3. Eigenschaften neuer Medien

Dass eine Korrespondenz zwischen den Eigenschaften der Textsorte Grammatik und denen eines multimedialen Hypertexts besteht und dass diese Konstellation sich zum Zwecke der Optimierung von Grammatiken nutzen lässt, war Ausgangsthese des Projekts GRAMMIS (vgl. Storrer 1995, 1997, 1998 und Breindl 1998). Im Rahmen der Neukonzeption von GRAMMIS als online abrufbarem Informationssystem soll nun außerdem gezeigt werden, welche zusätzlichen Mehrwerte mit dem WWW als elektronischem Publikationsorgan verbunden sind.

3.1 Multimedialität

Der inhärenten Mehrkanaligkeit des Gegenstands Sprache können gedruckte Grammatiken nicht Rechnung tragen; multimediale Systeme dagegen bieten Text, Grafik, Bild, Animation, Video und Ton in integrierter und oft auch synchronisierter Form.[5] Tondateien etwa machen Phonetik-Komponenten in Grammatiken für Nicht-Muttersprachler überhaupt erst sinnvoll. So kann etwa der englischsprachige Lerner-Nutzer des kontrastiv angelegten Phonetikkurses German Pronunciation von Gary Smith die deutschen Lang- und Kurzvokale nicht nur als graphematische sondern auch als akustische Minimalpaare (Bahn: Bann, kam: Kamm) rezipieren und phonetische Unterschiede, die in der orthographischen Konvention neutralisiert sind (Dieb: Diebe), überhaupt erst erkennen. Eine andere Adressierung hat die kleine Hyper-Grammar of the Mon language" [6] aus einem Kurs "Feldmethoden der Linguistik" an der Universität Albany NY, die hier gleichzeitig als gelungenes Beispiel für ein abgerundetes, zielgruppenadäquates multimediales Hyperdokument gelten mag. Eine Strukturgrafik visualisiert die sprachtypologische Einordnung des Mon in die Sprachfamilien der Welt, eine mehrfarbige Landkarte zeigt das geografische Verbreitungsgebiet und in der Phonologie-Komponente sind die für Sprecher europäischer Sprachen eher exotischen Laute wie behauchte Vokale zu hören. Neben der Grammatik von Wort, Phrase und Satz gibt es noch ein kleines Wörterbuch, einen Text mit Interlinearversion, eine Bibliografie und Verweise zu weiteren externen Informationsquellen zum Mon bzw. dessen Verbreitungsgebiet.

Animationen bieten sich für den Gegenstand Grammatik vor allem im Bereich Syntax an, insbesondere wo dynamische, "transformationelle" Konzepte bemüht werden. So kann man mit Hilfe von sich bewegenden Phraseneinheiten Wortstellungsregularitäten illustrieren – wie z.B. in der Begleitgrammatik zu German for Beginners von Peter Gölz die Stellung der Negationspartikel nicht, oder Prinzipien des strukturellen Aufbaus wie zum Beispiel die die Expansion von Nominalphrasen oder die hierarchische Strukturierung von Sätzen können mit Hilfe von animierten Grafiken realisiert werden, wie in der Internet Grammar of English des University College London. Zur Demonstration hierarchischer Satzstrukturen "entfalten" sich hier Sätze in Baumgraphen oder etikettierte Klammerungen, Phrasenstrukturprinzipien werden illustriert an einer interaktiv auf Mausklick sich sukzessive vom nonimalen Kopf aus um Attribute und Determinierer erweiternden Nominalphrase. Ansatzweise sind animierte Umstellungsproben schon im Wortartenbuch in der ersten Version von Grammis realisiert worden.

Video ist bislang nur im weiteren Kontext von Sprachlernsystemen und multimedialen Sprachkursen mit guten Resultaten erprobt worden, (vgl. Vorderwülbecke 1998, Breindl 1997: 296-298). Im engeren Bereich Grammatik könnte man sich als sinnvollen Einsatzort dafür vor allem Regularitäten der gesprochenen Sprache und Prinzipien der Diskursorganisation wie Sprecherwechsel etc. denken, die an Gesprächsmitschnitten und gefilmten Gesprächsrunden zu veranschaulichen sind.

Bereits so schlichte Mittel wie Farbe und blinkende Einheiten - in gedruckten Grammatiken aus technischen Gründen oder aus Kostengründen nicht realisierbar - können auf wirksame Weise zur Präsentation grammatischer Regularitäten beitragen. So werden etwa in der Morphologie-Komponente der Pages de grammaire allemand von Jean Paul Cronimus farbig blinkende Grapheme als Aufmerksamkeitsfänger für irregulär gebildete Positionen im verbalen Konjugationsparadigma eingesetzt und signalisieren dann z.B. "Achtung, e-Erweiterung" (du lebst vs. du leidest, sie lebt vs. sie leidet) oder "Achtung, e-Tilgung" (sammeln, ich sammle, du sammelst).

Mehrkanalige Kodierung von Information kann dank größerer Anschaulichkeit Prozesse der Informationsvermittlung effektivieren, sie wird in Experimenten von den Versuchspersonen in der Regel subjektiv als befriedigender empfunden und hat nachweislich lernunterstützende Wirkung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Einsatz und Integrationsgrad der verschiedenen Medien auch nach softwareergonomischen und mediendidaktischen Kriterien sinnvoll gestaltet werden, wofür vor allem interdisziplinäre Kooperation förderlich ist.

3.2 Hypertextualität

Als definierendes Grundkonzept von Hypertexten lässt sich die alineare und multisequentielle Organisation festmachen, in der sie sich so grundlegend vom unilinearen Printmedium unterscheiden, dass die "Textualität" von Hypertexten in Frage gestellt werden konnte. Hypertexte bestehen aus einzelnen "atomaren", d.h. in sich abgeschlossen und inhaltlich kohärenten Informationseinheiten (den Knoten), die auf vielfältige Weisen - eben alinear und multisequentiell - untereinander vernetzt sind. Dadurch bieten sie eine im Verhältnis zum unilinearen Printmedium erheblich größere Navigationsfreiheit bei der Rezeption. Ein bei Hypertexten häufig anzutreffendes Rezeptionsverhalten ist der Einstieg an einer beliebigen Stelle des Hyperdokuments statt der einmaligen durchgehenden, kontinuierlich von Anfang bis Ende fortlaufenden Lektüre, die dem Leser das Print-Medium ungeachtet seiner tatsächlichen logischen Struktur auf der Basis kultureller Lesetraditionen fast aufzwingt. Hypertexttypische Rezeptionsmuster sind für bestimmte Textsorten – wie z.B. Wörterbücher und Grammatiken – geeigneter und wohl auch gebräuchlicher als z.B. für narrative Texte oder instruierende Gebrauchstexte, weshalb letztere sich auch für eine Hypertextualisierung weniger anbieten. Gute, stark vernetzte Hypertexte ermöglichen dem Rezipienten auf komfortable Weise eine Vielzahl möglicher Rezeptionspfade und kommen damit den ganz heterogenen Wissensvoraussetzungen, Bedürfnissen und Benutzungssituationen von Grammatik-Benutzern entgegen. Bietet der Hypertext auch benutzeradaptierte Zugriffe auf Informationen nach verschiedensten Suchkriterien, scheint er eine ideale mediale Umsetzung der gängigen konstruktivistischen lerntheoretischen Konzepte, die den Wissenserwerb als autonom gestalteten, individuellen und aktiven Problemlösungsprozess betrachten und den Lerner selbst in den Mittelpunkt rücken. Die Erwartung liegt also nahe, dass eine Hypertextstruktur positiven Einfluss auf den individuellen Wissenserwerbsprozess hat, differenzierteres Wissen erworben und besser behalten wird. Inwieweit solche Erwartungen an bisher evaluierten Hypertexten erfüllt oder enttäuscht werden, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab wie etwa Wissenstyp, Wissensvoraussetzungen, Errfahrungen mit Hypertexten, Gestaltung der Hypertextbasis u.v.m. (vgl. Gerdes 1997, Issing/Klimsa 1995, Hammwöhner 1993, Schulmeister 1996).

3.3 Interaktivität

Interaktivität ist im Zusammenhang mit multimedialen Hypertextsystemen ein umstrittener und oft missverständlich gebrauchter Begriff. Ursprünglich in den Sozialwissenschaften beheimatet fand er in den 80er Jahren Eingang in die Informationswissenschaften und hat sich inzwischen zur Bezeichnung der "Aktivitäten" eingebürgert, die zwischen Mensch und Maschine in einem System stattfinden. Davon auch terminologisch trennen sollte man die nur computer v e r m i t t e l t e zwischenmenschliche – in der Regel schriftliche – Kommunikation, auch "Kooperation" oder "computer mediated communication" genannt, zu der die handlungstheoretische Fundierung des Begriffs eigentlich besser passt. Für den Gegenstand Grammatik ist letztere Art Interaktion in Form der Autoren-Kooperation bei Wörterbüchern und Bibliografien (s. 3.4) und im Rahmen der Rückkoppelung zwischen Leser und Autor via E-mail, Gästebuch oder FAQs relevant.

Im übrigen können solche Systeme ganz unterschiedliche Grade von "Aktivität" aufweisen (vgl. Breindl 1997): das reicht von einfachen Systemrückkoppelungen auf Benutzereingaben "richtig/falsch" über tutorielle Systeme (intelligentes tutorielles Feedback), die immerhin standardisierte Kommentare auf bestimmte antizipierbare Benutzereingaben abgeben, bis hin zu selbstlernenden, adaptiven Systemen, die für jeden Benutzer auf der Basis einer Abfrage seiner Vorkenntnisse und einer Analyse seines Navigationsverhaltens ein spezifisches Profil erstellen, das als Grundlage für Informationspräsentation, Benutzerführung und individuelle Aufgaben- und Beispielvorschläge dient. Auf der Seite des Nutzers erstreckt sich die Bandbreite der Systembeeinflussung von der Auswahl aus einem Menü über Eingriffe ins System via Setzen eigener Lesezeichen, Links und Anmerkungen bis hin zum Festhalten und Aufzeichnen ganzer Lernsequenzen.

Im Bereich Grammatik des Deutschen gibt es eine Fülle von mehr oder minder "interaktiven" Lernsystemen, Aufgabensequenzen und einzelnen Aufgaben, offline als CD verkauft und online angeboten; auf der Sammlung Deutsche Internet-Übungen von Lixl-Purcell, in den Internet-Lernwelten des Goethe-Instituts, der Rubrik Deutsch lehren und lernen auf der IDS-Homepage, dem schwedischen Lernnetz von Johannes Jänen oder über die Datenbank für Interaktive Web-Übungen DaF am Institut für Interkulturelle Kommunikation Düsseldorf kann man sich einen guten Überblick verschaffen; eine Beurteilung dieser und ähnlicher Angebote findet sich bei Breindl 1997.

Da die Aktivität eines Systems abhängig ist von der Antizipation möglicher Benutzereingaben durch den Systemautor, sind der Individualität der Systemantworten von vorneherein relativ enge Grenzen gesetzt. GRAMMIS kann sich aufgrund der Komplexität des darin und in der zugrundeliegenden GDS vermittelten Wissens nicht an eine Zielgruppe "Lerner des Deutschen" wenden, und wird folglich nicht als progressiv aufgebautes Lernsystem, sondern als Informationssystem konzipiert. Um aber auch Fragen von linguistischen Laien beantworten zu können, müssen typische Anfragen, wie sie von Laien gestellt und in der Praxis der Sprachberatung dokumentiert sind, simuliert und vom System bzw. dessen Programmierern so kanalisiert werden, dass sie auf das passende systematische, in GRAMMIS abgelegte Wissen treffen. In der Herstellung genau solcher benutzerspezifischer Wegführungen und Ansichten besteht denn auch die interaktive Komponente von GRAMMIS.

3.4 online-Verfügbarkeit

Das WWW als Publikationsorgan bietet gegenüber dem Buch aber auch gegenüber dem offline-Betrieb zusätzliche Vorteile für Nutzer und Autor. Dem Nutzer ermöglicht es raschen, standortunabhängigen und kostengünstigen Zugang zu riesigen und vor allem zu aktuellen Wissensbeständen, schafft Unabhängigkeit von raum-zeitlichen Distanzen, von finanziellen Zwängen wie knappen Bibliotheksetats, und die Daten sind bei entsprechender Formatierung exportierbar und weiterverarbeitbar. Prinzipiell können via Internet auch breitere Zielgruppen angesprochen werden als die potentiellen Käufer einer teuren Buch-Grammatik. Die Möglichkeiten der Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen – ganz im Sinne der angemahnten Überbrückung der Kluft zwischen Linguistik und Öffentlichkeit – werden damit verbessert. [7]

Dem Autor bietet sich durch die Offenheit und Unabgeschlossenheit des WWW ein Mehrwert: [8] Hypertexte im Internet sind häufig als "Texte in Bewegung", als vorläufige Dokumentationen eines in Gang befindlichen und noch nicht abgeschlossenen Arbeitsprozesses konzipiert. Das bedeutet, dass im Laufe des Arbeitsfortschritts problemlos "in Lieferungen" publiziert werden kann und nachträgliche Korrekturen, Ergänzungen und Aktualisierungen - verglichen mit Neuauflagen oder Nachdrucken bei Büchern – kein Problem darstellen. Der Textsorte Grammatik, die ja in der Regel ohnehin selektiv gelesen wird und dem lexikonartig organisierten Wissen kommt diese "schnellere" Publikation sehr entgegen. [9] Ein weiterer Vorteil: die Kollaboration von Autorenteams, speziell wenn diese räumlich getrennt voneinander arbeiten, wird unterstützt. Durch die unkomplizierte Einbindung des Lesers über die Kommunikationsdienste des Internet ergeben sich darüber hinaus auch in unserem Bereich neue Formen der urheberschaft. Das Prinzip, den Nutzer als Koautor einzubinden, ist geradezu typisch für genuine WWW-Wörterbücher, die keine elektronische Version eines abgeschlossenen gedruckten Wörterbuchs sind. In den Metatexten zu solchen Wörterbüchern finden sich dann Ermunterungen und Aufrufe an den Leser zu Ergänzung, Fehlerbehebung und Kommentierung der Einträge. Stellvertretend sei hier aus dem Metatext zu einem fränkisch-standarddeutschen Wörterbuch zitiert:

"Sollte Sie die Übersetzung des einen oder anderen Begriffes stören oder Sie wissen noch andere Begriffe, die wir hier hinzufügen sollten, dann schreiben Sie uns doch eine Email. Wir werden Ihre Anregungen entsprechend berücksichtigen."

Vergleichbar auch das schwäbisch-englische Wörterbuch oder weitere bei Storrer/Freese (1996) beschriebene Wörterbücher und Lexika.

Im Rahmen des Projekts Grammis wurde dieses in der WWW-Lexikographie erprobte Prinzip erstmals auf die Textsorte Bibliografie übertragen, die in der gedruckten Form ohnehin nur eine sehr begrenzte Haltbarkeit hat. Zwei verschlagwortete abfragbare Bibliografie-Datenbanken zu Konnektoren und Präpositionen des Deutschen mit ca. 900 bzw. 550 Einträgen sind mit einem Metatext versehen, der interessierte Leser – hier linguistische Experten – zu Ergänzung, Aktualisierung und Korrektur einlädt. In diesem Fall konnte bereits bei der Erstellung auf manche bibliografischen Rohdaten von Experten zurückgegriffen werden, die gezielt angesprochen und um Überlassung ihrer einschlägigen Bibliografien gebeten worden waren; Vereinheitlichung, Adaptierung an das Format der online-Bibliografien, Verschlagwortung und Implementierung oblagen dann dem IDS.

3.5 Bibliotheks-Funktion

Das elektronische Medium erlaubt die verhältnismäßig einfache Speicherung, Verwaltung und Verfügbarmachung großer Datenmengen. Für die Grammatikographie ist diese Funktion als elektronische Bibliothek insofern interessant, als sie über die Anbindung von Wörterbüchern und Text-Korpora den Gegenstand Grammatik besser einbetten und verorten kann: einerseits im Aufbau grammatischer hierarchischer Strukturen wie Phrasen und Satz aus elementaren Wortschatz-Einheiten, und andererseits in der Verknüpfung von Sätzen zu Texten und Diskursen. Für ersteres steht bereits heute eine Fülle von lexikographischen Ressourcen aus anderen Quellen online zur Verfügung, - man vergleiche etwa die Indizes zu den Wörterbuchsammlungen bei Beard, Ramsch oder in der Erlanger Liste Germanistik sowie Storrer/ Freese (1996). Für letzteres bieten sich vor allem öffentlich zugängliche und recherchierbare Korpora wie die Mannheimer Korpora am IDS an.

Wortbezogene Informationen lassen sich mit dem neuen Medium nicht nur für den Autor einfacher, sondern auch in einer für den Benutzer überschaubareren Weise anbinden, etwa als Fenstereinblendung. Im Printmedium muss der Benutzer entweder mit mehreren Büchern jonglieren, hin- und herblättern, oder er findet lange eingeschobene Wortlisten vor, die den Lesefluss stören, etwa in Form einer "Liste der unregelmäßigen Verben", "Liste der Funktionsverben" oder "Liste der wichtigsten Verben mit ihren Satzbauplänen", in der elektronischen Grammatik kann er solche Informationen nach Bedarf ein- und ausblenden.

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Fußnoten

[Anm.: Durch Anklicken der Fußnotenzahl kommt man zurück zur Textstelle.]

[5] Bislang auftretende technische Probleme – lange Wartezeiten beim Laden multimedialer Sites, unzureichende Hard- und Softwareausstattung bei den Nutzern, unterschiedlicher Leistungsumfang bei unterschiedlichen Browsern, Browserversionen und Browsereinstellungen mit der Folge mangelnder Kalkulierbarkeit der Darstellung beim Benutzer - lassen sich autorseitig nicht gänzlich verhindern.
[6] Mon gehört zur austroasiatischen Sprachfamilie und wird von ca. 800.000 Sprechern gesprochen.
[7] Allerdings stehen diesem potentiellen Mehrwert in der Praxis noch eine Reihe von Hindernissen entgegen. Erstens ist Zugang zum Netz ja nicht in allen Bildungseinrichtungen gegeben, sei das aus politischen, finanziellen oder anderen Gründen. Zweitens haben Hard- und Software bei der rasanten technologischen Entwicklung nur eine sehr geringe Halbwertszeit, man rechnet mit etwa 3-5 Jahren. Hinzu kommen Unsicherheit bei der Archivierung und mangelnde Qualitätskontrolle, - es gibt in der Regel kein Herausgeberorgan, keine redigierenden Lektoren, keine peer-review, jeder kann publizieren. Mittelfristig werden sich aber wohl auch hier wissenschaftliche Qualitäts-Standards durchsetzen und Gepflogenheiten aus dem traditionellen Publiktionswesen auf das elektronische Publizieren übertragen werden, was im Falle von fachspezifischen Foren, E-Journalen und moderierten Diskussionlisten heute schon geschieht.
[8] Zu Vorteilen der Hypertextstruktur bei der Neu-Konzeptionierung von Texten vgl. Breindl 1998
[9] Zum Vergleich die Zeitspanne von mehr als10 Jahren zwischen Projektbeginn und Publikation der IDS-Grammatik, bei Wörterbüchern kann es wie im Fall von Grimms oder dem Thesaurus Linguae Latinae auch einmal ein ganzes Jahrhundert sein.