IDS-Logo
Startseite : : Publikationen : : Katalog - extern : : Sprache und Wissen : : Bände 1 - 10 : : Band 6

Katalog - extern

Sprache und Wissen

Band 6:
Kämper, Heidrun / Scharloth, Joachim / Wengeler, Martin (Hrsg.): 1968. Eine sprachwissenschaftliche Zwischenbilanz . VIII/414 S. - Berlin / Boston: de Gruyter, 2012.
ISBN: 978-3-11-025471-6
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. MS 2417
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / Boston: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-025472-3

→ Heidrun Kämper:
Veröffentlichungen | Profil

Die Chiffre „1968“ ist Name für einen Erinnerungsort, der insbesondere durch seine Sprache das kollektive Gedächtnis prägt. Nach vierzig Jahren ist die Zeit für eine Zwischenbilanz gekommen. Diese Bilanz wird in dem vorliegenden Sammelband gezogen. Er enthält die überarbeiteten Vorträge einer Tagung, die im Mai 2008 stattfand. Die Beiträge stellen die vielfältigen Ausprägungen und Aspekte dieser Sprache dar und machen damit deutlich, dass „die 68er-Sprache“ einen unbestreitbaren Platz in der Kulturgeschichte, insbesondere in der kulturwissenschaftlichen Linguistik, hat. Ihre Erscheinungsformen werden mit diskursanalytischem, sprachpragmatischem, textsortengeschichtlichem oder semiotischem Instrumentarium dargestellt und beschrieben. Der mit 68 eintretende Wandel kommunikativer Praktiken erschließt außerdem die kommunikationsgeschichtliche Perspektive. Damit wird insofern ein kulturwissenschaftlicher Beitrag geleistet zur Sprachgeschichte ebenso wie zur Semiotik, zur Medien- ebenso wie zur Zeitgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

Kämper, Heidrun / Scharloth, Joachim / Wengeler, Martin:
  Einleitung IDS-Publikationsserver
S. 1
1968 und die Folgen. Sprachanalytische Perspektiven
Scharloth, Joachim:
  Von der Informalität zum doing buddy
“1968” in der Sprachgeschichte des Deutschen
S. 27
Wengeler, Martin:
  “Der Angriff auf das Bestehende”
Zur Erinnerungskultur an “1968” in deutschen Printmedien am Beispiel des Spiegel
S. 55
Müller, Nicole:
  “Alltagsroutine gibt es bei uns nicht!”
Zum Verhältnis von Sprachwandel und Gesellschaftskritik am Beispiel des Recruiting-Diskurses
S. 83
Die Medien des Protests. Flugblätter, Wandzeitungen, Lieder, Körper und kommunikative Gattungen
Niehr, Thomas:
  “Still schäm' ich mich in meiner Zelle, Fritz Teufel, Ausgeburt der Hölle.”
Sprachreflexive Elemente in den Flugblättern der Kommune I
S. 115
Zaugg, Peter:
  Die Zürcher Untergrundzeitschrift “Hotcha!” – Subkultureller Stil im multimodalen Text S. 135
Roth, Kersten Sven:
  Das politische Liedermacherlied vor, während und nach 1968 – zur Modellierung dynamischer Textsorten-Diskurs-Relationen S. 163
Linke, Angelika:
  Unordentlich, langhaarig und mit der Matratze auf dem Boden
Zur Protestsemiotik von Körper und Raum in den 1968er Jahren
S. 201
Verheyen, Nina:
  Distinktion durch Diskussion. 1968 und die sozialen Folgen verbaler Interaktion S. 227
Schnoz, Monika:
  Die Wandzeitungen des Sechstagerennens
Zur kommunikativen Funktion eines alternativen Mediums
S. 245
Kritische Semantik. Diskursanalytische Perspektiven auf begrifflich-ideologische Konstruktionen
Kämper, Heidrun:
  Der Faschismus-Diskurs 1967/68. Semantik und Funktion IDS-Publikationsserver
S. 259
Kilian, Jörg:
  Gewaltsamkeiten. Studenten, ihre Sprache und die Eskalation eines Themas zwischen akademischem Diskurs und Straßenkampf S. 287
Bering, Dietz:
  Die 68er – anti-intellektuelle Intellektuelle? S. 307
Rothenhöfer, Andreas:
  “Jenes knisternde Vietnamgefühl…”
Perspektivischer Internationalismus und globalisierter Politjargon im deutschen und amerikanischen Protestdiskurs
S. 335
Gätje, Olaf:
  Zur Metaphorik akademischer und avantgardistischer Sprachkritik um 1968 oder das Bemühen, “eindimensionale Denk- und Sprachformen aufzusprengen und die Vieldimensionalität konkreter Wirklichkeit zu zeigen” S. 357
Linguistische Perspektiven auf den deutschen Terrorismus
Steinseifer, Martin:
  Die RAF als Medienereignis – visuelle und sprachliche Inszenierungen S. 375
Musolff, Andreas:
  Die RAF als “Hitler's children”? – Öffentlicher Terrorismus-Diskurs und “Vergangenheitsbewältigung” S. 399