Sprache - Literatur und Geschichte

Studien zur Linguistik / Germanistik

Band 17:
Leitgeb, Christoph / Reichensperger, Richard: Grillparzer und Musil. Studien zu einer Sprachstilgeschichte österreichischer Literatur. Herausgegeben von Walter Weiss. II/274 S. - Heidelberg: Winter, 2000.
ISBN: 3-8253-0844-8

In acht Studien zu zwei Zentralgestalten unterschiedlicher Epochen – Grillparzer stand ambivalent am Beginn der Moderne, Musil markiert deren Höhepunkt – werden hier unterschiedliche Systeme untersucht, ohne eine lineare Entwicklung zu konstruieren.
Der strukturalen Linguistik verdankt sich die Einsicht, daß für »Stil« das übergeordnete Normensystem der Gattung und die Ästhetik einer Zeit prägend sind. Deshalb kann auch die Untersuchung eines Einzelwerks – etwa von Grillparzers »Selbstbiographie« oder eines Musilschen Romankapitels – Kontextzusammenhänge sichtbar machen. Das Einzelwerk wird als Repräsentant eines bestimmten Systems literaturischer Möglichkeiten betrachtet: Die Änderung dieser Bezugssysteme markiert Verschiebungen, die hier konkret an Texten festgemacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Weiss, Walter:
  Einführung S. 5
 
Reichensperger, Richard:
  Dramentheorie und Stilanalyse – Franz Grillparzers Die Jüdin von Toledo S. 12
Leitgeb, Christoph:
  Schicksal und Lüge. Oder: Biedermeierliche Aufklärung. Kant in Grillparzers "Lustspiel" S. 42
Reichensperger, Richard:
  Die doppelte Geschichte: Franz Grillparzers Selbstbiographie S. 78
Leitgeb, Christoph:
  Grillparzers "Jugenderinnerungen im Grünen" S. 124
Leitgeb, Chriostoph:
  Grillparzers "Kloster bei Sendomir" und Musils "Tonka": Ein Sprachstilvergleich S. 143
Leitgeb, Chriostoph:
  Abstrakte Mauern, Konkrete Ideologie: Zur Hausmetaphorik Robert Musils S. 181
Reichensperger, Richard:
  Sprache als Gesellschaftskritik in Robert Musils "Nachlaß zu Lebzeiten" S. 206
Leitgeb, Christoph:
  Ein Weg zum "Heimweg": Über Textstruktur und Nachlaßfassungen eines Kapitels aus Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften" S. 235
 
Register S. 267