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Stauffenburg Linguistik

Band 102:
Dannerer, Monika / Mauser, Peter (Hrsg.): Formen der Mehrsprachigkeit. Sprachen und Varietäten in sekundären und tertiären Bildungskontexten. Unter Mitarbeit von Philip C. Vergeiner. 440 S. - Tübingen: Stauffenburg, 2018.
ISBN: 978-3-95809-523-6

Bedingt durch vielfältige gesellschaftliche Prozesse zwischen Migration, Mobilität und Globalisierung spielt Mehrsprachigkeit in verschiedenartigen Ausprägungen eine zunehmend wichtige Rolle. Regionale Varietäten und Sprachen befinden sich in intensivem Kontakt miteinander, Individuen sind mehrsprachig, nehmen sich selbst als mehrsprachig wahr und werden verstärkt auch so wahrgenommen. Neben der Notwendigkeit für neue sprachenpolitische Rahmenbedingungen sind in besonderer Weise Bildungseinrichtungen gefordert, Stellung zu nehmen und Strategien zu entwickeln.

Der Band zeigt anhand aktueller Forschungsprojekte unterschiedliche Formen des Umgangs mit innerer und äußerer Mehrsprachigkeit auf. Die einzelnen Beiträge thematisieren gesellschaftliche und bildungspolitische Rahmenbedingungen in vorwiegend europäischen Kontexten. Sie geben Einblicke in Einstellungen zu und Verwendung von Standardsprachen und Varietäten und diskutieren forschungsmethodische Implikationen und didaktische Antworten für den Umgang mit Mehrsprachigkeit an Schulen und Universitäten. Der Band vereinigt dabei ausgewählte und peer reviewte Beiträge einer Tagung, die 2016 in Innsbruck stattgefunden hat. Der übergreifende Blickwickel auf den Umgang mit (regionalen) Varietäten auf der einen sowie Herkunfts- und Zweitsprachen aber auch Fremdsprachen auf der anderen Seite lässt die besonderen bildungspolitischen Herausforderungen und Möglichkeiten jeweils klarer zutage treten. Er zeigt aber auch deutlich, wo an Schulen, in der Lehrerausbildung und an Universitäten unterschiedliche Fragestellungen dominieren und entsprechend Schwerpunkte gesetzt werden müssen.

Inhaltsverzeichnis

Dannerer, Monika / Mauser, Peter:
  Innere und äußere Mehrsprachigkeit in Bildungsinstitutionen – vom Nutzen einer übergreifenden Perspektive S. 9
Schmidlin, Regula:
  Innere Mehrsprachigkeit an Deutschschweizer Schulen
Hochdeutsch und Dialekt im Unterricht
S. 27
Abel, Andrea / Glaznieks, Aivars:
  “Sie müssen sich mit Problemen rumschlagen…”
Aspekte der Schreibkompetenz am Ende der schulischen Laufbahn
S. 47
de Cillia, Rudolf:
  Sprache(n) im Klassenzimmer
Varietätengebrauch und Spracheinstellungen in der Schule aus Sicht der Lehrer/innen und der Schüler/innen
S. 67
De Caluwe, Johan:
  Policy, practice and perceptions of internal language variation in secondary schools
A case study of Dutch in Belgium
S. 87
Harjus, Jannis:
  Versuchte Normierung einer komplexen Varietät?
Der Umgang mit innerer Mehrsprachigkeit im sekundären Bildungssektor Andalusiens
S. 105
Colombo, Sabrina / Stopfner, Maria:
  Alte und neue Formen der Mehrsprachigkeit in Südtirol S. 123
Jessner, Ulrike / Mayr-Keiler, Kerstin:
  Die Rolle des Deutschen in einer Schule für alle
Über den Sprachgebrauch und die Akzeptanz des Deutschen von mono-, bi- und multilingualen Schülerinnen und Schülern in Tirol
S. 143
Horner, Kristine / Bellamy, John:
  “Ich wollte gerne mal Englisch”
Language in education policy and social inequality in globalising Luxembourg
S. 163
Kewagamang, Phemelo:
  Multilingual practices of French foreign language teachers in Botswana S. 181
Schnitzer, Anna:
  Biographie und Sprache – Zugehörigkeit und Differenz
Biographisch-ethnographische Analysen aus einer bilingualen Schulklasse in der Schweiz
S. 197
Konzett-Firth, Carmen:
  “ähm is jetzt pétrole heißt öl oder und was hoaßt dann benzin?”
Formen der Bezugnahme auf Mehrsprachigkeit im schulischen Französischunterricht
S. 211
Smit, Ute / Finker, Thomas:
  CLIL in Austrian technical colleges (HTL)
An analysis of classroom practices based on systematic video-based lesson observations
S. 229
Saxalber, Annemarie:
  Klären wir die Gemeinsamkeiten!
Sprachbildung in Schule und Hochschule in einem mehrsprachigen Kontext wie Südtirol
S. 247
Redder, Angelika:
  Mehrsprachige Wissensprozessierung in Schule und Hochschule S. 265
Hinger, Barbara / Schmiderer, Katrin:
  Sprachliche Diversität in einem sprachenübergreifenden Ausbildungsmodell
Ausgewählte Einblicke in das Innsbrucker Modell der Fremdsprachendidaktik (IMoF)
S. 287
Stadler, Wolfgang:
  Soziolinguistik und Pragmatik im Bereich “Russisch als Fremdsprache” testen
Die Rolle von russischen MuttersprachlerInnen und HerkunftssprecherInnen bei der Entwicklung von Testitems in russischer Sprache
S. 311
Bogner, Andrea / Gutjahr, Jacqueline:
  Mehrsprachige Räume gestalten S. 333
Dengscherz, Sabine:
  Sprachenrepertoire als schreibstrategische Ressource?
Zwischenergebnisse aus dem Projekt PROSIMS
S. 349
Hu, Adelheid:
  Universitäten als interkulturelle und mehrsprachige Kommunikationsräume
Warum der Internationalisierungsdiskurs stärker mit dem Thema Mehrsprachigkeit verzahnt werden sollte
S. 369
Vogl, Ulrike:
  Denken mobile Städter anders über Sprache?
Zur Rolle von Mobilität und Urbanität bei Mehrsprachigkeitskonzeptionen von Studierenden
S. 385
Franceschini, Rita:
  Die Herausforderungen einer Universität vor dem Hintergrund der Internationalisierung der Studiengänge und der Herkunft der Studierenden S. 403
Dannerer, Monika:
  Mehrsprachigkeit als Programm – Mehrsprachigkeit wider Willen?
Universitäre Mehrsprachigkeit zwischen Verpflichtung und Unwissenheit
S. 421