, zwischen den Rechnern ein Netz von Verbindungen zu schaffen. Das heißt, jeder einzelne Computer (Knoten im Netz) hat nur noch zu wenigen Nachbarknoten eine Verbindung (einen Faden, um im Bild des Netzes zu bleiben). Da aber jeder Nachbarrechner wiederum neue Nachbarn hat, an die er hereinkommende Nachrichten weiterverteilt, kann die Nachricht indirekt ans Ziel gelangen, so ähnlich wie sich Klatsch und Tratsch von einem zum nächsten herumsprechen (nur etwas organisierter).
Auf diese Weise kann nun jeder Benutzer an einem Rechner im Netz Nachrichten schreiben, die über kurz oder lang auf jedem anderen Rechner im Netz auftauchen. Im Gegenzug kann er alle Nachrichten lesen, die irgend jemand anders in dieses Netz eingespeist hat und die deswegen früher oder später auf seinem Computer eingetroffen sind.
Nun geben wir diesem Netz noch etwas Struktur: Erstmal verpassen wir jedem Rechner einen eindeutigen Namen. Dann vergeben wir für die Benutzer auf jedem Rechner eindeutige Namen. Jeder Mensch im Netz hat also einen Netznamen (Adresse), bestehend aus Benutzername plus Rechnername. Dadurch wird es möglich, nicht nur allgemeine Nachrichten, sondern auch Nachrichten an einen Einzelnen zu schreiben.
Dann bringen wir etwas Ordnung in den Wust der Nachrichten: Wir teilen das Netz in thematisch unterschiedliche Diskussionsforen ein, und jeder Nachricht wird vom Autor einem bestimmten Forum zugeordnet, sodaß ein Rechner eintreffende Nachrichten in die Foren einsortieren kann, um sie seinem Benutzer übersichtlich, nach Themen geordnet zu präsentieren. Weiterhin versehen wir jede Nachricht mit einem Betreff, dem Absendedatum und der Absenderangabe. All diese Informationen (Absender, Datum, Betreff, Forum u.v.a.m.) bilden den Kopf (Header) der Nachricht, der eigentliche Text bildet ihren Körper (Body).
Das ist - pauschalisiert betrachtet - alles, was die Technik dem Mensch im Netz zur Verfügung stellt. Alles andere ist nur eine Frage der Nutzung dieser Möglichkeiten, und darum geht es auch im Rest dieses Textes.
Wenn Du selbst ein Flugblatt erstellst und vertreibst, trägst Du alle Kosten. Deshalb ist es ok, wenn Du auf einem Flugblatt im Rahmen der allgemeinen Gesetze schreibst, was immer Du sagen willst.
Wenn Du aber im Netz eine Nachricht absetzt, dann trägt den Großteil der für ihren Transport nötigen Kosten die Masse der anderen Leute und Organisationen im Netz, die sich die Nachrichten auf eigene Kosten holen und weiterverteilen, nicht Du selbst. Deswegen gilt:
Frage nicht, ob Dich interessiert, was Du da schreibst; frage Dich, ob es die Menschen im Netz interessiert!
Für den Inhalt einer Zeitung ist ihre Redaktion als zentrales Gremium verantwortlich. Für den Inhalt des Netzes ist aber niemand insgesamt verantwortlich, sondern jeder einzelne Autor einer Nachricht trägt die volle Verantwortung für das, was er schreibt.
Das bedeutet aber nicht, daß nur Du eventuelle Folgen Deiner Artikel zu tragen hättest. Negative Folgen können immer auch das Netz als Ganzes oder Deinen Netzzugang betreffen. Nur verantwortlich bist Du eben ganz alleine, auch für die Folgen für andere.
Bezüglich des Lesens von Nachrichten im Netz bedeutet es, daß niemand geprüft hat, ob die Dir vorgesetzte Meinung ernst gemeint oder sinnvoll ist. Die Qualität der Nachrichten im Netz ist sehr schwankend. Sei kritisch, aber sei auch bereit, Neues zu lernen und Fremdes zu akzeptieren.
Für die in Abschnitt 2.1 in allgemeinverständlichen Worten umschriebenen Handlungen, Dinge und Abstrakta gibt es exakte Fachbegriffe -- leider aber unterschiedliche und widersprüchliche, je nach dem aus welcher Netzkultur man schöpft:
Begriff / Netz | Usenet | Z-Netz | FIDO ------------------+------------+--------------+---------- Nachricht an ei- | E-Mail, | PM, | NM, nen Benutzer | Mail | private Mail | NetMail ------------------+------------+--------------+---------- Forum f. oeffent- | Newsgroup, | Brett | Echo liche Nachrichten | Gruppe | | ------------------+------------+--------------+---------- Eine Nachricht | Artikel, | AM, | EchoMail darin | Posting | Brettmail | ------------------+------------+--------------+---------- Eine oeffentliche | Followup | Reply | Reply Antwort darauf | | | ------------------+------------+--------------+---------- Eine private Ant- | Reply | Reply | Reply wort an den Autor | | | ------------------+------------+--------------+---------- Gesamtheit der | News | -/- | -/- oeff. Nachrichten | | | ------------------+------------+--------------+---------- Rechner im Netz | Site, Host | Site, Box | NodeKeine dieser Terminologien ist richtiger oder falscher als die andere, zu jedem netzkulturellen Kontext gehört eben eine. Allerdings sind viele alteingesessene Netzler ziemlich empfindlich, wenn man Begriffe aus dem falschen Kontext benutzt. Da schule.* als Usenet-Newsgroup-Hierarchie gegründet wurde, werden im Folgenden die Begriffe aus der ersten Spalte verwendet.
Eine Newsgroup-Hierarchie ist übrigens eine Menge von Newsgroups, deren Namen vor dem ersten Punkt alle den gleichen Namensbestandteil haben. Z.B. eben schule.*, wobei der Stern dafür steht: "Setze irgendetwas ein" (Joker).
Je nach dem, mit welcher Netztechnologie Du an schule.* teilnimmst, können die Newsgroupnamen auf Deinem Computer auch anders aussehen, z.B. so: /SCHULE/ALLGEMEIN statt schule.allgemein. Dieser Text folgt der Schreibweise des Usenets.
Eine gute Daumenregel ist: Schreibe nichts im Netz, was Du dem anderen nicht auch guten Gewissens ins Gesicht sagen könntest, bzw. was Du nicht guten Gewissens in seiner Gegenwart in der Öffentlichkeit sagen würdest.
Wenn Du über eine Unverschämtheit im Netz sehr verärgert bist, reagiere nicht sofort mit einer noch größeren Unverschämtheit, sondern hol tief Luft, trink eine Tasse Tee, überlege, ob nicht vielleicht ein Mißverständnis vorliegt, dann reagiere gelassen und selbstbewußt.
Frage nichts im Netz, was Du genau so gut mit ein bißchen Anstrengung selbst herausfinden könntest.
Wenn Du eine Frage stellst, sei präzise, um Verwirrung beim Leser, Rückfragen und Mißverständnisse zu vermeiden. Denke daran, daß der Leser nicht wissen kann, welchen Computer Du benutzt, wie Du am Netz hängst, wo Du wohnst oder was auch immer für die Antwort wichtig sein könnte.
Je komplexer eine Frage ist, um so geringer ist die Chance, daß sich jemand die Mühe macht, eine ausführliche Antwort zu schreiben. Da liefert ein Besuch der Schulbibliothek oder einer Bücherei in der Regel die besseren Ergebnisse.
Übrigens: Nützlichkeit lebt vom Mitmachen! Das Netz funktioniert als Wissensbasis um so besser, je mehr Leute ihr Wissen beisteuern. Also frag und lies nicht nur, sondern beantworte auch selbst die Fragen anderer.
Es mag auf den ersten Blick albern und wenig selbstbewußt erscheinen, aber es ist nicht falsch, sich seine Artikel vor dem endgültigen Losschicken noch einmal durchzulesen und ggf. zu korrigieren. Denn der Eindruck, viel unausgegorenes Zeug von sich zu geben, ist noch viel peinlicher.
Als Hinweis an den Leser kann man sogenannte Emoticons oder Smileys verwenden. Der Bekannteste ist dieser hier:
:-)Er zeigt ein lächelndes Gesicht. Neige Deinen Kopf 90 Grad nach links, falls Du das nicht auf Anhieb erkennst.
Es gibt viele Variationen dieser Smileys, eine einheitliche Interpretation ihrer Bedeutungen aber nicht. Auf jeden Fall deutet ein Smiley etwas in der Art von "Dies war witzig gemeint", "Bitte nicht zu ernst nehmen" oder "Diese Kritik ist ernst, aber nicht böse gemeint" an.
Bitte halte Dich daran. Sieh davon ab, in schule.* Themen anzureißen, die sich weit außerhalb des allgemeinen gesellschaftlichen Konsenses befinden (sei es im Bezug auf Drogen, Sex, Politik etc.). Irgendwo könnte ein Lehrer, der seiner Schule dieses Medium (was Dir als Teilnehmer ja hoffentlich am Herzen liegt) nähergebracht hat, mit Deinem Artikel als Vorwand von einem Kollegen, Vorgesetzten oder aufgebrachten Eltern damit in die Pfanne gehauen werden. Oder ein jüngerer Schüler könnte auf dumme Ideen gebracht werden. Für brisante Themen gibt es in anderen Newsgroup-Hierarchien (de.*, z-netz.*, das internationale Usenet) genug Foren.
Artikel, die Gesetzesverstöße darstellen, verbieten sich erst recht. Das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Du bist juristisch und in jeder anderen Hinsicht voll verantwortlich für den Inhalt Deiner Artikel!
Alternativ kannst Du einem Artikel eine Entschuldigung hinterherschicken (sicherheitshalber vielleicht als Ergänzung zu einem Cancel). Das ist zwar nicht optimal, aber besser als nichts.
Hinzu kommt, daß lange Artikel in der Übertragung natürlich teurer sind als kurze. Hier greift die in Abschnitt 2 beschriebene Rücksicht auf das Netz als Ganzes.
Es sollte sich niemand von einem "Du" angegriffen fühlen. Es ist einfach üblich, kein Zeichen von Respektlosigkeit. Die meisten Menschen in den News wären über ein "Sie" sogar ziemlich erstaunt, manchmal sogar verunsichert (weil es ungewohnte Distanz signalisiert).
Wenn Du jemanden aus dem wirklichen Leben kennst und siezt (z. B. Deinen Lehrer oder Vorgesetzten), ist es wohl besser, dies bis auf weiteres auch im Netz beizubehalten. Wenn Du jemanden im Netz kennenlernst, habe ruhig den Mut zum "Du". Nur wenn er Dich weiterhin siezt, solltest Du Dich anpassen, um nicht unhöflich zu wirken.
Hier sind alle Teilnehmer gefragt, das Medium NetNews in ihr soziales Umfeld zu integrieren und dabei mit Feingefühl und Toleranz zu Werke zu gehen.
Verschiedene Auswahlkriterien sind:
Mitteilungen, die im Endeffekt nur einen Einzelnen oder eine ganz kleine Gruppe von Menschen betreffen, sollte man per Mail verschicken. Hierzu die Zeit und Rechnerkapazitäten von möglicherweise Tausenden von Lesern zu verschwenden, wäre schlicht unverschämt. Außerdem sind bestimmte Inhalte von Artikeln unerwünscht. Siehe dazu Abschnitt 7.
schule.* wird deutschlandweit und darüber hinaus verteilt. Artikel von nur regionaler Bedeutung sind daher unangemessen. "Verkaufe Oszilloskop an Selbstabholer (Raum Berlin)" interessiert in Köln, Hamburg, Stuttgart niemanden.
Es gibt Newshierarchien, die nur regional, in einem Bundesland oder nur an einer einzigen Schule verteilt werden. In ihnen sind solche Themen besser aufgehoben. Nutze sie.
Wer auf seinem Rechner neben schule.* noch andere Newsgroup-Hierarchien zur Verfügung hat, sollte überlegen, inwieweit sein Anliegen speziellen Schulbezug hat. Beispielsweise sind technische Probleme mit dem Computer in de.comp.* besser aufgehoben als in schule.informatik.allgemein.
Dieser letzte Punkt ist eigentlich der wichtigste: Jede Newsgroup hat ihr spezielles Thema, und Artikel, die off-topic (am Thema vorbei) sind, sind ein grober Fauxpas. (Wie das in der Schule auch ist: "Thema verfehlt, fünf, setzen".) Ebenso sind keine Fragen erwünscht, die in der FAQ (vgl. Abschnitt 8.2) der Newsgroup schon beantwortet worden sind.
Eine Liste der Themen der Groups von schule.* ist in Abschnitt 4.2 zu finden, für andere Newsgroup-Hierarchien existieren entsprechende Listen. Man sollte diese vor dem Posten studieren!
Crosspostings sind besser; sie haben alle oben dargestellten Nachteile nicht (zwangsläufig). Aber auch sie sind nicht unkritisch: Crosspostings sind selten wirklich notwendig, denn die meisten Fragen treffen nur das Thema einer Newsgroup genau. Wer beispielsweise eine Frage zu einer physikalischen Berechnung hat, postet an schule.natwis. Gleichzeitig noch nach schule.mathe ("Hat doch was mit Rechnen zu tun") und schule.jufo ("Das lesen doch naturwissenschaftlich interessierte Leute") crosszuposten, verkennt die eigentlichen Themen dieser Newsgroups.
Crosspostings über die Grenzen einer Newsgroup-Hierarchie hinweg können zu Irritationen führen, weil in verschiedenen Newsgroup-Hierarchien verschiedene Gepflogenheiten gelten. Dies gilt für schule.* wegen der in Abschnitt 3.5 dargestellten Umstände ganz besonders.
Auf die meisten Artikel gibt es Followups. Damit bei Crosspostings nicht auch noch die nachfolgende Diskussion mehrere Gruppen füllt, sollen Crossposter die Diskussion ueber ihre Artikel in eine einzelne Newsgroup umleiten. Hierzu dient im Usenet der Header Followup-To:, von mancher Software auch Diskussion in oder ähnlich genannt.
Um auch wirklich eine zusammenhängende und nicht über verschiedene Gruppen aufgefaserte Diskussion zu erreichen, sollten Antwortende sich an diese Umleitung halten.
Wenn deine Mailadresse korrekt in Deinen Newsartikeln steht, Deine Mailanbindung funktioniert und Dein Artikel korrekt ins Netz gelangt ist, wirst Du dann von verschiedenen Reflektoren im Netz eine Empfangsbestätigung für Deinen Artikel erhalten. Poste keine normalen Artikel in Testgroups, eben wegen dieser im Normalfall nervenden Antworten. Möchtest Du keine Antworten, schreibe "no reply" und "please ignore" in Deinen Testartikel. Es besteht wegen der automatischen Reflektoren normalerweise kein Grund, Artikel in schule.test manuell zu beantworten.
Es gibt bereits viele, gut funktionierende Reflektoren. Nur erfahrene Newsadmins sollten Reflektoren betreiben, da ein verrückt spielender Reflektor große Probleme bereiten kann.
Achte auf ein Mindestmaß an Korrektheit in Rechtschreibung und Zeichensetzung in Deinen Artikeln, und achte auf eine übersichtliche äußere Form. Deinen Artikel lesen vielleicht Tausende von Leuten. Sie alle stolpern über wirre Sätze oder mißlungene Rechtschreibung. Es ist eine Frage der Fairness, Deinen Lesern das Lesen zu erleichtern. Außerdem würde es die Lust der Lesenden erheblich senken, auf Deine Fragen oder Hinweise einzugehen, wenn sie sich erst mühevoll erarbeiten müssen, was Du überhaupt gemeint haben könntest.
Denke bei aus Textzeichen zusammengesetzten Grafiken ("ASCII art") daran, daß Du die Software der anderen nicht kennst. Linien, Tabulatoren und andere Sonderzeichen können bei ihnen ganz anders als auf Deinem Bildschirm aussehen. Insbesondere solltest Du keinesfalls die nicht auf jedem Rechner bekannten BIOS-Blockgrafikzeichen verwenden (siehe Abschnitt 5.3).
Es gibt zwar Newsreader, die automatisch einen schönen Zeilenumbruch erzeugen, wenn man in einem Absatz überhaupt keine Zeilenenden einfügt, aber die meisten Newsreader werden dadurch heillos verwirrt. Daher wird gebeten, von solchen Methoden Abstand zu nehmen. Selbsttätig umbrechende Newsreader können auch ihrem eigenen Benutzer Probleme bereiten, nämlich wenn sie Tabellen oder ähnliches in einem Artikel wie Fließtext umzubrechen versuchen.
! " $ % & ' ( ) * + , - . / : ; < = > ? @ [ \ ] ^ _ ` { | } ~
Wenn Du auf Deinem Rechner weitere Zeichen (insbesondere Umlaute, das sz,
Buchstaben mit Akzent und Blockgrafikzeichen) erzeugen kannst, so liegt
dies daran, daß eigentlich alle Hersteller von Computern den ASCII-Zeichensatz
um zumindest einige solcher Zeichen erweitert haben. Aber leider nicht
einheitlich! Deine Zeichen sehen auf einem anderen Rechner wahrscheinlich
ganz anders aus.
Es gibt in anderen Newsgroup-Hierarchien Methoden, dieses Problem zu umgehen (die wohl bedeutenste ist MIME text/plain ISO-8859-n). In schule.* wird jedoch vorerst gebeten, ganz auf diese Nicht-ASCII-Zeichen zu verzichten. Das ist das Einfachste und Sicherste.
Als Umschrift gibt es einmal die übliche (ae, oe, ue, ss (oder in besonderen Fällen sz)), wie sie im Duden beschrieben ist, und solche, die Umschriften in anderen Computeranwendungen (TeX, LaTeX, HTML) nachempfunden sind. Such Dir Deine Lieblingsmethode, aber denke im Sinne der Abschnitte 3.3 und 5.1 daran, daß die Duden-Methode auch von nicht technisch interessierten Lesern gut verstanden wird.
Vergleichbare Rücksicht ist bezüglich der Steuerzeichen zu nehmen. Außer bei TAB (9), FF (12) (vgl. Abschnitt 5.4) und Zeilenende ist ihre Wirkung nicht einheitlich und selten die gewünschte. Aber selbst TAB und FF werden auf einigen Systemen mißverstanden. Also: Keine anderen Steuerzeichen verwenden.
Im Header einer Nachricht sind Nicht-ASCII-Zeichen und Steuerzeichen ganz besonders problematisch. Vermeide sie hier auf jeden Fall! (In anderen Newsgroup-Hierarchien gibt es eine Art "MIME für Header", um um diese Beschränkung herumzuarbeiten.)
rot13: Der Name steht für "rotiere um 13 Stellen". Das ist eine ganz primitive Verschlüsselungsmethode, bei der jeder Buchstabe im Alphabet 13 Stellen weitergerückt wird, wobei man gedanklich nach Z wieder A folgen l&axiuml;eßt. Die anderen Zeichen bleiben unverändert. Aus
F: Wieviel Beine hat ein Tisch? A: Zwoelf. Zwei vorne, zwei hinten, zwei links, zwei rechts, eins an jeder Ecke.wird also
F: Wieviel Beine hat ein Tisch? A: Mjbrys. Mjrv ibear, mjrv uvagra, mjrv yvaxf, mjrv erpugf, rvaf na wrqre Rpxr.Viele Newsreader haben eine eingebaute Entschlüsselungsfunktion für rot13. Das Praktische an rot13 ist, daß es seine eigene Umkehrung ist (weil 13 + 13 = 26 Stellen Verschiebung bei einem 26 Buchstaben langen Alphabet nichts ändern).
Die control-L-Konvention: control-L steht für das ASCII-Steuerzeichen Form Feed (FF, Nr. 12), was sich auf den meisten Systemen als Ctrl-L (bzw. Strg-L) eingeben läßt. Dies fordert den Newsreader auf, schon an dieser Stelle auf einen Tastendruck des Benutzers zum Weiterscrollen wie sonst am Seitenende zu warten. Man muß jedoch damit rechnen, daß nicht jeder Newsreader rot13 und control-L unterstützt.
Beispiel: Wer Informationen über ein Referat zu Thomas Mann sucht, sollte als Subject "Suche Daten zu Th. Mann" oder etwas Vergleichbares verwenden, nicht jedoch "HIIILFE! Muss Referat schreiben...".
Wenn die Adresse schon den vollen Namen enthält (z. B. johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de), ist es trotzdem gut, den Realnamen noch gesondert einzutragen, damit er gut erkennbar in der Artikelübersicht im Newsreader der Leser erscheint. Die Adressangabe sieht dann so aus:
johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de (Johann Doe) oder: Johann Doe <johann_doe@kag.meckenh.nw.schule.de>Wer Schrott verbreiten will, ohne dafür mit seinem Namen einzustehen, sollte das Netz und insbesondere schule.* ganz schnell wieder vergessen. Im übrigen ist es auch ohne Namensangabe sehr oft möglich, den Weg eines Artikels zurückzuverfolgen.
Kommt nun jemand im Laufe der Diskussion (sprichwörtlich :-) vom Hölzchen aufs Stöckchen, so sollte sein Artikel das Subject Stoeckchen (was: Hoelzchen) tragen. Man beachte: Das Re: vor dem alten Subject (falls überhaupt vorhanden) wird entfernt, der Rest mit " (was: " und ")" umgeben und hinter das neue Subject gesetzt. Bei Antworten auf Stoeckchen (was: Hoelzchen) entfällt dann der Hinweis auf den Originalbetreff und es entsteht Re: Stoeckchen.
Da angestrebt wird, dieses Konstrukt automatisch von Newsreadern auswerten zu lassen, sollte man es genau wie beschrieben anwenden (also insbesondere englisch "was" statt deutsch "war" schreiben).
Um nicht unnötig lange Artikel zu erzeugen, soll man nur die Passagen zitieren, auf die man auch wirklich eingeht. Passagen aus noch älteren Artikeln, auf die der gerade beantwortete Artikel eingeht, soll man nur nochmal zitieren, wenn man selbst erneut auf sie eingeht.
Längere Passagen, von denen der exakte Wortlaut nicht interessiert, kann man auch durch ein Stichwort in eckigen Klammern zusammenfassen und dann nicht zitieren.
Das Zitieren soll ja auch nur eine Gedächtnisstütze für den Leser sein, keine komplette Reproduktion des beantworteten Artikels.
Durch geschicktes Auslassen von Textteilen kann man ein Zitat so konstruieren, daß es gar nicht mehr die Meinung des Zitierten widergibt. Dieser Trick wird schnell durchschaut und zeugt nicht gerade von Fairness.
Vorsicht Falle! Beim folgendem Zitat:
Jim Knopf schrieb: > > Lukas ist doof! Frechheit!sieht es so aus, als stamme die zitierte Beleidigung von Jim. Jedoch stehen zwei Zitatmarken davor, folglich hat auch Jim dies wahrscheinlich nur zitiert. Man vermeide solche Mißverständnisse, sowohl durch vorsichtiges Lesen als auch durch bedachtes Zitieren.
Versende jedoch keine Antwort sowohl per Mail als auch in den News. Die meisten Leute lesen die Newsgruppen, in denen sie posten, ohnehin. Also würden die Übertragungskosten für Deine Antwort bei ihnen zweimal anfallen. Außerdem ist Mail oft schneller, und dann fallen sie aus allen Wolken, wenn sie eine schon erledigt geglaubte Sache in den News nochmal finden. Es soll allerdings auch schon vorgekommen sein, daß die News schneller waren.
Falls es ausnahmsweise besonders wichtig sein sollte, daß ein Followup ankommt, versende eine Mail mit einem Hinweis auf Deinen Artikel, oder setze vor den gemailten Artikel eine Warnung "Gepostet und gemailt".
Achte beim Zusammenfassen darauf, daß Du wirklich zusammenfaßt! Einfach nur alle Antworten zitieren ist unübersichtlich und verschwendet Netzkapazität.
Wenn Du den Absender trotzdem unbedingt beschimpfen willst, tue es per Mail. Willst Du dich über ihn beschweren, wende Dich an seinen Sysop oder Postmaster (vgl. Abschnitt 8.1). (Aber Vorsicht: Die sind natürlich nicht zu beschimpfen!)
In gleicher Weise gehört eine Diskussion, die in persönliches Beleidigen ausgeartet ist, nicht in die News.
Was allenfalls akzeptiert werden kann, sind private Kleinanzeigen, aber nur in den dafür vorgesehenen Newsgroups. Da es davon in schule.* aber derzeit keine gibt... -- no chance.
Bleiben die thematisch passenden, nichtkommerziellen Angebote in Diskussionsgruppen. Wenn eine Schule umständehalber ein altes Laborgerät zum Restwert abzugeben hat oder eine Schülerorganisation ein Buch für Schülerzeitungsredakteure zum Selbstkostenpreis vertreibt, so wird dies in schule.natwis bzw. schule.zeitung wohl niemand stören.
Es gibt in schule.* jedoch speziell für kleinere Mengen an Daten gedachte Newsgroups, z.B. schule.umwelt.aquadata. Man sollte aber gerade bei modernen Newsreadern, die Dateiversand durch einfaches Anklicken der Datei erlauben, aufpassen, daß man nicht aus Versehen Unmengen an Daten ins Netz pustet. Wie gesagt, das Problem sind nicht die eigenen Telefonkosten, sondern die tausend- oder hunderttausendfach anfallenden Kosten anderer.
Des weiteren verursacht solches Packen einige Nachteile:
Das, womit man Signaturen weiter aufblähen kann (ASCII-Grafiken, Sprüche, soundsoviel E-Mail-Adressen), interessiert nach dem zweiten oder dritten Artikel eh' niemanden mehr und verschwendet nur Netzkapazität und anderer Leute Geld.
Bevor Du Deine Postadresse oder Telefon-/Faxnummer in Deine Signature schreibst, wäge ab, inwieweit jemand damit Mißbrauch betreiben könnte, und ob überhaupt jemand, der Dir auch eine E-Mail schreiben kann, Dir einen Brief per Post oder Fax schicken will.
Alternativ können diese Artikel per FTP von
ftp.uni-paderborn.de:/pub/doc/FAQ/de.newusers/... oder
ftp.rus.uni-stuttgart.de:/pub/doc/faq/de.newusers/...
geholt werden. Hinweis: Bei FTP-Quellenangaben bedeutet foo.qux:/bar/baz, daß die Datei auf dem Rechner foo.qux unter dem Namen /bar/baz liegt. Als URL (siehe Abschnitt 8.2) schreibt sich das dann ftp://foo.qux/bar/baz.
Diese Texte sind auch für Leute interessant, die nur schule.* lesen, weil sie technische und netzkulturelle Hintergründe vermitteln, die auch in schule.* relevant sind:
ftp.uni-paderborn.de:/pub/doc/rfc/... oder
ftp.cs-tu-berlin.de:/pub/doc/rfc/...
Viel über Usenet-Kultur und -Slang lernt man vom Jargon File, zu beziehen in der jeweils aktuellen Version x.y.z per FTP von
prep.ai.mit.edu:/pub/gnu/jargxyz.txt.gz oder
ftp.uu.net:/archive/systems/gnu/jargxyz.txt.gz
Es gibt auch eine WWW-Version unter
http://www.ccil.org/jargon/jargon.html
Die Version 3.0.0 des Jargon Files ist auch als Buch (Paperback) für ca. 40 DM zu haben:
Eric Raymond (ed.): "The New Hacker's Dictionary", 2nd Edition MIT Press, Cambridge/Mass.; ISBN 0-262-68079-3
protokoll://server.do.main/do/ku/ment ^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^ | | -- genauer Fundort auf dem Server | -- Name des Rechners, der den Dienst anbietet +- Verwendetes Protokoll, beispielsweise HTTP, FTP, telnet...
Arno Eigenwillig
http://www.ciw.uni-karlsruhe.de/kopien/schule-netiquette.html
http://www2.ciw.uni-karlsruhe.de/kopien/schule-netiquette.html
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/schule/schule-netiquette
ftp://ftp.ciw.uni-karlsruhe.de/pub/schule/schule-netiquette.html