Das »Mekka aller Linguisten«
von Elzbieta Kucharska und Leslaw Cirko
Zum »Mekka aller Linguisten« ist das Institut für
deutsche Sprache in Mannheim schon mehrmals und von vielen erklärt worden.
Den neuesten Beweis dafür, dass dies nach wie vor zutrifft, liefert der
vergangene Herbst, in dem mehr als 20 Sprachforscher aus vieler Herren
Länder in Mannheim erschienen sind, und zwar aus reinem Interesse an den
Gesetzmäßigkeiten und an den Besonderheiten der deutschen Sprache.
Doch ist dieses (wenn auch primäre) Interesse nicht als der einzige
Faktor zu verstehen, der über den Aufenthaltsort des einen oder des anderen
Auslands- bzw. Inlandsgermanisten entscheidet. Mit einem Forschungsstipendium,
dienstlich oder privat, kommt man für eine kurze oder für eine
längere Zeit ins IDS, um hier einen regen Gedankenaustausch zu erleben, um
sich mit der älteren und der neueren Fachliteratur bekannt zu machen bzw.
um in den computergespeicherten Textkorpora nach den jeweils nötigen
Belegen zu suchen. Nach Auffassung vieler Gäste ist es der besondere genius
loci, der sie hierher lockt.
So bringt das Mannheimer Institut etablierte und angehende Linguisten zusammen, die die deutsche Sprache zu ihrer Arbeitssprache gewählt haben und sich dieser als einer speziellen »lingua franca« zu bedienen pflegen. Seinen absoluten Höhepunkt erreicht das immer während der Jahrestagung, zu der sicher auch im kommenden März mehrere hundert Sprachwissenschaftler aus verschiedenen Herkunftsländern eintreffen werden - teilweise um ganz konkret zu zeigen, dass die berühmte Sprachenverwirrung beim Turmbau zu Babel ab und zu auch mit Erfolg behoben werden kann.
Die Autoren sind Gäste am Institut für deutsche Sprache.