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Linguistische Arbeiten

Band 436:
Beck, Hans-Rainer: Politische Rede als Interaktionsgefüge: Der Fall Hitler. X/225 S. - Tübingen: Niemeyer, 2001.
ISBN: 3-484-30436-7
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. MZ 485
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / New York: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-092702-3

Gegenstand der empirischen Untersuchung sind sieben Reden Hitlers aus dem Zeitraum von 1933 bis 1944 (inkl. einer Erstedition im Anhang). Politische Rede wird als ein kommunikativ konstruiertes Wechselspiel zwischen Redner und Publikum aufgefaßt, dessen dialogisches Gefüge unter dem Oberbegriff der Emphase mittels aufeinander bezogener, quantifizierender Analysen der Rhetorik – Stil, Prosodie und Semantik – und des Publikumshandelns herausgearbeitet wird. Erstens werden regelhafte linguistische Zusammenhänge bei gesprochener Sprache aufgezeigt, etwa zwischen attackierender Semantik und Prosodie oder zwischen syntaktischer und attackierender Semantik bzw. Prosodie. Zweitens nimmt die Interpretation anhand von zeitgenössischen Quellen Bezug auf historisch-politische Kontexte, in denen die Reden stattfinden.

Die aus der linguistischen Interaktionsanalyse gewonnenen Erkenntnisse spiegeln die Historie wider. Es zeigt sich die situationelle Bedingtheit erstens der Ausprägung öffentlicher politischer Rhetorik und zweitens des "Erfolgs" bzw. "Mißerfolgs" rhetorischer Strategien bei der Rezeption. Angelehnt an ein Charisma-Konzept, das Charisma als ein soziales und kommunikativ konstituiertes Produkt auffaßt, wird anhand der sieben zwischen Hitler und Publikum stattfindenden Interaktionsabläufe das Bild einer >Interaktionsgeschichte< von 1933 bis 1944 gezeichnet, die sich vor dem historischen Hintergrund plausibel deuten läßt. Die Analyse verbindet damit mikroskopische, quantifizierende linguistische Untersuchung mit makroskopischer, qualitativ orientierter historischer und soziologischer Interpretation.

Inhaltsverzeichnis

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Vorwort S. IX
 
1.   Einleitung S. 1
2.   Über das dialogische Verhältnis zwischen Redner und Publikum S. 3
3.   Die Forschung zur Sprache im Nationalsozialismus S. 29
4.   Auswahlkriterien und historisch-politische Kontexte der Reden S. 40
5.   Interaktionsverlauf zwischen Redner und Publikum in Phasen S. 49
6.   Formale Stilisierung 1933-1944 S. 88
7.   Prosodische und formal stilistische Emphase 1933-1944 S. 96
8.   Adversive Semantik mit Blick auf Stil und Prosodie 1933-1944 S. 118
9.   Publikumsäußerungen 1933-1944 S. 139
10.   Zusammenfassung und Interpretation S. 165
 
Literatur S. 195
Analysierte Tondokumente (Deutsches Rundfunkarchiv DRA) S. 200
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis S. 201
Anhang: Hitlers Rede vom 24. Februar 1944, München, Hofbräuhaus S. 203

Rezensionen

  • Diekmannshenke, Hajo (2002): Rezension von: Hans-Rainer Beck: Politische Rede als Interaktionsgefüge. Der Fall Hitler. In: Muttersprache 1/112. Wiesbaden: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). S. 84-85.

  • Beißwenger, Michael (2001): Rezension von: Hans-Rainer Beck: Politische Rede als Interaktionsgefüge: Der Fall Hitler (Linguistische Arbeiten 436). In: Zeitschrift für Angewandte Linguistik 35. Frankfurt a.M.: Lang. S. 105-118.