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Abstracts Deutsche Sprache 2/01

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Fernande Krier

Diskursorganisation in den Debatten des deutschen Bundestages

Abstract

Zunächst erfolgt die Kennzeichnung der Textsorte und ihrer Makrostruktur. Sodann geht es um die Verknüpfungsmittel von Äusserungen: Textreferenzformen, Gliederungsmarkierer sowie Argumentationsmarkierer in Diskursabfolgen, Kommentaren und logischen Implikationen. Schließlich werden die rhetorischen Mittel in Diskursstrategien behandelt: Wiederholungen, Aufzählungen, Routineformeln und Hervorhebungen sowie metakommunikative Ausdrücke und verschiedene Äußerungstypen.

First, the text type 'debate in the federal parliament' and its macrostructure are characterised. Then the utterance connectors are described, i.e. forms of coreference, structural markers and argumentation markers in discourse sequences, comments and logic implications. Finally, the rhetorical means employed in discourse strategies are studied: repetitions, enumerations, stereotypes, emphatic and metacommunicative expressions, and different types of utterances.


Jörg Peters

Steigend-fallende Konturen im Berlinischen

Abstract

Steigend-fallende Konturen treten im Berlinischen auf, wenn enger Fokus vorliegt und die Menge der ausgeschlossenen Alternativen begrenzt ist. Zwei Typen steigend-fallender Akzente lassen sich unterscheiden: Beim ersten Typ wird der Akzentgipfel noch innerhalb der nuklearen Akzentsilbe erreicht, beim zweiten Typ erst im Bereich der Folgesilbe. Funktional unterscheiden sich beide Typen hinsichtlich der Frage, ob die ausgeschlossenen Alternativen für die Adressaten aus Sicht des Sprechers Geltung haben oder nicht. Ein Vergleich mit dem Hamburgischen zeigt, dass mit regionalen Unterschieden im Gebrauch steigend-fallender Konturen zu rechnen ist.

The rise-fall intonation pattern occurs in Berlin speech if close focus is present and the number of excluded alternatives is limited. Two types of rise­fall can be differentiated: in the first type the accent summit is reaches within the nucleus, in the second type it is reached in the following syllable. Functionally the two types differ according to whether the excluded alternatives are valid for the addressees from the viewpoint of the speaker or not. A comparison with Hamburg speech shows that regional differences in the use of the rise­fall are to be expected.


Joachim Sabel

Das deutsche Verbum infinitum

Abstract

In diesem Aufsatz diskutiere ich die Distribution von kohärenten Kontroll-Infinitiven im Deutschen. Es werden die Verbklassen bestimmt, die kohärente Infinitive lizenzieren. Dabei zeigt sich, dass ausschließlich Infinitive 'kohärent' konstruiert werden können, die die Position der Akkusativ NP (bzw. die Position des direkten Objekts) einnehmen. Kontroll-Infinitive in anderen strukturellen Positionen sind zwangsläufig 'inkohärent'. Transparente Infinitive in Sprachen wie dem Polnischen und Spanischen sind in derselben Weise in ihrer Distribution beschränkt. Ich schlage eine einheitliche Analyse der relevanten Daten vor, die weitere distributionelle Generalisierungen bezüglich des Auftretens kohärenter Infinitive korrekt prognostiziert. Für die idiolektale Variation, die unter Sprechern in Bezug auf bestimmte Verben existiert, die kohärente Infinitive lizenzieren, wird eine Erklärung formuliert, die auf der Idee basiert, dass die Bildung dieser Infinitive an die Präsenz eines Inkorporations-Merkmals gebunden ist, das beim Spracherwerb auf der Grundlage positiver Evidenz erworben wird.

In this article, I discuss the distribution of so-called 'coherent (control) infinitives' in German. In section 2, I will argue that both coherent as well as incoherent control-infinitives have a sentential status. In section 3, I argue that only infinitives occupying the position of the direct object show the well-known properties associated with coherent infinitives. Control infinitives in other structural positions represent incoherent infinitives. This situation is not limited to German infinitives. Transparent infinitives in Polish and Spanish show the same structural asymmetry. In section 4, I propose a unified analysis for the data that in addition, correctly predicts further restrictions for the distribution of coherent infinitives. In section 5, I propose an account for idiolectal variation in the class of verbs that license coherent infinitives. This account is based on the idea that coherent infinitives require an incorporation-feature in their lexical entry that is acquired on the basis of positive evidence.


Christa Dürscheid

Verbsyntax und Rollensemantik

Abstract

Im vorliegenden Beitrag steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Rollensemantik der in einem Syntagma auftretenden Phrasen ermittelt werden kann. Als Untersuchungsgegenstand dienen zunächst solche Phrasen, die vom Verb selegiert werden. Es wird gezeigt, dass sich die Rollensemantik dieser Phrasen über verbspezifische Faktoren (Verbsemantik, Verbdiathese, Verbvalenz) und über ihre Position in der Syntax-Semantik-Hierarchie bestimmen lässt. Der zweite Teil des Beitrags bezieht Adjunkte in die Untersuchung ein. Deren Rollensemantik, so wird argumentiert, resultiert aus inhärenten Merkmalen der Phrasen selbst. In einer Schlussbemerkung wird die Relevanz einzelsprachlicher Analysen betont.

The following paper explores the determination of the semantic roles of phrases occurring in a syntagm. In the first part, the analysis concentrates on phrases selected by the verb. It is shown that the semantic roles of these phrases can be determined both by factors specific to the verb (verbal semantics, diathesis, valency) and by their position in the hierarchical order of the interface between syntax and semantics. The second part of the paper extends the investigation to adjuncts. It is argued that their role semantics results from inherent properties of the phrases. Concluding remarks emphasise the relevance of the analysis of particular languages.