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Linguistische Arbeiten

Band 354:
Wirth, Dieter: Paraphrase und Übersetzung in einem Inhalt-vs.-Text-Modell. XVI/380 S. - Tübingen: Niemeyer, 1996.
ISBN: 3-484-30354-9
Dieser Band ist im IDS verfügbar:
[Buch] IDS-Bibliothek: Sig. QB 1932
Alternatives Medium:
E-Book (PDF). Berlin / New York: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-093093-1

Ausgangspunkt der Arbeit ist die Beobachtung, daß innerhalb natürlicher Sprachen Ausdrücke ausgetauscht werden können, ohne daß ein Unterschied im Ausgedrückten angenommen werden muß. Diese Eigenschaft der Paraphrasierbarkeit bewirkt eine kommunikativ vorteilhafte Flexibilität und sorgt für günstige Spielräume beim Übersetzen. "Nichtwörtliches" (strukturveränderndes) Übersetzen läßt sich zusammensetzen aus einem unakzeptablen Versuch "wörtlichen" Übersetzens und aus einer nachfolgenden akzeptablen Paraphrasierung in der Zielsprache.

In Teil I der Arbeit werden Arten der Ungleichheit von Ausdruckspaaren ausgesondert und Wege zu deren Überwindung aufgezeigt. Teil II legt die Modifizierung des von Meľcuk, Apresjan u.a. entwickelten Mehrebenen-Sprachmodells "Smysl-Tekst" dar. Im Zentrum steht die von einer semantischen Valenztheorie geprägte tiefensyntaktische Struktur mit den sog. lexikalischen Funktionen, die Mittel semantischer Kurzbeschreibung sein sollen. Teil III präsentiert ein Netzwerk von rund 1500 Einschritt-Typen deutscher (zuzüglich spezifisch russischer) Paraphrasen, wobei die rund 700 in der Tiefensyntaktischen Struktur erzeugten Typen bereits formal notiert werden. In Teil IV finden sich die im Mittelteil vorgeführten Möglichkeiten nun als Notwendigkeiten struktureller Veränderung bei der russisch-deutschen Übersetzung. Aufgestellt wird ein Katalog von Motiven für obligatorisch paraphrasierendes Übersetzen. Teil V zeigt den teils formalisierten Versuch einer durchgängigen Analyse am Beispiel der Anfangspassage von Tolstojs Roman "Anna Karenina" und den deutschen Übersetzungen. Ziel der Arbeit ist vor allem die Grundlegung von mehrsprachigen Erklärend-Kombinierenden Wörterbüchern und von Übersetzungsphrasenbüchern.

Inhaltsverzeichnis

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Vorwort S. XV
Einleitung S. 1
Teil I: Paraphrase und Äquivalenz
1.   Der Begriff Paraphrase S. 7
2.   Arten von Ungleichheit (Nichtäquivalenz) S. 13
3.   Möglichkeiten der Überwindung von Ungleichheit S. 45
4.   Äquivalenz und Übersetzung S. 52
Teil II: Modifizierung des Sprachmodells “Smysl↔Tekst”
1.   Das Modell “Bedeutung↔Text” innerhalb des Modells “Inhalt↔Text” S. 55
2.   Die Beschreibungsstrukturen S. 58
3.   Modifizierung der Tiefensyntaktischen Struktur (Tiefenstruktur) S. 61
4.   Kommentierte Liste lexikalischer Funktionen S. 74
5.   Die Tiefenstruktur als Schaltstation des Übersetzens S. 100
6.   Zum System der Paraphrasierung S. 101
Teil III: Typen von Paraphrasen (mit deutschen und spezifisch russischen Beispielen)
1.   Informatorische/enzyklopädische Paraphrase (E'-P) S. 113
2.   Enzyklopädische Paraphrase (E-P) S. 114
3.   Semantische Paraphrase (S-P) S. 116
4.   Semantische/tiefensyntaktische Paraphrase (S/T-P) S. 123
5.   Tiefensyntaktische Paraphrase oder Tiefenparaphrase (T-P) S. 132
6.   Tiefensyntaktische/oberflächensyntaktische Paraphrase (T/O-P) S. 255
7.   Oberflächensyntaktische Paraphrase (Oberflächenparaphrase, O-P) S. 274
8.   Positionelle Paraphrase (P-P) S. 284
9.   Morphologische Paraphrase (M-P) S. 285
10.   Artikulatorische Paraphrase (A-P) S. 287
11.   Graphische Paraphrase (G-P) S. 288
Anhang: Listen ungeklärter Paraphrasen (..P xy) S. 289
Teil IV: Auf dem Weg zu einer systematischen Erfassung russisch-deutscher Übersetzung
1.   Der Begriff des wörtlichen Übersetzens S. 293
2.   Die Paraphrasen-Typologie als Basis einer Übersetzungs-Typologie S. 295
3.   Beispiele russisch-deutscher Übersetzungsparaphrasen (ÜP) S. 299
4.   Die Motivierung von Übersetzungsparaphrasen S. 309
5.   Tiefen-Motive (T-MOT) für elementare Tiefen-Übersetzungsparaphrasen (T-ÜP) S. 311
6.   Auf späteren Ebenen sichtbare Motive für elementare T-ÜP S. 318
7.   Ausblick auf eine künftige linguistische Praxis S. 320
Teil V: Versuch einer Übersetzungsanalyse anhand der Anfangspassage des Romans “Anna Karenina”
1.   Vorbemerkungen S. 323
2.   Formalisierte Rekonstruktion der Übersetzung Arthur Luthers S. 324
3.   Vollständige verbale Analyse der weiteren fünf aktuellen Übersetzungen: Scholz, Ottow, Asemissen, Schaffgotsch, Drohla S. 342
4.   Kurzanalyse der übrigen sechzehn Übersetzungen: Graff, Roskoschny, Hauff, Mordaunt, Moser, Löwenfeld (/Berndl), Fronstein/Berndl, Röhl, Stellzig, Paulsen (/Lüdtke), Frisch, Goetz, Kotulski, Wittig (/Koloschinsky), Hoerschelmann, Rauhof, Seidler (/Lorenz) S. 356
 
Literaturverzeichnis S. 365
Kurzerklärung der verwendeten Symbole S. 372