Germanistische Linguistik

Heft 2/2025:
Toke Hoffmeister / Christina Kauschke / Mathias Scharinger (Hrsg.): Repräsentationen aus linguistischer und interdisziplinärer Perspektive. 384 S. - Hildesheim / Zürich / New York: Olms, 2025.

Das Konzept der mentalen Repräsentationen wird in vielen verschiedenen Disziplinen genutzt, um kognitive Leistungen des Menschen wie Wahrnehmen, Erinnern, Erkennen und Abstrahieren zu erklären. Diesem Konzept liegen verschiedene Denktraditionen und Paradigmen zugrunde, die sich in unterschiedlichen, sich scheinbar oder tatsächlich widersprechenden Repräsentationsbegriffen äußern. Der vorliegende Band bringt diese Denktraditionen und Paradigmen zusammen, beleuchtet die Divergenzen der Ansätze und lotet Chancen eines common ground aus. Durch die Gegenüberstellung philosophischer, linguistischer, psychologischer, neurowissenschaftlicher und kognitionswissenschaftlicher Perspektiven wird die epistemische Tragweite des Repräsentationsbegriffs sichtbar, dessen heuristisches Potenzial für eine präzisere Theoriebildung nutzbar gemacht werden kann. Damit zielt der Band auf eine systematische Klärung und interdisziplinäre Öffnung eines der zentralen Begriffe moderner Erkenntnistheorie und Kognitionsforschung ab.

Inhaltsverzeichnis

Hoffmeister, Toke / Kauschke, Christina / Scharinger, Mathias:
  Repräsentationen aus linguistischer und interdisziplinärer Perspektive – zur Einleitung S. 3
Teil 1: Theorie mentaler Repräsentationen
Kasper, Simon / Hoffmeister, Toke:
  Philosophische und sprachtheoretische Anforderungen an den Begriff der mentalen sprachlichen Repräsentation S. 15
Schlicht, Tobias / Dolęga, Krzysztof:
  Mentale Repräsentationen in der Kognitionswissenschaft S. 73
Spieß, Constanze:
  Die soziopragmatische Perspektive auf den Repräsentationsbegriff – Zur Repräsentation von Krankheit und Gesundheit in bioethischen Diskursen S. 113
Teil II: Empirische Zugänge zur Untersuchung mentaler Repräsentationen
Scharinger, Mathias:
  The Mismatch Negativity (MMN) as an index of (cognitive) language representations S. 161
Jesse, Alexandra / Zou, Yun:
  Representations: Flexible Adjustment to Talker Variation S. 193
Bremmer, Frank:
  Neural representation of space S. 215
Straube, Benjamin / Leinweber, Katrin:
  Dimensions of mental representations in psychiatry: An example from speech and gesture processing in schizophrenia S. 235
Domahs, Ulrike / Kauschke, Christina:
  Reduktionssilben in der typischen und gestörten Sprachentwicklung – Einsichten in die Repräsentation prosodischer Muster S. 257
Park, Maike / Werth, Alexander:
  Zur Modellierung sprachlicher Repräsentationen via Image Schemas
Bewegungsverben, Positionsverben und der sprachliche Ausdruck von Uhrzeit in den Varietäten des Deutschen
S. 297
Fischer, Hanna / Krapp, Maria Luisa:
  Methodische Zugänge zu Stabilität und Wandel sprachlicher Repräsentationen am Beispiel der Konjunktivperiphrasen im Deutschen S. 331
Lameli, Alfred / Spina, Nadja:
  The Signs of Time: The Indexical Value of Pre-boundary Lengthening S. 357
 
Affiliationen S. 383