IDS-Logo
Startseite : : Publikationen : : Linguistische Arbeiten : : Bände 401 - 450 : : Band 413

Extern

Linguistische Arbeiten

Band 413:
Schwarz, Monika: Indirekte Anaphern in Texten. Studien zur domänengebundenen Referenz und Kohärenz im Deutschen. IX/175 S. - Tübingen: Niemeyer, 2000.
ISBN: 3-484-30413-8
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QA 2771
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / New York: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-091251-7

In dieser Arbeit wird das textlinguistische Phänomen der indirekten Anaphorik (Assoziations- bzw. Kontiguitätsanaphorik) erstmalig systematisch in seinem Variantenreichtum als eine Form der kohärenzetablierenden Textreferenz beschrieben und analysiert. Vor dem Hintergrund der modernen Texttheorie wird gezeigt, daß indirekte Anaphern einen Typ der domänengebundenen Textreferenz (d.h. eine von im Vortext aktivierten Wissensrepräsentationen abhängige Verweisform) darstellen und als expliziter Ausdruck impliziter Kohärenzrelationen in Texten zu erklären sind. In Kapitel 1 wird der Stand der Forschung skizziert und gezeigt, daß relevante Aspekte des Phänomens noch nicht hinreichend berücksichtigt und erklärt worden sind. In Kapitel 2 wird ein prozedurales Rahmenmodell für die Behandlung von textueller Referenz vorgestellt. In Kapitel 3 erfolgt die Erörterung der kohärenzstiftenden Funktion indirekter Anaphern. Indirekte Anaphern haben zwei textuelle Referenzfunktionen: Dem Rezipienten signalisieren sie beim Aufbau des Textweltmodells sowohl Aktivierungs- als auch Re-Aktivierungsprozesse. Indirekte Anaphern werden daher in Kapitel 4 als >rhematische Thematisierungen< charakterisiert, da sie sowohl zur textuellen Kontinuität als auch zur Progression in Texten beitragen. Sie stellen eine Form der in Texten systematisch auftretenden referentiellen Unterspezifikation dar, die auf der wechselseitigen Antizipation und Koordination von Wissen bei der Sprachverarbeitung basiert. Die Klassifikation indirekter Anaphern in Kapitel 5 unterscheidet semantische und konzeptuelle Typen danach, in welcher Relation die indirekte Anapher zu ihrem textuellen Bezugselement steht und welches Wissen aktiviert werden muß, um diese Relation etablieren zu können. In Kapitel 6 wird anhand zahlreicher Belege aus natürlich-sprachigen Texten dafür argumentiert, daß die Verarbeitung direkter und indirekter Anaphern (die bislang durch ganz unterschiedliche Prozesse beschrieben wurde) einheitlich in einem Modell erklärt werden kann. Die hier vorgelegte Untersuchung kann somit einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Anaphorik allgemein leisten und tiefere Einblicke in das Phänomen der Textkohärenz liefern.

Inhaltsverzeichnis

mehr anzeigen
Vorwort S. IX
 
0.   Einleitung S. 1
1.   Stand der Forschung S. 5
2.   Kohärenz, Textverstehen und domänengebundene Referentialisierung S. 19
3.   Indirekte Anaphern als textuelle Referenzphänomen S. 48
4.   Indirekte anaphorik als ein Typ der referentiellen Unterspezifikation S. 78
5.   Typen indirekter Anaphern: Zu einer Klassifikation S. 98
6.   Zu einem einheitlichen Interpretationsmodell für direkte und indirekte Anaphern S. 133
7.   Schlußbemerkungen: Zusammenfassung und Ausblick S. 159
8.   Literatur S. 163
9.   Quellenverzeichnis S. 175