Jahrbuch des Instituts für Deutsche Sprache

Jahrbuch 2025:
Brunner, Annelen / Diewald, Gabriele / Hansen, Sandra / Kopf, Kristin / Wöllstein, Angelika (Hrsg.): Deutsch im Wandel. Jahrbuch des Instituts für Deutsche Sprache 2025. XIV/400 S. - Berlin / Boston: de Gruyter, 2026.
ISBN: 978-3-11-224014-4, Preis: 99,95 €
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / Boston: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-224015-1, Preis: 99,95 €

Dass Sprache einem permanenten Wandel unterliegt, gilt in der Forschung als unbestritten. Sichtbar werden größere Entwicklungslinien jedoch meist erst im längeren zeitlichen Abstand. Untersuchungen zu jüngeren Wandelphänomenen stehen daher vor der Herausforderung, Variation und situativen Gebrauch von tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Auch unterscheidet sich die Erforschung neuerer Entwicklungen grundlegend von der früherer Sprachstufen: Produktions- und Kommunikationsbedingungen haben sich durch Technologien so verändert, dass Innovationen sich anders und schneller verbreiten. Neue Korpora nicht-professioneller schriftlicher und gesprochener Sprachverwendung bieten ein breiteres Bild der Sprachwirklichkeit und Befragungen eröffnen Zugänge zu Datentypen, die für ältere Sprachstufen nicht vorliegen. Mit wachsender Orientierung an Reproduzierbarkeit und nachhaltiger Archivierung werden auch bei synchronen Daten Grundlagen für künftige diachrone Analysen geschaffen. Der Band bietet Einblicke in aktuelle deskriptive, theoretische und methodische Arbeiten zur Sprachwandelforschung in den deutschen Varietäten der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit. Schwerpunkte bilden u.a. Untersuchungen zu übergreifenden Linien des Sprachwandels, Datenquellen und methodische Zugänge, gegenwartssprachliche Reflexe historischen Wandels sowie theoretische Modellierungen von Wandelprozessen.

Inhaltsverzeichnis

Kopf, Kristin / Wöllstein, Angelika / Hansen, Sandra / Brunner, Annelen / Diewald, Gabriele:
  Deutsch im Wandel S. IX
 
Habermann, Mechthild:
  Der adverbale Genitiv im Umbruch
Sprachwandel an der Schnittstelle von Valenz, Muster und Konstruktion
S. 1
Jäger, Agnes:
  Linguistisch-theoretische Modellierung von Sprachwandel: Zyklischer Sprachwandel im Deutschen S. 25
Fleischer, Jürg:
  Grammatik, Text, Register?
Intraindividuelle sprachliche Variation bei Martin Luthers Relativsätzen
S. 49
Czicza, Dániel / Hansen, Sandra / Kopf, Kristin / Kretzschmar, Franziska:
  Grammatischer Wandel im neusten Deutsch: Vorstellung eines Forschungsvorhabens S. 73
Klosa-Kückelhaus, Annette / Wolfer, Sascha:
  “Newbies” und Alteingesessene
Ein Multimethodenansatz zur Untersuchung von Neologismenakzeptanz und deren Wandel
S. 97
Schlechtweg, Dominik:
  Bedeutungswandelerkennung in der Computerlinguistik
Ein Überblick
S. 123
Fuß, Eric:
  Zur Genese polyfunktionaler grammatischer Formen
Die Entwicklung des Default-Relativums was im Deutschen
S. 147
Smirnova, Elena:
  Lexikalisierung, Grammatikalisierung, Konstruktionalisierung
Im Spannungsfeld zwischen Beschreibung, Erklärung und Vorhersage
S. 173
Diewald, Gabriele:
  Bedeutungswandel bei Grammatikalisierungsprozessen S. 199
Dammel, Antje / Gillmann, Melitta:
  Mensch, Alter! Wie soll man das untersuchen?
Pragmatikalisierung im Vokativzyklus im Methodenvergleich
S. 225
Leuschner, Torsten:
  Irrelevanzkonditionale als emergente Konstruktionsfamilie S. 251
Hartmann, Stefan:
  “Wandernde” Kasusmorpheme
Variation, Fehler oder Vorboten des Sprachwandels?
S. 275
Hasse, Anja:
  Dialektentstehung, Dialektwandel
Alemannisch im traditionell rätoromanischen Sprachgebiet
S. 299
Zimmer, Christian:
  Kontakt als Sprachwandelkatalysator?
(Extraterritoriale) Varietäten des Deutschen im Vergleich
S. 323
Ackermann, Tanja / Simon, Horst J. / Discher, Henrik / Zoske, Janel:
  Variation und Wandel im Bereich höflichkeitssensitiver Ausdrücke S. 345
Lenz, Alexandra N. / Koppensteiner, Wolfgang / Mattes, Claudia / Korecky-Kröll, Katharina:
  Variationssensitive Ansätze zur korpus-linguistischen Erforschung lexikalischer Dynamik im 21. Jahrhundert S. 369