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Reihe Germanistische Linguistik

Band 313:
Baumann, Carolin / Dabóczi, Viktória / Hartlmaier, Sarah (Hrsg.): Adjektive. Grammatik, Pragmatik, Erwerb. VIII/392 S. - Berlin / Boston: de Gruyter, 2018.
ISBN: 978-3-11-058156-0
Alternative Medien:
E-Book (PDF). Berlin / Boston: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-058404-2
E-Book (EPUB). Berlin / Boston: de Gruyter. ISBN: 978-3-11-058173-7

Die Probleme, die das Adjektiv aufwirft, sind vielfältig; und zahlreich sind die Bezüge zwischen ihnen. Beides ergibt sich aus einem charakteristischen “Dazwischen” des Adjektivs. Und wenn der vorliegende Band seine Beiträge geordnet in drei Sektionen: Grammatik, Pragmatik, Erwerb präsentiert, dann vor dem Hintergrund, dass sich in allen drei Zugangsweisen dieses “Dazwischen” in spezifischer Form wiederfindet:
Grammatisch sind die Adjektive als Wortart definiert über ihre primär attributive Funktion, die zwischen Referenz und Prädikation rangiert, in ihrem pragmatischen Nutzen bewegen sich Adjektive kaum greifbar zwischen Bewertung und Beschreibung, und im Adjektiverwerb scheinen Sprecher einen diachron aufgespannten Zwischenraum zu überwinden zwischen primärem Interaktionsbezug und allmählich zunehmender Konzeptualisierung – einen Zwischenraum jedoch, der auch im “fertigen” grammatischen und pragmatischen Dazwischen der Wortart nicht überwunden, sondern nur differenzierter ausgestaltet erscheint.

Die Pointe dieses Bandes liegt so in der gemeinsamen Präsentation von grammatischen und pragmatischen Aspekten des Adjektivs sowie von Problemen des (oft stiefmütterlich behandelten) Adjektiverwerbs, in der die immer analog auftretende Zwischenposition offenbar zugangsübergreifend die beiden Seiten derselben adjektivischen Medaille konstituiert.

Inhaltsverzeichnis

Knobloch, Clemens / Baumann, Carolin / Dabóczi, Viktória / Hartlmaier, Sarah:
  Einleitung S. 1
Grammatik
Lehmann, Christian:
  Adjective and attribution. Category and operation S. 13
Hartlmaier, Sarah:
  richterlicher Beschluss, ?richterlicher Mord und *richterlicher Handschuh – Selektionsbeschränkungen von Adjektiven auf {lich} zu Personenbezeichnungen S. 77
Eichinger, Ludwig M.:
  Mancherlei Adjektive braucht das Land – Was man aus neuen Adjektiven über die Wortart (im Deutschen) lernen kann S. 107
Knobloch, Clemens:
  Morgen länger sonnig, meist trocken – Kriterien für “Adjektive” im Sprachvergleich S. 129
Dabóczi, Viktória:
  Am Rande der Wortarten: Zum Problem der Klassifikation von Randphänomenen am Beispiel des unflektierten Adjektivs S. 152
Enbrecht, Alina:
  Der Clou von sein + Partizip II als Adjektivkonstruktion S. 177
Pragmatik
Lefèvre, Michel:
  Mutmaßlich, vermeintlich, vermutlich, wahrscheinlich in attributiver Stellung S. 193
Baumann, Carolin:
  Wir wollen ehrlich sein … – Prädikative Adjektive und odalverblesart oder: Zum Verhältnis von Modalität und Wertung S. 212
Marschall, Gottfried R.:
  Zum Verhältnis von Bewertung und Beschreibung beim Adjektiv S. 252
Scholz, Stefanie:
  Warum Rotkäppchen weder lieb noch gut ist – Adjektive und Adjektivgebrauch im Volksmärchen S. 288
Erwerb
Knobloch, Clemens:
  ‘I spy with my little eye something ADJ’ – Children’s acquisition of adjective meanings and adjective functions S. 313
Krüger, Josephine:
  “Wo sind meine mehr Puppen?” – Zum Erwerb pränominaler Adjektive S. 328
Groba, Agnes / De Houwer, Annick:
  Einschätzungsdaten zum rezeptiven Erwerbsalter von 258 deutschen Adjektiven mit Implikationen für die kindliche Adjektiventwicklung S. 350