IDS-Logo

Wissenschaftliche Einzelveröffentlichungen im IDS-Verlag

Dittmar, Norbert / Paul, Christine (Hrsg.): Sprechen im Umbruch. Zeitzeugen erzählen und argumentieren rund um den Fall der Mauer im Wendekorpus. 200 S. - Mannheim: Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, 2019.
ISBN: 978-3-937241-72-2, Preis: 32,00 €, doi:10.14618/dittmar-paul-2019
Diese Veröffentlichung ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. MG 6127 [Online] IDS-Publikationsserver: urn:nbn:de:bsz:mh39-93496

[Fingerzeig] Zur Direktbestellung besuchen Sie bitte unseren Online-Webshop.

Die Beiträge untersuchen soziolinguistische, grammatische und pragmatische Aspekte des Wendekorpus, das authentische Erzählungen und streitbare Auseinandersetzungen rund um den Mauerfall und die Wiedervereinigung in den frühen 1990er Jahren dokumentiert. Was unterscheidet Umbrucherzählungen von anderen Erzähltypen (Bredel)? Anhand des verwendeten Ausdrucksrepertoires zeigt Schwitalla, wie unbegreiflich und undenkbar der Mauerfall für die meisten Ostdeutschen war. Historisch und aktuell ist die Frage, wie West- und Ostdeutsche ihre Identitäten anhand von Aussagen über das deutsch-deutsche Anderssein (Paul) und die Verwendung der stereotypen Zuschreibungen Ossi und Wessi (Roth) konstruieren. Dieses Anderssein, so der Beitrag von Dittmar, finde auch seine Resonanz in Umbruchstilen, die die beschädigte (Ost) und hegemoniale Identität (West) der Sprechenden reflektiere. Schließlich werden die erzählte Zeit (d.h. der Unterschied zwischen Präteritum und Perfekt) und die Ausbaumuster von narrativen Äußerungen im Nachfeld unter die grammatische Lupe genommen.

Inhaltsverzeichnis

Lobin, Henning / Reineke, Silke / Schmidt, Thomas:
  Vorwort IDS-Publikationsserver
Verlag
Das Wendekorpus
Dittmar, Norbert:
  Wie kam das Wendekorpus zustande? S. 11
Dittmar, Norbert / Paul, Christine:
  Ziele und Zwecke der Beiträge S. 15
Schmidt, Thomas:
  Das Berliner Wendekorpus am Archiv für Gesprochenes Deutsch
S. 23
Umbruchstile
Dittmar, Norbert:
  Zur ‘Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen’
‘Umbruchstile’: terra incognita
S. 31
Erzählen vom Umbruch
Bredel, Ursula:
  Mauererzählungen S. 67
Schwittalla, Johannes:
  “Wir ham dit ja kaum fassen können, wir ham dit eigentlich nich geglaubt’
Wie Ost- und Westberliner/innen ihren Unglauben, ihr Unverständnis und ihre Überraschung nach der Nachricht von der Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 narrativ rekonstruieren
S. 81
Identität und Stereotypen
Paul, Christine:
  wobei ick bin ja wahrscheinlich nich anders als die andern bei uns sag ick ma
Über das deutsch-deutsche Anderssein
S. 109
Roth, Marita:
  “Ossis’ versus “Wessis”, “Wir” versus “Die”
Zugang zu Fragen der Identität am Beispiel von Ost- und West-Stereotypen der 1990er Jahre und aktuelle Anwendbarkeit der Ergebnisse
S. 129
Schnittstelle Grammatik/Pragmatik
Dittmar, Norbert:
  Da rannten ganz viele über den Platz, aber Lola ist am schnellsten gerannt
Präteritum und Perfekt im Narrathonlauf
Die ersten 42 Stunden nach dem Fall der Mauer in Erzählungen von Ost- und Westberlinern
S. 149
Dittmar, Norbert / Russo, Valentina:
  Die rechte Peripherie narrativer Äußerungen im Deutschen zwischen Typen grammatisch gebundener und pragmatisch “angehängter” Muster im Wendekorpus S. 163
Dokumentation
Dittmar, Norbert:
  Neue Arbeiten zum Wendekorpus: Bibliographie und Kommentare S. 191