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Linguistische Arbeiten

Band 500:
Neef, Martin: Die Graphematik des Deutschen. VI/242 S. - Tübingen: Niemeyer, 2005.
ISBN: 3-484-30500-2
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QF 1119
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / New York: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-091485-6

Bisherige theoretische Arbeiten zu geschriebener Sprache verfolgen zumeist das Ziel, orthographisch sanktionierte Wortschreibungen unmittelbar aus der grammatischen Basis herzuleiten, insbesondere aus der Lautform. Das in dieser Studie formulierte "Rekodierungsmodell" geht von der Annahme aus, dass diese Beziehung von Lautformen zu orthographischen Schreibungen nicht direkter Natur ist, sondern dass hier notwendigerweise eine vermittelnde Ebene der Graphematik zwischengeschaltet ist. Die Graphematik ist dabei derjenige Teilbereich einer Theorie des Schriftsystems, der das Verhältnis von geschriebenen Formen zu lautlichen Formen erfasst. Im Kern geht es hierbei um die Frage, wie Schreibungen in Lautungen überführt werden können. Gegenstand der Studie ist demzufolge eine Analyse des Korrespondenzpotentials aller Buchstaben des deutschen Alphabets. Hierfür werden explizite Regeln formuliert, die zeigen, in welchen Kontexten ein Buchstabe mit welchen phonologischen Einheiten korrespondiert. Zusätzlich werden mit Hilfe von Beschränkungen die Phänomene Dehnung und Schärfung behandelt, die das deutsche Schriftsystem prägen. Die Untersuchung formuliert damit wesentliche Grundlagen für eine Analyse der Orthographie, verstanden als Mechanismus der Auswahl konventioneller Schreibungen auf der Basis eines graphematischen Lösungsraums, und sie liefert relevante Argumente für Reformdebatten.

Inhaltsverzeichnis

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0.   Einleitung S. 1
1.   Ein Rekodierungsmodell der Graphematik S. 4
2.   Phonologische und graphematische Grundlagen S. 24
3.   Die Korrespondenzen der Konsonantenbuchstaben S. 53
4.   Schärfung und das Korrespondenzpotential von Vokalbuchstaben S. 117
5.   Dehnung und die Rekodierung von Vokalbuchstabenpaaren S. 148
6.   Skizze einer systematischen Orthographie S. 188
7.   Zusammenfassung und Ausblick S. 207
 
Danksagungen S. 217
Literaturverzeichnis S. 219
Anhang S. 227

Rezensionen

  • Noack, Christina (2006): Kurzrezension von: Martin Neef, Die Graphematik des Deutschen. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft 25.2. Organ der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. S. 311-313. Text

  • Dürscheid, Christa (2006): Rezension von: Martin Neef: Die Graphematik des Deutschen. In: Muttersprache 2/116. Wiesbaden: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). S. 179-182.